Gelungener WM-Start von Audi in Melbourne
Piastri im Training vor Antonelli – Skandal um Aston Martin

Die Formel 1 hat ihre ersten zwei Stunden hinter sich. Noch sind die Zeiten rund drei Sekunden langsamer als vor einem Jahr. Doch die grossen Dramen blieben vorerst aus. Tagessieger: Lokalheld Piastri (McLaren) vor Antonelli (Mercedes).
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McLaren-Pilot Oscar Piastri holt sich den Tagessieg.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Das mit den fehlenden Dramen stimmt nicht ganz. Was sich – mit Ankündigung – bei Aston-Martin-Honda abspielt, ist nicht nur peinlich. Nein, es ist ein Skandal. Wer gegen eine Milliarde in ein neues Projekt in Silverstone und Japan steckt, der sollte nicht mit nur vier anfälligen Batterien zum WM-Start auftauchen.

Noch zwei Honda-Batterien

Im ersten Training gelangen Stroll gerade mal drei gezeitete Runden, Alonso blieb an den Boxen. Am späten Nachmittag sah man Stroll immerhin 13 Runden auf der Strecke. Und nach 15 Minuten der «Höhepunkt»: Alonso (44) rollte aus der Garage und bis zum Ende holperte er fünf Sekunden hinter der Bestzeit wenigstens 18 Mal über die Piste. Dazu muss man wissen, das grüne Team hat nur noch zwei funktionierende Batterien, die zwischen 20 und 25 Kilogramm schwer sind und unter dem Benzintank verstaut werden müssen. Also ist selbst hier der Start gefährdet.

Das Problem bleibt das gleiche: Die Vibrationen aus der Elektromaschine und dem Motor gehen nicht weg, schlagen den Piloten nach einigen Runden das Lenkrad aus der Hand.

Hülkenberg eröffnete Saison

Der Deutsche Nico Hülkenberg (38) hat die Saison mit dem Audi eröffnet. Vor bereits über 100'000 Zuschauern. Melbourne, das den 30. Grand Prix austrägt, hatte 2025 mit 465'498 verkauften Tickets an vier Tagen einen neuen GP-Rekord aufgestellt.

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Über 40 Prozent davon waren weiblich. Daran sind auch die bisherigen acht Netflix-Episoden über den GP-Sport verantwortlich. Nur zwei Fahrer weigern sich weiter, diese oft übertriebenen Szenen und Interviews mitzumachen: Lewis Hamilton und Max Verstappen.

Achtung, schnelle Teamkollegen

Es waren dann ausgerechnet diese beiden Ex-Weltmeister, die sich relativ schnell mit den neuen Regeln angefreundet haben. Doch mit Hadjar bei Red Bull und Leclerc bei Ferrari haben die mehrfachen Champions harte Konkurrenz im eigenen Stall.

Genau wie es der heimliche Titelfavorit Russell beim Mercedes mit dem aufsässigen Antonelli zu tun bekommt. Viele Experten glauben, dass sich die jungen Fahrer mit dem ständigen Aufladen der Batterie und dem Spielen mit dem Gaspedal leichter tun – und die «Favoriten» in Probleme bringen könnten. Eine These, die am ersten Trainingstag noch keine klare Antwort brachte.

Audi darf sich gratulieren

Bei Sauber-Nachfolger Audi hängt der Himmel nach dem ersten Trainingstag noch nicht voller Geigen. Die Plätze 9 (Bortoleto) und 10 (Hülkenberg) waren für alle Beobachter jedoch ein guter Start. Im zweiten Training hielt man sich locker im Mittelfeld: 12. Hülkenberg, 14. Bortoleto. Dafür gibt’s vorerst mal Applaus der früheren Sauber-Fans, die jetzt auch Audi weiter die Daumen drücken.

Audi-Chef Gernot Döllner will sich das Formel 1-Debüt der vier Ringe trotz eines randvollen Terminkalenders nicht nehmen lassen. Und jetzt wurde sein Flug mit Emirates über Dubai abgesagt. Döllner fliegt nun über Singapur. Ankunft Samstag Abend, Heimflug Sonntagabend. Ein sportliches Programm. Mit WM-Punkten?

Cadillac muss noch lernen

Bei Neueinsteiger Cadillac ist die Kultfigur Mario Andretti (86) in Australien angekommen. Der frühere Indy-Sieger (1969) und Formel-1-Weltmeister auf Lotus (1978) soll den Amis Glück bringen.

Als Ehrung für Mario Andretti, ohne dessen Namen die Formel 1 und die FIA dem elften Team keine Zusage erteilt hätten, heisst das Chassis jetzt MAC26. Dank dem Ferrari-Motor verloren die Oldies Pérez und Bottas nicht noch mehr Zeit auf die Konkurrenz. Ausser Aston Martin.

Resultat 1. Training

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