Das Rennen
Die Formel 1 verabschiedet sich mit einem ereignisreichen Grand Prix von Zandvoort. Der Regen, der vor dem Start einsetzt und rasch auch wieder aufhört, trägt das Seine dazu bei – der Leidtragende ist ausgerechnet Lokalmatador Max Verstappen (siehe «Das gab zu reden»).
Die Entscheidung im Kampf um den Sieg fällt in der 54. von total 72 Runden. Lando Norris, hinter Kimi Antonelli und Spitzenreiter Lewis Hamilton Dritter, schnappt sich zunächst den Italiener und dann noch seinen britischen Landsmann. Auch die danach folgende virtuelle Safety-Car-Phase (VSC, ausgelöst durch Esteban Ocon) kann den wiedererstarkten Weltmeister nicht von seinem 13. GP-Triumph abhalten. Seit die Königsklasse des Motorsports 2021 auf den holländischen Dünenkurs zurückgekehrt ist, hat stets der Polesetter reüssiert. Norris sorgt dafür, dass dies auch 2026 so bleibt.
Hinter ihm geht zum Schluss noch einmal richtig die Post ab. Antonelli und Hamilton, seit dem Ocon-Zwischenfall mit frischen Soft-Reifen unterwegs und deswegen neu auf den Zwischenrängen drei und vier, machen Jagd auf George Russell. Bis dann Mercedes dazwischenfunkt und Russell anweist, den Teamkollegen vorbeizulassen. WM-Leader Antonelli wird so zwei Tage vor seinem 20. Geburtstag Zweiter – vor Russell, der kurz vor dem Ende eine kleine Verschnaufpause durch das VSC erhält, weil sich die beiden Williams-Fahrer Alex Albon und Carlos Sainz in die Quere kommen. Die Ferrari-Piloten Hamilton und Charles Leclerc – auch bei der Scuderia mischt sich zwischenzeitlich das Team ein – müssen mit den Rängen vier und fünf vorliebnehmen. Ab sofort ist nicht mehr Hamilton (183 Punkte, ein Sieg 2026), sondern Russell (183 Punkte, zwei Siege 2026) der erste Verfolger von Antonelli (242 Punkte) in der Fahrerwertung.
Audi
8. Nico Hülkenberg
13. Gabriel Bortoleto
Doppelter Schreckmoment für Audi gleich zu Beginn: Hinter Max Verstappen (siehe «Das gab zu reden») dreht sich auch Gabriel Bortoleto, der allerdings auf der Strecke bleibt, jedoch auf Rang 18 zurückfällt. Der heranrasende Teamkollege Nico Hülkenberg kann nur um Haaresbreite einen Crash verhindern. «Das war krass mit Gabi. Ich hätte ihn fast seitlich gerammt», funkt der Deutsche.
Für Bortoleto ist das Rennen somit eigentlich schon frühzeitig gelaufen. Das ist besonders ärgerlich, wenn man bedenkt, dass der Brasilianer am Samstag im Qualifying als Neunter glänzte. Dafür springt Hülkenberg, von der 13. Position gestartet, in die Bresche und punktet als Achter – direkt vor dem sensationellen Fernando Alonso im Aston Martin.
Durch die vier Hülkenberg-Punkte in Zandvoort rückt Audi (16 Punkte) in der Konstrukteurswertung bis auf fünf Zähler an den siebtklassierten Haas-Rennstall heran.
Das gab zu reden
Bitterer hätte für Max Verstappen der vorerst letzte GP in Zandvoort nicht enden können. Ausgerechnet der holländische Lokalmatador scheidet bereits am Ende der ersten Runde aus. Verstappen verliert auf der feuchten Steilkurve vor der Start-Ziel-Geraden die Kontrolle über seinen Red Bull und schlägt heftig ein. Der Bolide ist danach Schrott. Der 28-Jährige, der in Zandvoort nie schlechter als Zweiter war, kann zum Glück selbstständig aus dem Wrack klettern. Wegen des Verstappen-Unfalls wird der GP für mehr als 30 Minuten unterbrochen.
Die Stimmen
Lando Norris (1.): «Ich habe es für mich selbst schwer gemacht. Aber dieser Sieg gehört zu den besten. Was erlebten wir da für Dramen und seltsame Situationen. Und die WM? Da müssen wir noch besser werden. Ich glaube, es sind immer noch 83 Punkte auf Kimi...»
Kimi Antonelli (2.): «Was für ein packendes Rennen. Ich hatte das Auto nicht immer im Griff.»
George Russell (3.): «Am Ende hatten wir gegen Norris keine Chance. Teamorder? Kimi hat es verdient, vor mir ins Ziel zu kommen. Ich bin ja trotzdem auf dem Podest.»
So gehts weiter
Der Hochgeschwindigkeitskurs im italienischen Monza wartet als Nächstes auf die Formel-1-Stars. Dieser 13. Grand Prix der Saison findet am 6. September statt.