Darum gehts
- Esteban Ocon gewann 2021 in Budapest als 1:500-Aussenseiter auf Alpine
- Haas plant mit Rafael Camara, Ocon hat keine Zukunft
- Kimi Antonelli führt WM mit 292 Punkten, kaum Chancen für Konkurrenz
Ocon, der sich einst bei McDonalds als Mitarbeiter meldete, teilt jetzt das Schicksal vieler Piloten. Mit einer Ausnahme: 2021 gewann er in Budapest bei schwierigen Wetterbedingungen als 1:500-Aussenseiter auf Alpine wenigstens einen Grand Prix.
17 Teamkollegen und Ärger
Vettel (Aston Martin) wurde als Zweiter in Ungarn wegen zu wenig Sprit im Tank disqualifiziert. So erbte ein gewisser Kimi Räikkönen im Alfa-Sauber mit Ferrari-Motor als Zehnter den letzten WM-Zähler. Es war das drittletzte Punkterennen des abtretenden Finnen.
Für Ocon hing der Himmel nach seinem einzigen Sieg voller Geigen. Doch es folgten fast nur noch Enttäuschungen. Ausser dem dritten Platz 2023 in Monaco und dem zweiten Rang 2024 in Brasilien. Zu viele Zwischenfälle und kaum ein gutes Verhältnis zu den 17 Teamkollegen (!) brachten dem Mann aus der Normandie auch einige Nebengeräusche ein.
Camara in den Startlöchern
Das Kapitel Formel 1 geht also am 6. Dezember in Abu Dhabi, aber eher in Imola zu Ende. Der Wirbel um den Iran-Krieg zwingt die GP-Macher mit einem Finale im Nahen Osten (Katar, Abu Dhabi) in die Knie. Saudi-Arabien hat den WM-Lauf im Rallye schon abgesagt.
Da Ferrari bei Haas das Sagen hat, wird man neben dem aktuellen Piloten Oliver Bearman (21) einen anderen Fahrer aus der roten Academy ins Boot holen: Formel-2-Star Rafael Camara (21) aus Recife in Brasilien. Andere Talente würden bereitstehen. Interessant ist, dass Haas jetzt mit BWT (Best Water Technology) aus Graz als Sponsor flirtet. Nach Alpine (neu mit Gucci) soll also bald auch Haas in Pinkfarben auftreten.
Antonelli nicht zu bremsen
Bereits am Donnerstag beginnt in Aserbaidschan um 10.30 Uhr das erste Training. Das Rennen ist am Samstag um 13 Uhr (live auf Blick und SRFzwei). Für WM-Leader Kimi Antonelli (Mercedes) geht es jetzt vor allem darum, sein Punktekonto von 292 zu erhöhen und damit alle Titelträume der Konkurrenz zu stoppen.
Aber ernsthaft glaubt sowieso keiner mehr an eine Aufholjagd. Der Italiener ist zu gut, zu schnell, zu clever und auch zu kampfstark. Fehler sind kaum mehr zu erkennen – so reif war mit knapp 20 Jahren noch kein Pilot in der Geschichte!