Gastkommentar über den schweren Stand für Spielerinnen
Profifussball in der Schweiz gibt es nicht

Profifussballerinnen können hierzulande nicht von ihrem Gehalt leben. Dieser Traum lässt sich nur im Ausland erfüllen. Der Schweizer Frauenfussball braucht deshalb dringend mehr Beachtung.
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Céline Bradke (22) ist Teilnehmerin des Mediacamps. Sie stammt aus dem Kanton St. Gallen und studiert Internationale Beziehungen an der Universität St. Gallen und der Sciences Po in Paris.
Foto: Nathalie Taiana
Céline Bradke, Mediacamperin

Wer professionell Fussball spielt, muss davon leben können. Die Credit Suisse zahlt der Frauen-Nati seit ein paar Wochen dieselben Erfolgsprämien wie dem Männerteam. Das ist erfreulich. Aber dem Frauenfussball in der Schweiz hilft das wenig. Die Kickerinnen der Women’s Super League können nicht von ihrem Gehalt leben. Echte Profis gibt es nicht.
Stars gehen ins Ausland. Der englische Spitzenklub Arsenal zahlt Nati-Captain Lia Wälti immerhin einen KV-Lohn. So viel verdienen in der Schweiz auch Fussballer der Challenge League.

Fussballerinnen in der Schweiz scheitern oft daran, Spitzensport und Job miteinander zu vereinbaren. Die sportlichen Anforderungen nehmen zu, die Qualität muss besser werden. Sie müssen häufiger trainieren, ihr zeitlicher Aufwand steigt stetig, die Kosten für die medizinischen Checks aber zahlen sie selber. Das Einkommen deckt oft nicht einmal die Spesen.

Deshalb geben talentierte Spielerinnen ihre Karriere viel zu früh auf. Sie müssen sich in der Schweiz entscheiden: Beruf oder Fussball.

Damit sich das ändert, braucht es mehr Aufmerksamkeit und mutige Sponsoren. Dass sich die Nati heute wacker gegen Schweden schlägt, hilft. Aber es reicht nicht. Erst wenn mehr Geld in die Vereinskassen fliesst, werden die Profiträume in der Schweiz wahr.

Céline Bradke (22) ist Teilnehmerin des Mediacamps, bei dem diese Woche 13 Jugendliche hinter die Kulissen des Blick-Newsrooms schauen. Sie stammt aus dem Kanton St. Gallen und studiert Internationale Beziehungen an der Universität St. Gallen und der Sciences Po in Paris.

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