Das Spiel
Bitteres Debüt für den neuen Nati-Trainer Rafel Navarro. Sein Team bestimmt das Spiel eigentlich über weite Strecken, doch am Ende jubelt Belgien.
Die Belgierinnen zeigen sich nicht nur enorm effizient, die Schweiz macht es ihnen aber auch leicht. Beim Siegtor in der 72. Minute durch De Caigny verteidigt die Nati enorm schwach. Calligaris schaut ihrer Gegenspielerin nur zu, wie diese per Kopf einnetzt.
Und beim 0:1 in der ersten Halbzeit sieht Livia Peng etwas unglücklich aus. Zwar fälscht Calligaris den Ball noch unglücklich ab, doch die Schweizer Torhüterin ist dran und könnte den Ball auch um den Pfosten lenken.
Das Positive aus Sicht der Schweiz: Man hat deutlich mehr Ballbesitz als die Gegnerinnen. Im letzten Drittel fehlt dann oft die letzte Konsequenz. Nicht so, als ein Joker von Navarro sticht. Vier Minuten nach ihrer Einwechslung nutzt Alisha Lehmann einen Bock in der belgischen Abwehr aus und trifft zum zwischenzeitlichen Ausgleich.
Länge hält das 1:1 aber nicht. Und auch nach dem 1:2 wird die Nati nicht mehr ganz zwingend vor dem belgischen Tor. So endet das Debüt von Rafel Navarro in einer Niederlage.
Die Tore
36. Minute, Laura Deloose, 0:1. Nach einem langen Ball aus der Abwehr zieht Deloose nach innen und aus gut 16 Metern ab. Calligaris schmeisst sich in den Abschluss und lenkt unglücklich ab. Peng ist noch dran, kann aber nicht mehr entscheidend abwehren.
64. Minute, Alisha Lehmann, 1:1. Slapstick in der belgischen Abwehr! Die Belgierinnen können den Ball im eigenen Strafraum nicht richtig klären und schiessen sich gegenseitig ab. Alisha Lehmann profitiert und trifft von der rechten Seite in die linke untere Ecke zum Ausgleich.
72. Minute, Tine De Caigny, 1:2. Nach einem Konter bringt Dhont eine hohe Flanke in den Strafraum. Peng bleibt im Kasten und Calligaris schaut nur zu. De Caigny profitiert und nickt aus kurzer Distanz ein.
Die Beste
Sydney Schertneleib. Die Barça-Spielerin zieht im Mittelfeld die Fäden und stellt einige Male ihre gute Technik unter Beweis. Sie gibt das Tempo des Schweizer Spiels vor.
Die Schlechteste
Svenja Fölmli. Die Stürmerin kommt überhaupt nicht ins Spiel und wird zur Pause ausgewechselt.
Das gab zu reden
Nach dem Spiel wird der neue Trainer Rafel Navarro das Camp vorübergehend verlassen. Aus traurigem Grund: Der Gesundheitszustand seines Vaters. Athletikcoach Norbert Callau leitet in Navarros Abwesenheit die Trainings, auf das zweite Testspiel am Dienstag soll der Cheftraner dann wieder zurück sein.
Das gab zu reden II
Die Nati muss an diesem Freitagabend ohne Captain Lia Wälti auskommen. Die Mittelfeldspielerin von Juventus verpasst die Partie gegen Belgien aufgrund von muskulären Problemen.
Die Schiris
Silvia Giselle aus Uruguay leitet die Partie. Sie macht auch ohne VAR und Torlinientechnik einen guten Job und hat das Spiel im Griff.
Die Fans
Es werden Erinnerungen ans Corona-Jahr 2020 wach. Geisterspiel-Stimmung in Jerez. Im weiten Rund des gut 20’000 Fans fassenden Estadio Municipal de Chapín herrscht gähnende Leere. 85 Leute sollen insgesamt im Stadion sein.
So gehts weiter
Ein Länderspiel steht im Kalenderjahr 2025 noch an. Am Dienstag trifft die Schweiz um 12 Uhr ebenfalls in Jerez auf Wales.