Wenn leider nur noch der totale Erfolg zählt
Mercedes-Chef Wolff hielt eine Grabesrede

Wer nach dem Bahrain-GP in Malaysia und dem kurzen Trip ins 350 Kilometer entfernte Singapur die Pressemitteilungen von Mercedes liest, fühlt sich wie bei einer Grabrede auf dem Friedhof. Amen.
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Toto Wolff zeigt sich massiv enttäuscht nach dem GP Bahrain in Malaysia.
Foto: Kym Illman
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Offenbar hat der Motorschaden von Russell kurz vor Schluss Teamchef Toto Wolff (54) in eine tiefe Depression geführt. Und alle angesteckt. Anders kann man sich die Reaktionen von Wolff und WM-Leader Antonelli nach dem Rennen von Malaysia nicht erklären.

Dass sich Russell (jetzt 84 Punkte zurück) als «Opfer» negativ äussert, ist dagegen verständlich. Zur Erinnerung: In der Team-WM liegt Mercedes mit bisher elf Siegen (!) gegenüber Ferrari mit 151 Punkten fast uneinholbar vorne.

Doch zurück zur Grabesrede von Sepang.

«Wir haben George im Stich gelassen»

Pater Wolff: «Das war das schlechteste Wochenende der Saison für uns. Es tut weh, und ich bin unglaublich traurig für George und alle im Team. Er fuhr ein ausgezeichnetes Rennen, war auf dem Weg zu einem starken Ergebnis. Aber wir haben ihn im Stich gelassen. Die Realität ist, dass uns das 2026 schon zu oft passiert ist – und das ist nicht akzeptabel.»

Wolff empört sich weiter: «In Malaysia waren wir weder schnell noch zuverlässig genug. Das ist die Wahrheit. Beide Fahrer haben jedoch weitergekämpft, sind konzentriert geblieben und haben das Maximum herausgeholt. George schied ohne Verschulden aus, Kimi leistete gute Arbeit und verdiente sich das Podest.»

Der Wiener hat noch nicht fertig: «Im Vergleich zur Konkurrenz sind wir in den letzten Rennen unter unseren Möglichkeiten geblieben. Wir werden das mit unserer gewohnten Konzentration angehen, in dem wir fleissig arbeiten und uns von den Daten leiten lassen. Wir sind entschlossen, in Singapur eine bessere Leistung zu zeigen.»

Auch Antonelli ist enttäuscht

Hallo, wir reden hier von Mercedes mit dem klaren WM-Leader Antonelli (8 Saisonsiege). Doch auch der Italiener schlägt in der offiziellen Pressemitteilung Töne an, die vielen seiner Fans etwas fremd vorkommen müssen: «Wir verlassen Malaysia frustriert. Unsere Pace war nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten. Und wir konnten nicht um den Sieg mitkämpfen. Wir werden hart arbeiten, damit wir in wenigen Tagen eine bessere Leistung zeigen.» Wo bleibt die Freude über einen zweiten Platz, den viele Fahrer jahrelang nie erreichen?

PS: Dagegen feierte das angeschlagene Team von Aston Martin-Honda den achten Platz in Sepang von Altmeister Fernando Alonso (45) fast wie einen Sieg. Jetzt liegen die «Grünen» nur noch zehn Punkte hinter Audi.

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