Darum gehts
- Mario Frick unzufrieden nach FCL-Niederlage. Trainer fordert sofortige Aufarbeitung
- Kasami trifft nach Reservebank-Zeit, lobt Teamsolidarität
- Frick seit fast 4 Jahren und 163 Super-League-Spielen FCL-Trainer
Mario Frick hängt sich aus Eigenschutz einen Maulkorb um: «Wenn ich jetzt sage, was ich wirklich denke, würde ich für Schlagzeilen sorgen.» Zuletzt hat der FCL sich damit befassen müssen, 2:0-Vorteile grobfahrlässig verspielt zu haben. Nun erschüttert eine 1:3-Heimniederlage den Coach. Die Art und Weise, wie sich seine Equipe gegen den Tabellenletzten in eine aussichtslose Lage manövriert hat, treibt Frick die Zornesröte auf die Stirn: In billiger Manier hätten sie das Spiel verschenkt. «Wenn ich nun irgendetwas Positives sagen würde, wäre das alles Schönrederei.»
Eine Nacht will der verärgerte Trainer seinem schwer enttäuschenden Ensemble zur Besinnung einräumen, dann beginne die «sofortige Aufarbeitung», dann müsse er das Team vor dem Cup-Duell mit dem Erstligisten Zug 94 «wieder aufrichten». Nach ein paar Minuten im Gespräch mit den Journalisten gewährt Frick doch noch etwas Einblick in die aktuelle Problematik: «Zu viel Querschieberei, zu langsam. Die Gier fehlt, das Vertrauen. Das müssen wir schnellstmöglich wieder herrichten.»
Seit bald vier Jahren und 163 Super-League-Spielen steht Frick in der Verantwortung. Die Verlängerung seines Engagements beim FCL ist nur noch eine Frage der Zeit. Und ausgerechnet unmittelbar vor dem gegenseitigen Treueschwur driften sie auf dem Rasen in eine Krise ab. «Schwierig ist das richtige Wort», sagt Frick zur Bilanz der letzten Monate mit nur zwei Siegen in elf Runden. «Vielleicht haben wir uns besser gesehen, vielleicht träumen wir zu gross. Jetzt müssen wir auf dem Boden der Realität ankommen.»
Captain Stefan Knezevic schätzt die Lage ähnlich ein wie Frick, er spricht von einem «schwarzen Abend». Die empfindlichen Pfiffe des Publikums und die harsche Reaktion der Kurve versteht er: «Sie haben zu Recht so reagiert. Wir haben vollstes Verständnis dafür, wenn sie gefrustet sind.» Das blamable Ergebnis werde auch im Kreis der Mannschaft noch zu reden geben, so der Verteidiger.
Kasami: «Ein Statement und die Basis für mehr!»
Luzern im Jammertal, Winterthur und vor allem einer im Hoch: Pajtim Kasami. Zuletzt gehörte er dreimal in Folge nicht zur Startelf. «Ich war richtig sauer», gibt der 33-Jährige im Gespräch mit Blick zu. Zur Rede hat er Patrick Rahmen gleichwohl nicht gestellt: «Er kennt mich und wusste, wie ich mich fühle.» Dann kommt im Spiel 1 seit dem 0:5-Debakel in Bern (ohne Reservist Kasami) in der Swissporarena der Moment, auf den der Ex-U17-Weltmeister gewartet hat: das wunderbare Freistoss-Tor zum 1:0. «Qualität stirbt nie», scherzt der Spielmacher.
«Sehr viel Erfahrung, sehr viel Klasse, sehr professionell.» Rahmen lobt Kasami, von einer Denkpause in Bern will er nichts wissen: «Ich stehe hinter ihm, aber Pajtim hat wenig gespielt in den letzten zwei Jahren. Er weiss, dass er wichtig ist – aber nicht in jeder Spielphase.» Man müsse intern nur klar kommunizieren, so Rahmen. Das Verhältnis ist intakt. Wohl auch deshalb sprintete Kasami nach seinem ersten Super-League-Treffer seit Mai 2022 auf direktem Weg zum Chef an der Linie. «Wir sind alle solidarisch. Das ist eine ganz wichtige Message!»
