VA Wandeler Wird getanzt
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Nati schon in Feierlaune?«Wir tanzen erst richtig, wenn wir an die WM fahren»

Frauen-Nati auf dem Prüfstand
Gegen Österreich gehts um mehr als nur um das WM-Ticket

Auch nach dem 2:0 gegen Israel und dem achten Pflichtspiel unter Rafel Navarro weiss die Nati noch nicht genau, wo sie steht – und ob der vom Katalanen angeschobene Prozess wirklich fruchtet.
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Lia Kamber ist die einzige junge Spielerin, die sich unter Rafel Navarro weiterentwickelt hat.
Foto: Zamir Loshi/freshfocus

Darum gehts

  • Navarros Frauen-Nati bleibt ungeschlagen: 7 Siege, 1 Remis
  • Trotz Aufstieg bleiben Zweifel an System und Abwehr
  • Gegen Österreich geht es um das WM-Ticket und die Zukunft
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Acht Spiele, sieben Siege, ein Remis, 27:8 Tore, Aufstieg in die Liga A der Nations League, souveräner Einzug in die zweite Runde der WM-Playoffs: Die Bilanz der Nati in diesem Jahr liest sich ausgezeichnet – und ist die beste seit 2013/2014, als sich die Schweiz unter Martina Voss-Tecklenburg aufmachte, sich zum ersten Mal in der SFV-Geschichte für eine WM zu qualifizieren.

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Doch die Zahlen sind nur die halbe Wahrheit. Auch wenn Rafel Navarro (40) als Nati-Trainer in Pflichtspielen noch ungeschlagen ist: Ein Jahr nach der Ernennung des Katalanen zum Nachfolger von Pia Sundhage bestehen noch immer Zweifel, ob der eingeschlagene Weg und das auf Ballbesitz und hohes Gegenpressing ausgerichtete System mit der Nati wirklich funktioniert.

SFV-Strategie: EM-Halbfinal 2029 als Ziel

Deshalb geht es gegen Österreich im Dezember nicht nur um das WM-Ticket (oder die allfällige Quali für das Interkontinental-Playoff), sondern auch um die Frage: Hat das System Navarro eine Zukunft? Der Spanier war vor einem Jahr angetreten, um aus den vielen Talenten in der SFV-Pipeline im Hinblick auf die EM 2029 ein Team zu formen, das sich nicht nur für das Turnier in Deutschland qualifiziert, sondern dort auch Historisches schafft. «Wir wollen, dass sich unsere A-Nationalteams der Männer und Frauen für die Endrunden qualifizieren. Bis 2030 sollen beide mindestens einmal einen Halbfinal erreichen», steht im Strategiepapier des SFV.

Der Verband setzte letzten Herbst die EM-Heldin Sundhage unsanft vor die Tür, um eine neue Ära im Schweizer Frauenfussball einzuläuten. Mit einem jungen, als Cheftrainer aber relativ unerfahrenen Coach, der als Assistenztrainer mithalf, aus dem FC Barcelona den besten Klub der Welt zu machen. Die Katalaninnen standen in den letzten sechs Champions-League-Finals und gewannen dabei viermal den Titel.

Doch die Schweizer Nati ist nicht Barcelona – trotz hoch veranlagten Talenten wie Sydney Schertenleib, Iman Beney und Lia Kamber. Die Spielidee, die Navarro vorschwebt, funktioniert nach fünf Zusammenzügen nur punktuell, auch wenn dieser sagt: «Wir haben unseren Stil, und wir zeigen unseren Stil.» Schöne Kombinationen in der Offensive sind Mangelware, viele Tore fallen aufgrund der individuellen Klasse einzelner Spielerinnen. Zudem hat es Navarro verpasst, ein grösseres Casting zu machen und Talente aus den Jahrgängen 2006, 2007 und 2008 nachzuziehen. Einzige Ausnahme: Lia Kamber, die in den beiden Duellen gegen Israel zu den Besten gehörte.

Sorgenkind Abwehr

Das grösste Fragezeichen betrifft aber die Defensive. Für das seit langem bekannte SFV-Problem, den Mangel an Verteidigerinnen, hat auch Navarro noch keine Lösung gefunden. Erweiterte internationale Klasse weist nur Noelle Maritz auf, die Lebensversicherung in der Defensive. Der Rest ist solid – kommt jedoch gegen Topteams an seine Grenzen. Die einzige junge Abwehrspielerin im Aufgebot, Noemi Ivelj (19), schmorte gegen Israel 180 Minuten auf der Bank. Und Amina Muratovic (20) stand noch nicht einmal im Aufgebot. Die hinten links punktuell eingesetzte Leila Wandeler (20) ist wie Iman Beney (20) am Flügel besser aufgehoben.

Den Beweis, dass er junge Spielerinnen weiterentwickeln kann, ist Navarro bislang schuldig geblieben. Und sein System des totalen Fussballs unterzieht sich gegen Österreich dem ersten Härtetest. Auch deswegen geht es für den Katalanen persönlich im Dezember um mehr als nur um das WM-Ticket. Sondern auch darum, ob sein System beim SFV überhaupt eine Zukunft hat – Vertrag bis 2029 hin oder her.

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