Darum gehts
- Formel-1-Teams verhandeln in Bahrain über Regeländerungen für Saisonstart
- Kritik an hohen Spritkosten: 250 Franken pro Liter für Rennen
- Red Bull verliert Chefdesigner Craig Skinner nach 20 Jahren Mitarbeit
Während auf dem 5,412 km langen Wüsten Highway in Bahrain die elf Formel-1-Teams ihre Runden drehen, verhandeln gleichzeitig die FIA, die FOM (Formula One Management) und die Teams, was im neuen Reglement für 2026 noch zu ändern ist.
Die klare Verstappen-Warnung («Das ist der Formel 1 unwürdig, da ist die Formel 2 schneller und das erinnert alles an die Formel E auf Steroiden») hat zwar hämische Kommentare von Norris und Russell hervorgerufen. Aber die Kritik wird immer lauter.
Alarm an allen Fronten
Mit Kompromissen will sich die Formel-1-Kommission in Bahrain auf Änderungen einigen, damit der Saisonstart kein Desaster wird. Was ist das für ein Sport, wo in letzter Minute plötzlich die Alarmglocken schrillen – und die Verantwortlichen Angst bekommen? Wird sogar noch der Verdichtungsstreit (Mercedes soll mit Kraftstoff-Luft-Gemisch von 18:1 statt 16:1 fahren) in ein neues Gesetz umgewandelt?
Okay, es ist die grösste Regelreform in 76 Jahren. Motorenmässig wollten die Verantwortlichen damit vor allem neue Hersteller (Audi, Porsche stieg nach Krach mit Red Bull wieder aus) ins Boot holen. Oder Honda (jetzt bei Aston Martin) nicht verlieren.
Nachhaltig? 250 Franken pro Liter
Alles sollte nachhaltiger werden. Dass jetzt der «grüne» Spritpreis für die rund 300 Kilometer langen Rennen schon mit gegen 250 Franken pro Liter veranschlagt wird, spielt wohl eine Nebenrolle.
Die Topteams bezahlen es locker, die hinteren Mannschaften schlucken die Kröte wortlos. Genau wie alle Teams den überfüllten Kalender. Ab 2028 werden Barcelona und Spa jeweils ihren WM-Lauf nur noch alle zwei Jahre durchführen. Amerika darf seine drei Rennen natürlich behalten.
Start und Überholen kritisch
Was diskutiert man heute, vor allem auf Anfrage von Weltmeister McLaren? Den Start. Es droht die Gefahr, dass viele Fahrer stehenbleiben, weil sich nicht schnell genug Ladedruck aufbaut. Oder das Laden am Ende der Geraden. Da drohen grosse Speed-Unterschiede zwischen denen, die laden und denen, die weiter Gas geben. Ein Startversuch am Ende des ersten Bahrain-Tests mit acht Autos ging bös in die Hosen.
Nehmen wir noch das Überholen. Die Praxis in der Wüste hat gezeigt, dass meistens gar nicht genug Energie vorhanden ist, um sie zu nutzen, wenn man überholen will. Dass auf der Geraden oft Tempounterschiede von gegen 100 km/h herrschen, sei auch erwähnt.
Weiterer Star-Bulle geht
Mercedes geht nach dem «Doppelsieg» in Bahrain als Favorit und Leader unserer Formtabelle in die letzten 24 Teststunden. Ferrari hält sich bis jetzt mit den meisten Kilometern in Barcelona und Bahrain wacker.
1. Mercedes
2. Ferrari
3. Red Bull
4. McLaren
5. Haas
6. Williams
7. Audi
8. Alpine
9. Racing Bulls
10. Cadillac
11. Aston Martin
1. Mercedes
2. Ferrari
3. Red Bull
4. McLaren
5. Haas
6. Williams
7. Audi
8. Alpine
9. Racing Bulls
10. Cadillac
11. Aston Martin
Red Bull klagt ehrlich über Übergewicht (was einigen Teams Probleme bereitet) – und verliert jetzt nach 20 Jahren auch noch den Chefdesigner Craig Skinner. Was will die neue Bullen-Führung? Mit Dr. Marko hat man ja schon die beliebte Stimme nach aussen kaltgestellt. Wheatley, Horner, Newey sind bereits weg.
Aron ist Audi-Ersatzpilot
Bei Audi, das sich bisher schadlos durch die Testtage arbeitete, wurde die Nachwuchs-, Entwicklungs- und Simulator-Mannschaft weiter aufgestockt. Nach dem Supertalent Freddie Slater (17, Gb) hat man auch den früheren Walliser Formel-2-Sieger Ralph Boschung (28) aus dem Ruhestand geholt.
Ersatzpilot bleibt aber der Este Paul Aron (22), der 2025 bereits zweimal den Sauber in einem freien GP-Training (Silverstone, Ungarn) fuhr.