Sundhage singt und die Spielerinnen tanzen
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Nati-Party auf dem Bundesplatz:Sundhage singt und die Spielerinnen tanzen

Das Zeugnis der Nati-Trainerin
Pia Sundhage hat geliefert

Eineinhalb Jahre hat Pia Sundhage die Nati geführt. Zeit, um nach dem EM-Aus im Viertelfinal Bilanz zu ziehen. Das Fazit: Die Schwedin hat geliefert. Das Blick-Zeugnis der Nati-Trainerin.
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Pia Sundhage hat als Nati-Trainerin geliefert.
Foto: Sven Thomann
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Resultate: Note 4

Mit der historischen Qualifikation für den ersten Viertelfinal der Geschichte hat Sundhage das wichtigste Ziel erreicht. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass das Weiterkommen im dritten Gruppenspiel gegen Finnland an einem seidenen Faden hing. Und die restliche Bilanz liest sich weniger rosig. Auf den Aufstieg in der Nations League folgte umgehend wieder der Abstieg, was den Weg an die WM 2027 für die Nati noch schwieriger machen wird. Ein Sieg aus zehn Pflichtspielen in diesem Jahr ist eine magere Bilanz.

Aussendarstellung: Note 6

Die Nati hat die Herzen der Schweizer Bevölkerung erobert und die Menschen bewegt – mit ihr auch Pia Sundhage. Die Schwedin wurde am späten Freitagabend nach dem Abpfiff und am Tag danach auf dem Bundesplatz in Bern mit «Pia, Pia»-Sprechchören gefeiert, was auch bei der hochdekorierten und erfahrenen Fussball-Globetrotterin feuchte Augen verursachte. Es sei eine einmalige und sehr emotionale Reise gewesen, eine «Once-in-a-lifetime»-Erfahrung. Sie habe auf eine EM-Euphorie gehofft, sagte Sundhage. «Aber dass es so werden wird, davon habe ich nicht zu träumen gewagt.»

Sundhage: «Die Spielerinnen haben geweint und getanzt»
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Gemischte Gefühle nach EM-Aus:Sundhage: «Die Spielerinnen haben geweint und getanzt»

Kaderauswahl: Note 5

Ihre Nations-League-Aufgebote im Frühjahr beinhalteten immer wieder Überraschungen. Und in der EM-Vorbereitung lud Sundhage zu einem Casting mit insgesamt 36 Spielerinnen ein, was auf Kritik stiess. Für das Turnier selber setzte Sundhage aufgrund ihrer Erfahrungen aus der WM 2015 mit Schweden, als sie viele angeschlagene Spielerinnen mitnahm, dieses Mal nur auf solche, die topfit sind. Einzige Ausnahme: Lia Wälti. Leidtragende dieser Strategie waren unter anderen Naomi Luyet (19), aber auch Abwehrchefin Luana Bühler (29), die kurz vor dem EM-Start das Nati-Camp aufgrund ihrer Knieprobleme verlassen musste. Nach den Auftritten von Wälti lässt sich festhalten: Es war der richtige Entscheid.

Taktik: Note 4

Bereits im letzten Herbst legte sich Sundhage auf ein 3-5-2-System fest, an dem sie stur festhielt – auch wenn die Resultate nicht stimmten. Auch aus Nati-nahen Kreisen war im Vorfeld des Turniers zu hören, dass der genaue Plan der Trainerin nicht immer klar ersichtlich sei. Mit Iman Beney (18) im rechten Couloir und Sydney Schertenleib (18) als Sturmspitze setzte sie Spielerinnen auf Positionen ein, wo deren grosse Stärken nicht am besten zum Tragen kamen. Im Lauf des Turniers zeigte sich Sundhage aber flexibel, änderte das System jeweils in der Schlussphase auf ein 4-3-3 und setzte gegen Spanien von Beginn an auf ein 4-2-3-1. Der Masterplan ging mehr als eine Stunde mit dem Glück der Tüchtigen auf, bis Weltfussballerin Aitana Bonmati (27) mit einem Geniestreich den Traum vom zweiten Wunder von Bern platzen liess.

Wechsel: Note 5

Sundhage bewies an diesem Turnier ein glückliches Händchen. Gegen Island wechselte sie das Duo Alayah Pilgrim (22) und Leila Wandeler (19) ein, das für das 2:0 in der 90. Minute besorgt war. Es war das Tor, das letztlich die Tür zur Viertelfinal-Qualifikation öffnete. Gegen Finnland warf Sundhage kurz vor Schluss neben Alisha Lehmann (26) auch Riola Xhemaili (22) rein. Und die Solothurnerin versetzte mit ihrem Ausgleich in der 92. Minute das Stade de Genève und ein ganzes Land in Ekstase. Es war der emotionalste Moment an diesem Turnier.

Kommunikation: 5

Aus dem Innenleben der Nati waren unterschiedliche Stimmen zu hören. Die einen schwärmten von der Kommunikation des Trainerstaffs und der Rückmeldungen zu Leistungen in ihren Klubs, andere empfanden diese als nicht ausreichend. Gegenüber der Öffentlichkeit war Sundhages Kommunikation aber mit wenigen Ausnahmen stringent, auch wenn sie sich am Tag vor den Spielen kaum einmal in die Karten blicken liess. Sundhage nutzte ihre Funktion als Nati-Trainerin auch als Plattform, um in Interviews und Auftritten an Podiumsdiskussionen ihre Botschaft nach aussen zu tragen und die Sache des Frauenfussballs zu promoten.

Gesamtnote: 5

Mit dem EM-Viertelfinal hat Sundhage das wichtigste Ziel erreicht und die Pflicht erfüllt – mehr aber nicht. Doch es gibt nicht nur die sportliche Seite an dieser EM, sondern auch die emotionale. Die Nati hat mit ihrem Herz, ihrer Leidenschaft und ihren sympathischen und nahbaren Auftritten eindrücklich gezeigt, dass Fussball weit mehr ist als nur Tore und Resultate. Sie hat Emotionen geweckt und die Schweiz aus ihrem Dornröschenschlaf geholt. Das ist das Werk von Pia Sundhage.

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WM-Qualifikation Frauen 2027 – Gruppe A1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Dänemark
Dänemark
4
3
8
2
Schweden
Schweden
4
1
7
3
Italien
Italien
4
5
5
4
Serbien
Serbien
4
-9
1
Qualifiziert
Gruppe A2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
4
2
8
2
Frankreich
Frankreich
4
3
7
3
Irland
Irland
4
0
6
4
Polen
Polen
4
-5
1
Qualifiziert
Gruppe A3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
4
9
12
2
Spanien
Spanien
4
9
9
3
Island
Island
4
-5
3
4
Ukraine
Ukraine
4
-13
0
Qualifiziert
Gruppe A4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
4
13
10
2
Norwegen
Norwegen
4
3
9
3
Slowenien
Slowenien
4
-10
3
4
Österreich
Österreich
4
-6
1
Qualifiziert
Gruppe B1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
4
12
10
2
Wales
Wales
4
10
10
3
Albanien
Albanien
4
-8
3
4
Montenegro
Montenegro
4
-14
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
4
7
10
2
Türkei
Türkei
4
2
7
3
Nordirland
Nordirland
4
3
6
4
Malta
Malta
4
-12
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Portugal
Portugal
4
10
12
2
Finnland
Finnland
4
3
9
3
Slowakei
Slowakei
4
-6
3
4
Lettland
Lettland
4
-7
0
Qualifikationsspiele
Gruppe B4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schottland
Schottland
4
12
8
2
Belgien
Belgien
4
8
8
3
Israel
Israel
4
0
6
4
Luxemburg
Luxemburg
4
-20
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C1
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
4
18
9
2
Litauen
Litauen
4
6
7
3
Estland
Estland
4
0
7
4
Liechtenstein
Liechtenstein
4
-24
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C2
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kosovo
Kosovo
4
10
12
2
Kroatien
Kroatien
4
10
9
3
Bulgarien
Bulgarien
4
1
3
4
Gibraltar
Gibraltar
4
-21
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C3
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Ungarn
Ungarn
4
13
10
2
Aserbaidschan
Aserbaidschan
4
5
9
3
Nordmazedonien
Nordmazedonien
4
-11
3
4
Andorra
Andorra
4
-7
1
Qualifikationsspiele
Gruppe C4
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Griechenland
Griechenland
3
6
9
2
Färöer
Färöer
3
-2
3
3
Georgien
Georgien
2
-4
0
Qualifikationsspiele
Gruppe C5
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Rumänien
Rumänien
3
8
9
2
Moldawien
Moldawien
2
-1
1
3
Zypern
Zypern
3
-7
1
Qualifikationsspiele
Gruppe C6
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Weißrussland
Weißrussland
3
3
6
1
Kasachstan
Kasachstan
3
3
6
3
Armenien
Armenien
2
-6
0
Qualifikationsspiele
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