Blamage in Yverdon
FCZ verliert Cup-Krimi nach 26 Penaltys

Auweia! Drei Tage nach den Ausschreitungen im Letzi setzt es für den FCZ den nächsten Tiefschlag ab! Cup-Blamage gegen Uli Fortes Yverdon.
Kommentieren
Bildschirmfoto 2021-10-27 um 08.06.35.png
2:04
Alle 26. Elfer im Video:So dramatisch gewinnt Yverdon gegen Zürich im Cup

Es kommt knüppeldick für den FC Zürich! Nach den Krawallen im Anschluss ans Derby gegen GC (3:3), erlebt der FCZ auch im Cup gegen Challenge-League-Aufsteiger Yverdon einen heftigen Schocker! Achtelfinal-Out im hochspannenden, ewigen Penaltyschiessen!

Nach 26 Elfern setzt sich der Aussenseiter mit 11:10 durch, nachdem es nach Verlängerung noch 2:2 gestanden hatte.

Yverdon tut dem FCZ an diesem Abend so richtig weh! Vor allem Leo Beleck. Er ist der Mann, der den grossen Favoriten immer wieder vorführt. Die erste kalte Dusche von ihm gibts in der 43. Minute. Nach tollen Vladi-Zuspiel schliesst er völlig cool ab – und jubelt danach mindestens so lässig. Mit einem spektakulären Salto!

Breitenreiter stellt um

Der FCZ? Geht völlig perplex in die Pause. Die von André Breitenreiter umgestellte Truppe hat sich im schmucken, umgebauten Stadiönchen nahe des Neuenburgersees schon von Beginn an enorm schwer getan. Der FCZ-Coach wirft im Vergleich mit dem Skandal-Derby mit Zivko Kostadinovic, Marc Hornschuh, Akaki Gogia, Ante Coric und dem zuletzt gesperrten Assan Ceesay fünf frische Kräfte rein. Ex-Nati-Star Blerim Dzemaili kriegt im Cup-Duell gegen den früheren FCZ-Trainer Uli Forte, der seit August Trainer in Yverdon ist, eine Verschnaufpause. Er steht nicht einmal im Aufgebot der Stadtzürcher.

Verantwortung übernehmen müssen also andere. Doch so richtig Einfluss aufs FCZ-Spiel nimmt lange Zeit keiner.
Auf der anderen Seite zeigen die Waadtländer, dass sie sich nach dem katastrophalen Saisonstart, der zum Trainerwechsel von Jean-Michel Aeby hin zu Forte führte, deutlich verbessert haben. In der Liga haben sie längst dem SC Kriens die Rote Laterne aufgedrückt. Jetzt folgt ein kecker Cup-Auftritt!

1/16
Grosser Jubel bei Yverdon-Sport! Der Challenge-Ligist schafft die Sensation und wirft den FC Zürich aus dem Cup.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus

Traumtor von Gnonto

Der FCZ wankt zünftig. Bis Joker Wilfried Gnonto in der 71. Minute den Hammer auspackt! Nach einem schönen Pollero-Ableger haut er den Ball mittels Direktabnahme herrlich in die Maschen. 1:1!

Doch die Zürcher spielen weiter alles andere als souverän. In der Verlängerung trifft Beleck ein zweites Mal zur sensationellen Führung (94.), ehe Marc Hornschuh (104.) doch noch ausgleichen kann. Im Penaltyschiessen krallt sich aber Fortes Underdog, der zuvor in der 118. Minute eine Gelb-Rote Karte gegen Breston Malula (118.) hinnehmen musste, tatsächlich das Viertelfinal-Ticket!

Antonio Marchesano, Rodrigo Pollero und Bledian Krasniqi scheitern allesamt in einem teilweise hitzigen Elfer-Krimi. Auf der anderen Seite ballert Marculino Francisco Ninte das Heimteam ins Glück mit seinem 11:10. Welch Blamage für den FCZ!

SmyiejqDXsF8c6_poster.jpg
0:24
Am Ende trotzdem out:So knallt Gnonto den FCZ zum Ausgleich

Die Stimmen

Ex-FCZ-Trainer Uli Forte, der seit August in Yverdon angestellt ist, lächelt nach der Partie zufrieden in die Kamera – und sagt gegenüber SRF: «Ich hatte eine schöne Zeit beim FCZ, habe vor dem Spiel noch ein paar alte Mitarbeiter begrüsst. Dass wir heute weitergekommen sind, liegt daran, dass die Mannschaft unseren Plan einfach hervorragend umgesetzt hat.» Er hätte es «lieber in 90 Minuten» geschafft, meint Forte noch: «Das Penaltyschiessen ist immer wie Roulette. Ich bin froh, dass wir es auf unsere Seiten kippen konnten!»

Sein Pendant, FCZ-Coach André Breitenreiter, spricht nach dem schmerzlichen Out Klartext: «Wir haben es von der ersten Minute an verpasst, einem starken Gegner Paroli zu bieten. Yverdon war uns in Sachen Einstellung und Mentalität überlegen. Auch wenn bei einem Penaltyschiessen immer Glück dabei ist, hat sich Yverdon den Sieg absolut verdient.»

Lausanne-Sport zittert auch, Biel überrascht

Lausanne-Sport zittert sich im Duell gegen den FC Aarau in den Viertelfinal. Amdouni erzielt den einzigen Treffer des Spielt. Die Aargauer haben besonders in der Schlussphase zahlreiche Möglichkeiten zum Ausgleich, belohnen sich aber für ihren Aufwand nicht. Stade-Lausanne-Ouchy muss indes in Biel die Segel streichen. Dank eines Penalty-Treffers durch Beyer wirft der Erstligist den Challenge-League-Klub aus dem Cup. (mpe/smi)

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen