Darum gehts
- Kimi Antonelli siegt und baut WM-Führung aus
- Hamilton erhält Fünf-Sekunden-Strafe nach Unfall mit Russell in Spa
- Ferrari-Pilot muss wegen Mechaniker-Unfall bei FIA antraben
Man muss dem stets lustigen Italiener, der erst am 25. August 20 Jahre alt wird, zum Glück nicht alles glauben.
Die Frage nach dem Titel mit dem Mercedes-Dienstwagen bekam schon nach wenigen Sekunden Nahrung: Teamkollege George Russell (28), von Pole-Mann Antonelli in der Qualifikation wieder mal bös zerlegt, wollte vor einer Kurve an Hamilton (Ferrari) vorbei – und erwischte seinen Landsmann von der Seite.
FIA verhängt Hamilton-Strafe
Russell drehte sich mit dem Mercedes ins Kiesbett – aus. Und aus den 25 Punkten Rückstand auf Antonelli sind jetzt 50 geworden. Und Hamilton hat jetzt von seinem Unfallgegner Platz zwei übernommen.
Bei der FIA gab man Hamilton, der einfach geradeaus fuhr, die Schuld. Was ein klarer Fehlentscheid war. Sie hätten besser auf Russell gehört. Der sagte im VAR-Stil am TV: «Diese Fünf-Sekunden-Strafe gegen Lewis kann ich nicht verstehen!» Ja, es gibt auch noch Fahrer, die nicht nur in die eigene Richtung schauen.
Eine Stunde nach dem Rennen musste Hamilton bei den FIA-Richtern antreten. Ihm (oder eben dem Team) wurde vorgeworfen, beim Boxenhalt zu früh losgefahren zu sein. Stimmt nicht, das Team gab ihm Grün. Doch da griff ein Mechaniker nochmals ans rechte Vorderrad und wurde eben unsanft erwischt. Der FIA-Entscheid folgt am Abend: 20'000 Euro muss Ferrari als Strafe zahlen, weitere 10'000 werden auf Bewährung gesetzt.
Packendes Startduell
Der Start zum Rennen war eine Augenweide. Antonelli stach vor Verstappen in die Haarnadel «La Source». Doch der Holländer hatte seinen Angriff für Eau Rouge, diese brutale Senke, geplant. Und schon war er mit dem Red Bull am Mercedes vorbei.
Und dann wartete schon die berühmte Kemmel-Gerade. Kimi flog wieder mit dem Silberpfeil an die Spitze. Und Verstappen grinste: «Der Mercedes war so schnell, dass ich bei einer Gegenwehr wahrscheinlich den grössten Flugzeug-Crash riskiert hätte.»
Leclerc kann Spitze gegen Antonelli nicht halten
Natürlich war nach dem kurz darauffolgenden Russell-Aus das Safety-Car unterwegs. Und Verstappen hatte auch Leclerc im Ferrari vorbeilassen lassen müssen. Der nutzte kurz nach dem Boxenstopp von Antonelli eine virtuelle Safety-Car-Phase (Tempo reduzieren) zu seinem Reifenwechsel und ging in Führung.
Doch der Monegasse, der sich zu Beginn mit Piastri angelegt hatte (kurze Berührung), wusste genau: Diesen Antonelli im Mercedes kann er nicht halten. Und zehn Runden vor dem Ziel raste der WM-Leader am roten Auto vorbei.
Nächster Ferrari-Streich in Ungarn
Leclerc war trotzdem zufrieden: «In Silverstone habe ich gewonnen, in Spa wurde ich Zweiter. Zwei Strecken, die uns eigentlich gar nicht liegen.»
Am nächsten Sonntag in Ungarn gehört dann Ferrari – auf dem Papier – zu den grossen Favoriten. Leclerc lacht: «Sie sehen, was Prognosen oft wert sind.»
Aber eins ist klar: Wenn Mercedes im Kampf um den Team-Titel noch einen Gegner hat, dann ist dies Ferrari.
Höchststrafe für Aston Martin
McLaren-Mercedes hat sich von seiner Titelverteidigung schon verabschiedet. Norris und Piastri können momentan das Tempo nicht mitgehen. Beide Fahrer werden wohl bald von Super-Max, momentan WM-Siebter, überholt. Wenn Red Bull endlich langfristig aus dem Formtief kommt, bleibt der Holländer für weitere Podest-Auftritte ein klarer Kandidat.
Der zehnte WM-Lauf wurde für Aston Martin-Honda zu einem weiteren Albtraum. Über 30 Mal wurden für Schlusslicht Alonso und Stroll, der nach 25 Runden einfach aufgab, die blauen Flaggen (Gegner will überholen) geschwenkt. Die Höchststrafe in der Formel 1.