Unwürdiges Ende des EM-Jahres
Schwache Nati enttäuscht gegen Wales

Die Schweizer Nati verliert auch das zweite Spiel unter dem neuen Trainer Rafel Navarro. Gegen Wales setzt es eine 2:3-Niederlage ab.
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Björn LindroosRedaktor Sport
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Fehlstart: Neo-Coach Rafel Navarro muss auch im zweiten Spiel an der Seitenlinie des Schweizer Nationalteams eine Niederlage hinnehmen.
Foto: Salva Castizo/freshfocus

Das Spiel

Es ist ein unwürdiges Ende des EM-Jahres 2025 für die Frauen-Nati. Gegen Wales enttäuschen die Schweizerinnen und verlieren verdient.

Das erste Gegentor beschreibt das Spiel der Schweiz gut: Calligaris und Keeperin Herzog, die im Nati-Tor eine Chance bekommt, behindern sich im eigenen Fünfmeterraum gegenseitig. Die Waliserin Ingle profitiert und nickt ein.

Und auch wenn die Nati nur kurze Zeit später durch Aurélie Csillags erstes Nati-Tor zum Ausgleich kommt, kommt sie gegen Wales nie wirklich ins Spiel. Gerade offensiv ist man zu harmlos. Und defensiv gehts schlicht zu einfach. Vor dem zweiten Gegentor reicht ein langer Ball, um die gesamte Abwehr auszuhebeln. Und weil Herzog zu weit vor dem Tor steht, überlupft Cain die Nati-Keeperin ohne Probleme.

Wer auf eine Reaktion nach der Pause hofft, wird schnell enttäuscht. Und zwar so richtig schnell. Nur 30 Sekunden nach dem Wiederanpfiff muss die Nati den dritten Gegentreffer hinnehmen.

Danach tut sich die Nati weiter schwer, am walisischen Abwehrbollwerk scheints kein Vorbeikommen zu geben. Und so passt es, dass man einen groben Schnitzer im Aufbauspiel braucht, um durch Beney zum 2:3 zu kommen. Es ist auch die ManCity-Spielerin, die kurz vor Schluss den Ausgleich auf dem Fuss hat, diesen aber verpasst.

So verliert die Schweiz also das letzte Spiel des EM-Jahres und bleibt auch im zweiten Auftritt unter dem neuen Trainer Rafel Navarro ohne Sieg. Derweil gewinnt Wales zum ersten Mal seit 12 (!) Partien wieder ein Spiel. Es war die längste Negativserie seit 2001. Und für die Schweiz die erste Pleite im achten Duell überhaupt gegen Wales.

Die Tore

15. Minute, Sophie Ingle, 0:1. Nach einer Hereingabe kommts im Strafraum der Schweiz zu einer Bogenlampe. Herzog müsste rauskommen, wird aber von ihrer eigenen Verteidigerin Calligaris behindert. Ingle profitiert und nickt ohne Probleme ein.

18. Minute, Aurélie Csillag, 1:1. Reuteler lanciert Csillag mit einem Pass in die Tiefe. Die Freiburg-Stürmerin setzt ihr Tempo ein und zieht ihrer Gegenspielerin davon. Im Strafraum zieht sie ab und erwischt die gegnerische Torhüterin aus spitzem Winkel in der nahen Ecke.

35. Minute, Hanna Cain, 1:2. Ein toller langer Ball aus der Hälfte von Wales hebelt die gesamte Abwehr der Nati aus. Cain sieht, dass Herzog weit vor dem Tor steht und zieht aus 16 Metern ab. Der Abschluss segelt über die Schweizer Torhüterin hinweg zum 2:1 ins Tor.

46. Minute, Lilly Woodham, 1:3. Cain spielt von der Seite einen flachen Pass, der durch den kompletten Schweizer Strafraum rollt. Auf der anderen Seite findet der Ball den Fuss der kurz zuvor eingewechselten Woodham, die per Flachschuss trocken verwandelt.

71. Minute, Iman Beney, 2:3. Nach einem groben Schnitzer im Aufbauspiel von Wales landet der Ball genau vor den Füssen von Beney. Die junge ManCity-Akteurin lässt eine Gegenspielerin stehen und erzielt aus gut 12 Metern mit links flach den Anschlusstreffer.

Die Beste

Géraldine Reuteler. Die Spielerin von Frankfurt ackert im Mittelfeld und ist noch ein Lichtblick in der schwachen Nati.

Die Schlechteste

Elvira Herzog. Nutzt ihre Chance im Tor nicht. Sieht beim 0:1 unglücklich aus und verschätzt sich beim zweiten Gegentor.

Die Stimmen (gegenüber SRF)

Géraldine Reuteler: «Es gab gute Sachen und weniger gute. Wir bekommen drei unglückliche Gegentore, das darf uns nicht passieren. Wir machen aber trotzdem zwei Tore und haben noch Chancen auf den Ausgleich. Aber es ist natürlich nicht das Resultat, welches wir uns erhofft haben. Wir haben einen neuen Trainer mit neuen Impacts. Das müssen wir noch adaptieren. Es gibt aber natürlich einiges zu verbessern.»

Das gab zu reden

Es war die traurige Nachricht des Nati-Camps. Der Vater des neuen Schweizer Trainers Rafel Navarro ist am Freitag nach langer Krankheit verstorben. Nach kurzer Abwesenheit steht der Spanier am Dienstag wieder an der Seitenlinie. Zu Ehren seines Vaters tragen die Spielerinnen beider Teams schwarze Binden als Trauerflor.

Die Fans

Wie schon am Freitagabend herrscht in Jerez Geisterspiel-Stimmung. Gerade mal 27 Zuschauende haben sich an diesem Dienstagmittag ins weite Rund des Estadio Municipal de Chapin verirrt.

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Leeres Stadion:Gähnende Leere beim Nati-Spiel

Die Schiris

Die Spanierin Ainara Acevedo Dudley leitet die Partie und hat das Geschehen auch ohne VAR im Griff.

So gehts weiter

Das EM-Jahr 2025 ist für die Nati beendet. Den nächsten Zusammenzug gibts dann im Februar des nächsten Jahres, wobei am 3. März das erste Spiel in der WM-Quali gegen Nordirland ansteht.

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