«Wir sind schwer enttäuscht»
Wil-Sportchef Lang schäumt wegen Xamax-Buebetrickli

Um Spieler für den Cup-Knüller gegen Yverdon zu schonen, lässt Xamax in der Liga eine Juniorentruppe laufen. Das sorgt in der Challenge League für grosse Wut. Wils Sportchef Michael Lang (34) spricht Klartext. Xamax-Boss Jean-François Collet wehrt sich.
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Wil-Sportchef Michael Lang ist sauer auf Xamax
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

  • Xamax verliert 0:5 gegen Bellinzona, setzt auf U19-Aufstellung
  • Durchschnittsalter der Startelf nur 18,3 Jahre, heftige Kritik folgt
  • SFL untersucht mögliche Wettbewerbsverzerrung, Xamax bestreitet Regelverstoss
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Stefan KreisReporter Fussball

Manchmal, da verraten die Rückennummern der Spieler das Resultat. 0:5 verliert Xamax am Freitag gegen Schlusslicht Bellinzona. Bei den Neuenburgern spielen im Mittelfeld die 45, die 34, die 39 und die 43. Im Tor steht die 94. Stürmer Francesco Lentini trägt die 31, es ist die niedrigste Zahl.

18,3 (!) Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Startelf. Um Spieler für den dienstäglichen Cup-Kracher gegen Yverdon zu schonen, greift Xamax zum Buebetrickli. Und sorgt damit für geballte Wut bei der Konkurrenz. 

Michael Lang, der Sportchef des Wil, sagt stellvertretend für alle noch im Abstiegskampf involvierten Vereine wie Carouge, Nyon und Rappi: «Die Entscheidung von Xamax ist ein grosser Angriff auf die Integrität des Wettbewerbs und lässt jeglichen Fairplay vermissen. Wie viele andere Vereine sind auch wir schwer enttäuscht von diesem Vorgehen.»

Xamax habe 27 Kaderspieler und sollte in der Lage sein, am Freitag und am Dienstag zu spielen, so Lang. «Hätte Neuchâtel in der Startaufstellung aufgrund des Cupspiel lediglich rotiert, dann wäre das noch nachvollziehbar gewesen.» 

Ebenfalls sauer auf stösst der Fakt, dass Xamax dank dem Buebetrickli in der Nachwuchstrophy Boden gut macht und am Ende der Saison einen niedrigen sechsstelligen Betrag abkassieren könnte.

Xamax-Boss wehrt sich

Davon, dass man aus finanziellen Gründen auf eine U19-Truppe gesetzt habe, will Xamax-Boss Jean-François Collet aber nichts wissen: «Die Entscheidung, unsere jungen Talente nach Bellinzona zu schicken, ist ausschliesslich sportlich motiviert. Wir wollten unseren Stammspielern eine lange Reise ins Tessin vor unserem Cup-Spiel ersparen.» 

Vom Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung will Collet ebenfalls nichts wissen: «Wir haben gegen keine Regel verstossen. Im Gegenteil, wir haben uns an die Vorgaben der SFL gehalten, die uns dazu anhält, im Rahmen der Nachwuchsförderung möglichst viele Schweizer U21-Spieler einzusetzen.» 

Dumm nur, dass die SFL am späten Montagnachmittag eine Medienmitteilung herauslässt und davon schreibt, dass das Vorgehen von Xamax eine Gefährdung der Integrität des Wettbewerbs darstelle. Und man Massnahmen, sprich eine Anpassung des Reglements prüfe. 

Challenge League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Vaduz
FC Vaduz
20
24
48
2
FC Aarau
FC Aarau
20
15
48
3
Yverdon Sport FC
Yverdon Sport FC
20
11
36
4
FC Stade-Lausanne-Ouchy
FC Stade-Lausanne-Ouchy
20
11
32
5
Neuchatel Xamax FCS
Neuchatel Xamax FCS
20
-5
25
6
FC Rapperswil-Jona
FC Rapperswil-Jona
20
-8
22
7
FC Stade Nyonnais
FC Stade Nyonnais
20
-6
20
8
FC Wil
FC Wil
20
-14
20
9
FC Etoile Carouge
FC Etoile Carouge
20
-10
17
10
AC Bellinzona
AC Bellinzona
20
-18
13
Aufstieg
Aufstiegsspiel
Abstieg
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