Die Schlüsselszene
Nach dem 7:3 im Hinspiel braucht die Nati diesmal eine halbe Stunde, um den israelischen Abwehrriegel zu knacken. Reuteler flankt, Beney trifft – damit ist die Entscheidung in diesem über Hin- und Rückspiel letztlich doch sehr einseitigen Duell endgültig gefallen.
Das Spiel
Die Nati ist auf Kurs, aber ganz perfekt ist die erste Halbzeit noch nicht. Im Rückspiel gegen Israel sind die Schweizerinnen von Beginn an spielbestimmend und lassen defensiv kaum etwas zu. Bis zum ersten Treffer dauert es allerdings eine halbe Stunde. Dann erlöst Iman Beney die Gastgeberinnen. Auch danach bleibt die Schweiz am Drücker, verpasst durch Xhemaili und Beney kurz vor der Pause aber das 2:0.
Nach dem Seitenwechsel bleibt die Nati überlegen, tut sich offensiv aber zunehmend schwer. Es fehlt an Ideen und klaren Torchancen. Israel kommt durch Sommer zu einer Möglichkeit, wirklich gefährlich wird es aber selten. Erst in der Nachspielzeit fällt das zweite Tor: Julia Stierli verwandelt einen Freistoss via Innenpfosten zum 2:0. Damit gewinnt die Schweiz auch das Rückspiel und trifft Anfang Dezember in der zweiten Playoff-Runde auf Österreich.
Die Tore
30. Minute, Iman Beney, 1:0. Beney steigt im Strafraum entschlossen hoch und nickt eine Flanke von Reuteler wuchtig in die Maschen.
90.+2 Minute, Julia Stierli, 2:0. Stierli versenkt einen Freistoss mit ihrem linken Fuss via Innenpfosten in den Maschen. Ein tolles Tor!
Die Beste
Iman Beney zeigt, dass sie sich auf einer offensiveren Position wesentlich wohler fühlt. Sie startet auf dem linken Flügel und kommt schon in der 9. Minute dem Führungstreffer sehr nahe. Nach einer halben Stunde macht es die Walliserin in ihrer Heimat dann besser und trifft mit einem wuchtigen Kopfball zum 1:0. Nach knapp einer Stunde wird sie ausgewechselt – zwecks Schonung.
Die Schlechteste
Hili Shalom. Die israelische Aussenläuferin kommt im Vergleich zum Hinspiel neu in das Team rein und sieht beim Gegentor nach einer halben Stunde schlecht aus. Sie lässt zu, dass Beney wuchtig einköpfeln kann.
Die Stimmen
Lia Wälti (Nati-Captain, gegenüber SRF): «Das Spiel war kontrollierter. Wir haben endlich mal wieder zu null gespielt. Natürlich wünscht man sich ab und zu ein Tor mehr, aber am Schluss konnten wir viele neue Eindrücke sammeln. Wir haben neue Rotationen gehabt, konnten neue Spielerinnen sehen, alles in allem ein gelungener Sieg.»
Nadine Riesen (gegenüber SRF): «Wir sind sehr zufrieden. Wir wollten unbedingt zu null spielen und das haben wir super gemacht. Die Defensive war super, wir sind auch gut auf die zweiten Bälle gegangen. Zu null ist immer super und mehr Goals sind umso schöner. Wir müssen noch mehr aus der zweiten Reihe schiessen, wir haben zu wenig abgeschlossen. Aber schlussendlich haben wir zwei Goal gemacht. Insgesamt sind es neun Tore und das klingt schon Mal gut.»
Livia Peng (gegenüber SRF): «Ich glaube, es war sehr wichtig für uns als Team, dass wir die Null halten und vorne zwei machen konnten. Ich bin mega stolz. Stolz auf alle und auf die Reaktion, die wir gezeigt haben, vor allem auch auf unsere Defensive. Dass wir die Null hinten halten und viele Tore schiessen konnten hilft uns sehr und gibt uns Selbstvertrauen.»
Das gab zu reden
Von der politischen Brisanz, die vor dem Hinspiel für einige Diskussionen gesorgt hat, ist im Rückspiel nicht mehr auf dem Platz, sondern auf der Tribüne Thema. Nach zwölf Minuten werden auf den Rängen hinter dem Schweizer Tor Rauchpetarden gezündet und diverse Palästina-Flaggen und Spruchbänder ausgerollt: «Show Israel the Red Card». Nach einigen Minuten greifen Sicherheitsleute ein und sorgen dafür, dass die Transparente verschwinden.
Die Schiris
Die Engländerin Kirsty Dowie leitet das Spiel von A bis Z souverän. Nach einer Stunde fällt sie auch nicht auf den Hinfaller von Riola Xhemaili rein und zeigt zurecht nicht auf den Punkt – zum Unmut der Fans.
Die Fans
Nur gut 3500 Fans finden den Weg ins Tourbillon. Eine enttäuschende Kulisse. Die die kommen, dürften sich ärgern, dass die Nati trotz Überlegenheit nicht noch das eine oder andere Tor mehr geschossen hat.
So gehts weiter
In der 2. Playoff-Runde, die Ende November/Anfang Dezember gespielt wird, wartet auf die Nati ein deutlich härterer Brocken. Die Schweizerinnen treffen zuerst zu Hause und dann auswärts auf Österreich. Gewinnt die Nati auch dieses Duell, holt sie das WM-Ticket, ausser es setzen sich in den jedem der anderen sieben Duelle Teams aus der Liga A der Nations League durch. Dann müsste die Nati in ein Interkontinental-Playoff im Februar, wo die letzten WM-Tickets verteilt werden.