«Halbfinal wäre bereits ein Traum»
Setzt «Märchenmarcher» Fischer das europäische Märchen fort?

Urs Fischer hat Mainz als Tabellenletzter übernommen und führt den Karnevals-Klub durch Europa. Dafür wird der Zürcher gefeiert. In Mainz von seinem Boss Christian Heidel aber auch von Experten wie Mirko Slomka.
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Urs Fischer steht mit Mainz vor dem Einzug ins Conference-League-Halbfinal.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Urs Fischer führt Mainz nach fünf Monaten vom Tabellenende ins Glück
  • Mainz steht kurz vor dem Conference-League-Halbfinal, 2:0 gegen Strassburg
  • Gästeblock in Strassburg ausverkauft, Fans buchen Hotel für Final in Leipzig
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Urs Fischer ist ein «Märchenmacher». So nennt ihn der erfahrene Bundesliga-Trainer Mirko Slomka (58) im Blick-Interview – und so wird der Zürcher mittlerweile in ganz Deutschland bezeichnet. Der Grund: Fischers beeindruckende Bilanz bei Mainz nach nur fünf Monaten.

Im Dezember übernahm er den Klub als abgeschlagenen Tabellenletzten. Was danach folgte, gleicht tatsächlich einem Märchen. Mainz hat sich längst von den Abstiegsplätzen verabschiedet – und steht gleichzeitig international vor dem grössten Erfolg der Vereinsgeschichte. Das Halbfinale der Conference League ist zum Greifen nah. Mit einem 2:0-Vorsprung reist das Team zum Viertelfinal-Rückspiel nach Strassburg.

Mainz-Boss schwärmt von Fischer

«Das Halbfinal wäre bereits ein absoluter Traum», betont Slomka im Gespräch mit Blick. Die Euphorie in Mainz kennt derzeit keine Grenzen: Der Gästeblock in Strassburg war innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Und einige Fans haben sich sogar schon ein Hotelzimmer für den Conference-League-Final am 27. Mai in Leipzig gesichert. Zunächst aber reist der Mainzer Anhang im Shuttle nach Karlsruhe – anschliessend geht es per Schiff weiter nach Strassburg.

Die Europareise der Mainzer ist vor allem Fischer zu verdanken. Dabei hatte selbst Christian Heidel (61) zunächst Zweifel, ob er ihn überhaupt überzeugen könne, wie er der «Bild» verrät: «Vor dem ersten Anruf dachte ich, dass er sich das in unserer schwierigen Situation vielleicht gar nicht antun will.»

Inzwischen ist Heidel voll des Lobes über Fischer, den er als Mischung aus Fachwissen, Ruhe und Fleiss beschreibt. «Vergangene Woche nach dem 2:0 gegen Strassburg ist er ins Büro und hat noch drei Stunden das Spiel analysiert», erzählt der Mainz-Boss.

Fischers «verschmitzte Gelassenheit»

Heidel ist optimistisch, dass Fischer die Spieler fürs Rückspiel so einstellt, dass sie trotz der Euphorie nicht aus dem Konzept fallen. Das glaubt auch Slomka, der den Mainzern den grossen Coup zutraut – was auch einer Krönung von Fischers Karriere gleich käme. «Ich würde es ihm von Herzen gönnen. Er ist ein extrem sympathischer Typ. Schon bei Union hat er mit seiner Art enorm viel Sympathie gewonnen», schwärmt der frühere Bundesliga-Trainer.

Slomka hält grosse Stücke auf Fischer und attestiert ihm eine «verschmitzte Gelassenheit». Man habe stets den Eindruck, dass er genau weiss, was er tut. «Gleichzeitig schafft er es, das nach aussen sehr charmant zu vermitteln, ohne sich je wirklich in die Karten blicken zu lassen», erklärt der heutige Sky-Experte.

Wird die Erfolgsgeschichte vollendet?

Fischers Stärke liege nicht darin, etwas völlig Neues zu erfinden oder zu zaubern. «Er setzt konsequent auf das, was die Mannschaft ausmacht: die richtigen Spieler auf den passenden Positionen, eine klare Ordnung, stabiles Verteidigen – und nach vorne diese kreative, manchmal auch leicht verrückte Note, die Mainz traditionell auszeichnet.»

So ist Mainz auf bestem Weg, eine zunächst miserable Saison in eine aussergewöhnliche Erfolgsgeschichte zu verwandeln. In der Liga sieht alles danach aus, dass man sich zum dritten Mal seit 2021 als vermeintlicher Absteiger noch rettet. Und auf europäischer Bühne erlebt man magische Nächte. Für alle ist klar, wem das in erster Linie zu verdanken ist: dem «Märchenmacher» Urs Fischer.

Conference League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
RC Strasbourg Alsace
RC Strasbourg Alsace
6
6
16
2
RKS Rakow Czestochowa
RKS Rakow Czestochowa
6
7
14
3
AEK Athen
AEK Athen
6
7
13
4
Sparta Prag
Sparta Prag
6
7
13
5
Rayo Vallecano
Rayo Vallecano
6
6
13
6
FC Shakhtar Donetsk
FC Shakhtar Donetsk
6
5
13
7
FSV Mainz
FSV Mainz
6
4
13
8
AEK Larnaca
AEK Larnaca
6
6
12
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
6
3
11
10
Crystal Palace
Crystal Palace
6
5
10
11
KKS Lech Posen
KKS Lech Posen
6
4
10
12
Samsunspor
Samsunspor
6
4
10
13
NK Celje
NK Celje
6
1
10
14
AZ Alkmaar
AZ Alkmaar
6
0
10
15
AC Florenz
AC Florenz
6
3
9
16
HNK Rijeka
HNK Rijeka
6
3
9
17
Jagiellonia Bialystok
Jagiellonia Bialystok
6
1
9
18
AC Omonia Nicosia
AC Omonia Nicosia
6
1
8
19
FC Noah
FC Noah
6
-1
8
20
KF Drita
KF Drita
6
-4
8
21
Kuopion Palloseura
Kuopion Palloseura
6
1
7
22
FK Shkendija
FK Shkendija
6
-1
7
23
HSK Zrinjski Mostar
HSK Zrinjski Mostar
6
-2
7
24
SK Sigma Olomouc
SK Sigma Olomouc
6
-2
7
25
CS Universitatea Craiova 1948
CS Universitatea Craiova 1948
6
-2
7
26
Lincoln Red Imps FC
Lincoln Red Imps FC
6
-8
7
27
FC Dynamo Kyiv
FC Dynamo Kyiv
6
0
6
28
Legia Warschau
Legia Warschau
6
0
6
29
SK Slovan Bratislava
SK Slovan Bratislava
6
-4
6
30
Breidablik Kopavogur
Breidablik Kopavogur
6
-5
5
31
Shamrock Rovers
Shamrock Rovers
6
-6
4
32
BK Häcken
BK Häcken
6
-3
3
33
Hamrun Spartans FC
Hamrun Spartans FC
6
-7
3
34
Shelbourne FC
Shelbourne FC
6
-7
2
35
Aberdeen FC
Aberdeen FC
6
-11
2
36
SK Rapid Wien
SK Rapid Wien
6
-11
1
Playoffs
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