Hamilton mit Seitenhieb
Stallorder-Ärger bei Ferrari – Leclerc tobt

Ferrari landet beim vorerst letzten Holland-GP in Zandvoort neben dem Podest. Beide Piloten sind unzufrieden. Wäre mit einer besseren Teamstrategie mehr möglich gewesen?
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Charles Leclerc vor Lewis Hamilton – am Ende klassiert sich der Monegasse direkt hinter seinem britischen Teamkollegen auf Rang fünf.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Schlimmer kann das Ende des GP Holland nicht sein: Nationalheld Max Verstappen (28) zerlegte den Red Bull nach 70 Sekunden. Im Ziel lag Weltmeister Norris im McLaren-Mercedes klar vor dem Mercedes-Duo Antonelli und Russell.

Über 325'000 Fans waren zur «Beerdigung» des Klassikers an der Nordsee an vier Tagen erschienen. Und dann versagte ausgerechnet Nationalheld Verstappen nach drei Siegen und zwei zweiten Plätzen in Zandvoort.

«Sorry, da war noch eine nasse Stelle, die mich überraschte», sagte der vierfache Weltmeister. Der Crash legte die Formel 1 für über eine halbe Stunde lahm. Beim stehenden Neustart blieb Bearman liegen – und nochmals eine Aufwärmrunde.

Und da zeigte WM-Leader Antonelli erneut seine Abgeklärtheit auch zwei Tage vor seinem 20. Geburtstag! Beim ersten Start schnappte sich der Italiener gleich Teamkollege Russell und war Zweiter. Beim zweiten Start zog er sofort am späteren Sieger Norris vorbei in Führung.

Wiedererstarkter Norris 83 Punkte hinter Antonelli

Alles schien für Antonelli zu laufen, aber 30 Runden vor dem Ende war im ganzen Boxenstopp-Chaos klar: Norris hat wie zuletzt in Ungarn das beste Auto. Doch die Aufholjagd des Briten mit 83 Punkten Rückstand kommt zu spät.

Dies, weil Mercedes und Ferrari am Sonntag erstmals mit der Stallorder ihre aktuellen Nummer-1-Piloten (Antonelli und Hamilton) bevorteilen wollten.

Bei Mercedes klappte dies am Ende gut, als Russell an zweiter Stelle den Teamkollegen sechs Runden vor der Zielflagge nach einem Boxenfunk vorbeiliess. Allerdings nicht ohne fast höhnisch zu fragen: «Kann denn Kimi gewinnen?»

Chaos bei Ferrari – mal wieder

Bei Ferrari (jetzt 87 Zähler hinter Mercedes) herrschte nicht unerwartet das Chaos, als Hamilton (seit Runden hinter Leclerc) in der 42. Runde endlich einmal nachfragte und gewisse Leute am Kommandostand weckte: «Ich bin schneller als Charles.» Zuerst geschah nichts, dann bekam Leclerc einfach den Befehl: «Box, box!» Also Reifenwechsel.

Der WM-Dritte (punktgleich mit Russell) konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: «Das war ein guter Weg, um Zeit zu verschenken. Danke Boys!» Im Ziel lag Hamilton als Vierter nur 0,8 Sekunden hinter Russell. Und knapp vor Leclerc. Der Monegasse tobte: «So geht es nicht. Da müssen wir reden.»

Wolff spricht von «schleierhaften Problemen»

Mit einigen Diskussionen bei den Spitzenteams hinter verschlossenen Türen geht es also in gut zehn Tagen ins Autodromo nach Monza.

Mercedes-Boss Toto Wolff: «Da hatten wir mit schleierhaften Problemen auch Glück. Wir müssen mit den Plätzen zwei und drei zufrieden sein. Im Hinblick auf unsere Rivalen von Ferrari.»

Dort versuchte Chef Fred Vasseur einmal mehr, vieles schönzureden. Wenn man nicht endlich das Chaos an vielen Fronten beseitigt, kann man einen WM-Titel 2026 schon begraben. Wie am Sonntag den GP Holland. 

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