Vergangenen Montag machte eine erste Meldung die Runde, dass es in einer Garderobe des FC Schaffhausen einen schwer verletzten Jugendlichen gegeben haben soll.
Schnell ist von einem Unfall die Rede. Auf Blick-Anfrage sagt FCS-Mediensprecher Stefan Bernhard: «Der FC Schaffhausen hat Kenntnis eines unglücklichen Zwischenfalls im Rahmen des Junioren-Trainingsbetriebs vom vergangenen Freitag.»
Bis alle Fakten und Hintergründe vollständig in Erfahrung gebracht worden seien, sehe der Klub aus Verantwortung und Respekt gegenüber den betroffenen Junioren und deren Familien davon ab, weitere Kommentare zum Vorfall abzugeben, heisst es weiter. Und: «Stattdessen richten sich jetzt und in der Zwischenzeit die Gedanken des FCS voll und ganz den Betroffenen des unglücklichen und bedauerlichen Geschehnisses.»
Würgespiel in der Garderobe
Am Freitag nun berichten die «Schaffhauser Nachrichten» von einem Würgespiel, das in der Garderobe stattgefunden haben soll. Hintergrund sei ein Trend auf Social Media, der sogenannten «Choking Challenge», also eines Würge-Spiels. Dabei nimmt eine Person die andere in den Schwitzkasten und würgt sie.
In der Garderobe wird aus dem vermeintlich lustigen Spiel ganz schnell bitterer Ernst. Der Jugendspieler des FCS soll ohnmächtig geworden und mit dem Kopf auf den Boden gekracht sein. Er soll einen Schädelbruch inklusive Hirnblutungen erlitten haben.
Inzwischen beschäftigt sich auch die Polizei mit dem Fall. Auf Anfrage der Regionalzeitung schreibt die Schaffhauser Polizei: «Wir können bestätigen, dass es am Freitag zu einem Vorfall in den Räumlichkeiten des FC Schaffhausen gekommen ist. Bei diesem Vorfall soll ein Jugendlicher gemäss seinen Angaben von einem anderen Jugendlichen gewürgt worden sein und musste anschliessend in ein Spital gebracht werden.»
Auch in Bern mehrere Fälle
Neu ist die gefährliche Mutprobe bei Jugendlichen nicht. Erst Anfang Mai warnte auch die Berner Polizei vor der «Choking Challenge», zu der vor allem über Social Media angestiftet wird. In Bern kam es in diesem Zusammenhang jüngst zu zwei Fällen, die nun Ermittlungen nach sich ziehen. Einmal wurde ein Opfer leicht verletzt, in einem zweiten Vorfall erlitt ein Jugendlicher schwere Verletzungen, wie die Polizei mitteilt.
Die gute Nachricht aus Schaffhausen: Der verletzte Jugendspieler konnte die Uniklinik Freiburg inzwischen wieder verlassen.
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