Darum gehts
- Formel-1-Weltmeister Norris kritisiert neue Regeln: «Das ist nicht Racing!»
- Mercedes dominiert mit Antonelli: Drei Siege und jüngster WM-Leader aller Zeiten
- Seit WM-Start 1950 holten nur zwei Italiener den Titel für ihr Land
Die Formel 1 in der Zwangspause. Die Fahrer haben also genug Zeit, sich über die neuen Regeln zu äussern, aber die positiven Stimmen werden immer seltener.
Nach dem Beinahe-Crash in Japan zwischen Bearman und Colapinto sagt Weltmeister Norris: «Wir stehen kurz vor einem Horror-Crash! Das ist doch nicht mehr Racing. Als ich mit Hamilton kämpfen wollte, war ich plötzlich vor ihm. Dann wurde ich auch schon wieder überholt. Wir sind jetzt auf die Gnade der Antriebseinheit angewiesen. Kurz: Der Fahrer kann praktisch nichts mehr selbst kontrollieren!»
Da schlägt der Brite plötzlich in die gleiche Kritik-Kerbe wie Verstappen. Als der Holländer schon vor Monaten die neuen Regeln verdammte, sagte Norris noch: «Dann soll Max halt zurücktreten!»
Richtet es Antonelli für Italien?
Bei Mercedes klagt (noch) keiner. Drei WM-Rennen, drei Siege (und den Sprinterfolg in China). Mercedes scheint momentan unschlagbar. Kimi Antonelli grüsst als jüngster Formel-1-Leader aller Zeiten.
Da Italien nur zwei wahre Religionen hat (Fussball und Ferrari), muss es ein Mann aus Bologna mit dem Auto-WM-Titel richten. Allerdings auf einem deutsch-englischen Boliden. Nur zwei Italiener hatten es seit WM-Beginn 1950 geschafft, die Krone ins Land der zu oft unerfüllten Träume zu holen: Farina (1950 auf Alfa) und Ascari (1952/53 auf Ferrari).
Und die Millionenfrage: Wer war der letzte Italo-Pilot, der auf Ferrari siegte? Es war Michael Alboreto 1985 in Zolder, Montreal und auf dem Nürburgring. Der Pilot aus Mailand starb 2001 mit 44 Jahren bei Le-Mans-Tests mit dem Audi auf dem Lausitzring.
Antonelli: «Habe das richtige Material»
Für Antonelli heisst es jetzt, vielleicht eine Tradition fortzuführen. Denn von den zehn jüngsten WM-Leadern schafften es immerhin drei, in ihrem Rekordjahr auch den WM-Titel zu holen: Alonso 2005 in Malaysia, Vettel 2010 in Abu Dhabi und Verstappen 2021 in Monaco.
Antonelli: «Es ist nach zwei Siegen sicher noch zu früh, an den Titel zu denken. Bei Mercedes habe ich sicher das richtige Material, doch die Konkurrenz schläft nicht!» Kimis erstes Ziel ist es, endlich sein Idol aus der Jugendzeit, Skistar Alberto Tomba (59) – ebenfalls aus Bologna –, zu treffen.
Den Spruch der Woche liefertTV-Analytiker Marc Surer (74, 81 Rennen): «Wir haben jetzt eine halbe Formel E. Die neue Technik macht einen Fahrer langsamer!