Dass sich Liam Chipperfield (22) bekreuzigt, wenn er aufs Feld tritt oder trifft, hat man schon des Öfteren gesehen. In Cham nun geht der Schweizer U21-Nationalspieler australischer Herkunft in Sachen Jubelgeste einen Schritt weiter: Mit nach oben gestreckten Armen und mit einem Blick in Richtung Himmel (der die Schleusen das ganze Spiel über geöffnet hielt). «Diesen Jubel habe ich noch nie gezeigt», sagt der Sohn von FCB-Legende Scott Chipperfield (50).
Irgendwo müsse man anfangen, zum Beispiel im Cup
Wieso also in Cham? «Ich bin Gott einfach dankbar für alles, was er für mich tut», sagt der Basler. «Das Tor kam eindeutig von ihm. Nach jedem Tor danke ich Gott. Denn Gott ist das Zentrum meines Lebens.» Allerdings: Dieses 1:0 im Chamer Regen war sein erstes Saisontor für seinen Klub. «In der U21-Nationalmannschaft habe ich schon getroffen. Aber es ist auch wichtig, dies auch im Klub zu machen, auch wenn es – in Anführungszeichen – nur der Cup war. Aber irgendwo muss man ja anfangen …»
Auf den Flügeln sind derzeit Chouaref, Surdez, Lukembila in der Hierarchie von Trainer Didier Tholot weiter oben als Chipperfield. Im Zentrum Rrudhani. «Ich kann nur arbeiten und gute Leistungen in Training und Match zeigen. Wie der Trainer dann aufstellt, ist seine Entscheidung, nicht meine. Aber ich glaube doch, dass ich in der Nationalmannschaft gezeigt habe, dass ich bereit und fit bin zu spielen.» Ohnehin sei er eine Person, die nicht gerne redet, sondern lieber seine Leistungen sprechen lasse. «Und das ist mir in Cham gelungen, denke ich.»
In Genf verloren im System
Weshalb Chipperfield trotz Verletzungsabsenz von Donat Rrudhani nicht starten durfte, Théo Berdayes hingegen schon, zeigt Tholot auf: «Liam hat kein enormes Spiel in Genf gegen Servette gezeigt. Er hat sich dort in unserem System verloren. Jetzt war er entscheidend. Und ich bin froh für ihn. Denn er hat vor dem Spiel in Genf lange Zeit keine Chance von Beginn weg gekriegt und auch lange nicht getroffen.» Konkret: Er stand zweimal in der Startelf. Das erste Mal beim 2:4 zum Saisonstart in Bern gegen YB. Da musste er in der Pause raus. Und dann wie erwähnt in Genf. Wo er nach einer Stunde vom Feld genommen wurde. Als Joker kam er fünf Mal rein, drei Mal nicht. Es gelangen ihm weder ein Assist noch ein Tor.
Gerüchte über ein Angebot aus der Türkei
Keine erfreuliche Bilanz, die in Gerüchten über einen Abgang in die Türkei zu Erzurumspor mündeten. Es hätten gar Gespräche stattgefunden, so Christian Constantin. Aber die Offerte war derart ungenügend, dass die Kontakte von kurzer Dauer gewesen seien.
Aber wer weiss? Sollte Chipperfield nicht zu mehr Spielzeit kommen, könnten aus Gerüchten schnell mal Offerten mit einer seriösen Verhandlungsbasis werden. Wie das so üblich ist in diesem schnelllebigen Business.