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Knatsch bei Ferrari:Hier schmeisst Leclerc einen möglichen Doppelsieg weg

Stunk statt Mexiko-Doppelsieg bei Ferrari
Angefressener Hamilton rechnet mit Teamkollege Leclerc ab

Aus den Startpositionen eins und drei resultieren beim Mexiko-GP die Schlussklassierungen zwei und vier für die beiden Ferrari-Piloten Lewis Hamilton und Charles Leclerc. Die zwei schenken sich in der ersten Runde überhaupt nichts und verspielen so den durchaus realistischen Doppelsieg der Scuderia.
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Charles Leclerc (l.) und Lewis Hamilton kämpfen in der ersten Runde beim Mexiko-GP Rad an Rad um die Führung.
Foto: AFP
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Yannick PengRedaktor Sport-Desk

Bei Ferrari hängt der Haussegen schief. Mal wieder. Lewis Hamilton (41) lässt nach dem Mexiko-GP kein gutes Haar an seinem Teamkollegen Charles Leclerc. «Der Typ ist 28 Jahre (seit dem 16. Oktober ist Leclerc 29, Anm. der Redaktion) alt, also glaube ich nicht, dass es am Alter liegt. Ich glaube, es ist eine Frage der Mentalität: Alles oder nichts, entweder ich gewinne oder keiner von uns», wirft der Brite nach dem Rennen in der Pressekonferenz dem Monegassen puren Egoismus vor.

Beim 19. WM-Lauf der Saison wirft das Ferrari-Duo den durchaus realistischen Doppelsieg bereits in der ersten Runde weg. Die beiden kämpfen Rad an Rad um die Führung. Beide überschiessen in Kurve vier. Leclerc kürzt übers Gras ab und schnappt sich dadurch Platz eins. Hamilton verliert an Schwung, wodurch Max Verstappen (29) an ihm vorbeizieht. Der Red-Bull-Holländer ist der grosse Nutzniesser dieses Ferrari-Zwists, da er durch die von der Rennleitung verhängte 5-Sekunden-Strafe gegen Leclerc den Monegassen in der Boxengasse überholt und später dann auch den GP gewinnt – vor Pole-Setter Hamilton, dem neuen Weltmeister Kimi Antonelli (20) aus Italien im Mercedes und Leclerc.

«Die Stewards servieren Charles den Sieg förmlich», motzt Hamilton bereits während des Rennens am Funk, als er erfährt, dass Leclerc für sein Manöver mit fünf statt mit zehn Sekunden, so wie das normalerweise bei solch einem Vergehen der Fall ist, gebüsst wird. Die Stewards berücksichtigen mildernde Umstände, da in der Kurve vier auch Hamilton auf der Innenseite von Leclercs Boliden «von der Strecke abkam und dies bereits früh in der ersten Runde geschah».

Hätte Leclerc Hamilton vorbeigelassen, wäre er von Platz eins bis auf Rang drei zurückgefallen. Und er hätte vor allem nicht eine halbe Stunde lang vorne in der sauberen Luft fahren können. «Ich habe die Position gehalten und eine verdiente Strafe kassiert», wird Leclerc von der offiziellen F1-Website zitiert. Gleichzeitig setzt er zum Konter gegen Hamilton an: «Ich meine, ich könnte mich auch darüber ärgern, wie sehr er mich in Kurve eins von der Strecke gedrängt hat. Aber ich denke, das gehört zum Rennsport dazu.» Wenn man um den Sieg kämpfe, sei das ganz normal.

Thema abgehakt also? Natürlich nicht. Neben Hamilton ist auch Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur (58) stinksauer. «Ich kann das nur schwer hinnehmen», ärgert sich der Franzose im Interview mit Canal+. Der leichtfertig verspielte grosse Triumph im Autodromo Hermanos Rodriguez nagt an ihm, weswegen er von mangelndem Respekt spricht: «Man muss auch ein bisschen im Hinterkopf haben, dass wir eine Marke vertreten, dass wir Sponsoren vertreten, dass 2000 Menschen im Hintergrund für uns arbeiten und sie nicht für sich selbst Rennen fahren.» In der Konstrukteurswertung liegt Ferrari vier Rennen vor Schluss als Zweiter 126 Punkte hinter Spitzenreiter Mercedes.

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