So schlecht vorbereitet ging man noch nie in eine neue Saison. Und die früheren Prestige-Kämpfe um den Testsieg sind auch vorbei. Nur vier von elf Teams bestellten für den letzten Bahrain-Test bis Freitag den weichsten Gummi: Williams, Aston Martin, Alpine und Cadillac.
Schnellster nach den ersten acht Stunden bei rund 24 Grad: Russell (Mercedes) vor Piastri (McLaren) und Leclerc (Ferrari). Audi kratzt noch an seiner Form. Die Deutschen sind weder stark noch schwach.
Die letzten drei Tage stehen weiter im Fokus der Zuverlässigkeit. Unter dem Motto: Alle lästigen Kinderkrankheiten bis zum baldigen Abflug nach Australien ausmerzen. Ob bei der Aerodynamik oder im Umfeld des Motors. Ferrari scheint da momentan an der Spitze zu liegen. Seit Barcelona blieben die grossen Probleme aus. Dürfen die roten Fans nach 17 Jahren ohne WM-Titel hoffen?
Keine Entscheidungen
Während des Morgentests diskutierten die FIA, die FOM (F1-Management) und je ein Vertreter der Teams über drei Stunden lang an der Rennstrecke. Es ging um eventuelle Veränderungen vor dem WM-Start (im Blick). Offenbar wird man das Thema Mercedes und das erhöhte Verdichtungsverhältnis von 18:1 (erlaubt 16:1) bis Sommer auf Eis legen.
Ein Teamchef zu Blick: «Ich erinnere mich noch gut an das erste Meeting wegen der neuen Regeln vor rund vier Jahren in London. Es ging vor allem um die Nachhaltigkeit. Da stand plötzlich Red-Bull-Teamchef Christian Horner auf und sagte: ‹Freunde, passt auf, wir züchten da einen technischen Frankenstein heran. Ich bin nicht so optimistisch.›»
Startversuch? Lächerlich
Und mit diesem dumpfen Horner-Gefühl von damals fliegt der Zirkus bald ans andere Ende der Welt. Über neue Startregeln soll nach weiteren Versuchen hier auf dem Wüsten-Highway entschieden werden.
Am letzten Freitag hatte der erste und bisher einzige Anlauf in der Abenddämmerung mit einem Desaster geendet. Nur drei der acht Autos kamen normal weg. Wie will man dieses gefährliche Problem lösen? Ein zweiter Versuch am Mittwoch um 18.58 Uhr Lokalzeit erinnerte an ein Hauseckenrennen. Saftlos rollte das Elfer-Feld davon. Zum Glück waren keine Fans dabei.
Die drei System-Kritiker
Der im Sommer 2025 nach 20 Jahren entlassene Horner sollte mit seiner Frankenstein-Aussage also recht behalten. Die drei Altstars Fernando Alonso (dessen Aston Martin das grösste Sorgenkind ist), Lewis Hamilton (der von besseren Zeiten träumt) und Max Verstappen (der am Mittwoch als einziger nicht fuhr) haben in der letzten Woche heftige Kritik an den neuen Regeln und dem Energie-Management geübt (im Blick).
Ausgerechnet dieses Trio sass nach der Mittagspause bei der ersten FIA-Medienrunde (mit Bortoleto und Bottas) zusammen auf dem Sofa. Und endlich hören auch die jungen Kollegen aufmerksam zu, wenn das Trio mit 13 WM-Titeln und über 200 GP-Siegen vor drohenden Gefahren warnt.
Audi bleibt unauffällig
Bei Audi entdecken wir weiter keine Hektik. Da wird seriös gearbeitet, ohne zu lange Boxenaufenthalte. Und eine Stunde vor Testschluss liess es Bortoleto mal «krachen» und fuhr in die Top 10. Aber immer noch sechs Sekunden über der Zeit von Testsieger 2025, Sainz hier im Williams.
«Wir sind im Plan» heisst es beim deutschen Sauber-Nachfolger aus Hinwil trocken.
- Russell (Mercedes) 1:33,459
- Piastri (McLaren) 1:33,469
- Leclerc (Ferrari) 1:33,739
- Norris (McLaren) 1:34,052
- Antonelli (Mercedes) 1:34,158
- Hadjar (Red Bull) 1:34,260
- Hamilton (Ferrari) 1:34,299
- Sainz (Williams) 1:35,113
- Colapinto (Alpine) 1:35,254
- Bortoleto (Audi) 1:35,511
- Albon (Williams) 1:35,690
- Lawson (Racing Bulls) 1:35,753
- Bearman (Haas) 1:35,778
- Gasly (Alpine) 1:35,898
- Stroll (Aston Martin) 1:36,338
- Ocon (Haas) 1:36,418
- Alonso (Aston Martin) 1:36,536
- Hülkenberg (Audi) 1:36,741
- Lindblad (Racing Bulls) 1:36,769
- Bottas (Cadillac) 1:36,798
- Pérez (Cadillac) 1:38,191
Testsieger 2025: Sainz (Williams) 1:29,348
- Russell (Mercedes) 1:33,459
- Piastri (McLaren) 1:33,469
- Leclerc (Ferrari) 1:33,739
- Norris (McLaren) 1:34,052
- Antonelli (Mercedes) 1:34,158
- Hadjar (Red Bull) 1:34,260
- Hamilton (Ferrari) 1:34,299
- Sainz (Williams) 1:35,113
- Colapinto (Alpine) 1:35,254
- Bortoleto (Audi) 1:35,511
- Albon (Williams) 1:35,690
- Lawson (Racing Bulls) 1:35,753
- Bearman (Haas) 1:35,778
- Gasly (Alpine) 1:35,898
- Stroll (Aston Martin) 1:36,338
- Ocon (Haas) 1:36,418
- Alonso (Aston Martin) 1:36,536
- Hülkenberg (Audi) 1:36,741
- Lindblad (Racing Bulls) 1:36,769
- Bottas (Cadillac) 1:36,798
- Pérez (Cadillac) 1:38,191
Testsieger 2025: Sainz (Williams) 1:29,348