Nach umstrittenem Quali-Ende
Österreich-GP wird zur Hitzeschlacht mit Crash-Potenzial

Der GP Österreich wird am Sonntag das bisher heisseste Rennen des Jahres: Bis zu 36 Grad auf 700 Metern Höhe – das wird die Hölle für die 22 Fahrer. Diese leiden bei über 60 Grad im Cockpit.
Kommentieren
1/6
Der GP in Spielberg bringt extreme Temperaturen mit sich.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Fahrer verlieren in 71 Runden bis zu vier Kilo Gewicht
  • FIA lässt kontroverse Russell-Pole nach Verstappen-Unfall bei 52 Grad Asphalt bestehen
  • 90'000 Zuschauer erwarten beim achten WM-Lauf Action trotz angekündigter Gewitter
Roger Benoit aus Spielberg

Wer am Sonntag über die 71 Runden ohne echte Probleme kommen will, muss gut trainiert sein – und genügend Wasser an Bord haben. Wenn eine Trinkflasche ausfällt, wird es noch brutaler. Die Fahrer werden bis zu vier Kilo Gewicht verlieren.

Wer greift zur Kühlweste?

Die FIA empfiehlt eine offizielle Kühlweste. Viele Fahrer haben da ihre Eigenkonstruktionen, die offenbar bequemer sind und den gleichen Effekt haben. Nasse Unterwäsche ist fast Pflicht.

Egal, wer wie ins Cockpit steigt, die FIA wird das Gewicht kontrollieren. Normalerweise müssen alle Hilfen mindestens fünf Kilo auf die Waage bringen. Sonst muss man Zusatzballast ins Cockpit bringen.

FIA lässt Russell-Pole stehen

Die Pole-Jagd bei 34 Grad und 52 Grad auf dem Asphalt war am Ende sehr umstritten. In der letzten Runde segelte Verstappen in der vorletzten Kurve mit seinem Red Bull ins Kiesbett. Sofort leuchteten überall die gelben Warnlichter auf. Sogar doppelt, was ein klares Abbremsen verlangt.

Doch Mercedes-Pilot George Russell (28), knapp hinter dem Unfall-Holländer, blieb bis zur Ziellinie voll auf dem Gas. «Ich habe eigentlich nichts gesehen.» Und dank der Blindheit überholte er im Zeitcomputer noch die beiden vorne liegenden Ferrari von Leclerc und Hamilton. Nur bei Mercedes war klar: «George ist deutlich langsamer geworden.» Und die FIA liess den Fall für einmal links liegen.

Letztes Jahr krachte es nach 15 Sekunden

Noch schlimmer erwischte es WM-Leader Kimi Antonelli (19). Er hatte bis zum Top-Ten-Finale immer die Bestzeiten aufgestellt. Auch am Ende lag er auf Pole-Kurs. Doch der Verstappen-Ausfall zwang den Italiener viel weiter hinten zur Beachtung der gelben Flaggen – Platz 4.

In der dritten Reihe donnern am Sonntag Verstappen und Weltmeister sowie Vorjahressieger Norris (McLaren) los.

Da ist genug Crashgefahr in der ersten Runde vorhanden. Vor einem Jahr schoss Antonelli vom neunten Startplatz den aus der siebten Position startenden Verstappen nach 15 Sekunden raus.

Kommt ein Gewitter?

Dazwischen war Bortoleto im Sauber gestartet. Der Brasilianer kam auch als Achter ins Ziel. Heute fährt er von Position 12 los – genau eine Reihe vor Audi-Teamkollege Hülkenberg.

Prognosen? Die überlässt man am Sonntag für einmal lieber dem Wettergott (sogar schwere Gewitter sind angesagt) und der Kondition der Fahrer. Wer ist fit, wer behält die Nerven? Wer hat den besten Kühlschrank am Leib und im Cockpit?

Kurz: Vor Überraschungen muss beim achten WM-Lauf auf 700 Metern Meereshöhe und in der malerischen Bergwelt gewarnt werden. Den 90'000 Zuschauern dürfte dies im Glutofen gefallen. Sie wollen nur Action sehen, auch wenn die Sonne vom Himmel brennt. Wie an vielen Orten in Europa.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen