Nach bisher zehn, meist katastrophalen Auftritten, stand der wirklich neue Aston-Martin-Honda im Mittelpunkt. Als Stroll und Alonso gleich zu Beginn mal «vorne» mitgurkten, kam etwas Optimismus auf.
Aston Martin: Flop oder Top?
Hat Aero-Guru Adrian Newey (67) endlich das Ei des Kolumbus gefunden? Aber schon einmal in seiner McLaren-Zeit hat der Brite ein Auto entwickelt, das nie zum Einsatz kam – und in der Mülltonne verschwand.
Die Premiere des neuen grünen Monsters verlief nicht so schlecht: Alonso schoss sich als 13. wenigstens ins Mittelfeld. Teamkollege Stroll löste eine rote Flagge aus, als er sich ins Kiesbett drehte und dann stehenblieb. Platz 21. Nur noch vor Sainz, der im Williams wohl aufgegeben hat.
Das 14. Safety-Car-Modell
Interessant, dass hier Mercedes zum 30-jährigen Jubiläum der Silberpfeil-Safety Cars bereits mit dem 14. Modell der Geschichte auftauchte. Das neueste Auto wird mit einem 4-Liter-V8-Biturbo-Motor angetrieben, hat neun Gänge, ist 612 PS stark und 317 km/h schnell.
Damit hat der deutsche Safety-Car-Star Bernd Mayländer (55) mit schon über 500 Formel-1-Einsätzen ein neues Spielzeug, um das ihn viele Fahrer beneiden.
Der Paddock Club trauert
Die traurige Nachricht der Woche: Der Brite Paddy McNally ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Zusammen mit Bernie Ecclestone (95) hat McNally den Paddock Club mit seiner Firma Allsport ins Leben gerufen.
Der Paddock Club ist die grösste Erfolgsgeschichte der Formel 1 für Gäste, die genügend Geld haben. Um ihnen etwas von der Millionen-Dimension mitzugeben: Bei fast allen Rennen leisten sich im Schnitt zwischen 3000 und 8000 Menschen den Luxus für mindestens 4000 Dollar ein Rennen im speziell eingerichteten VIP-Bereich mit dem besten Catering (Do&Co) zu geniessen. Ecclestone zu Blick: «Das war eine der besten Ideen, die wir je hatten. Der Tod von Paddy war eine Erlösung für ihn. Er war schon sehr lange schwer krank!»
Die fünf Ersatzfahrer
Auf der Strecke kamen gleich fünf Freitagsfahrer zum Einsatz. Der Däne Vesti ersetzte im Mercedes WM-Leader Antonelli. Der Este Aron, der sonst auch für Audi im Mini-Einsatz ist, fuhr für Colapinto für sein Stammteam Alpine. Der Japaner Hirakawa sass für Bearman im Haas. Der italienische Formel-2-Meister 2025, Fornaroli, durfte für Piastri in den McLaren steigen.
Und bei Cadillac musste Bottas den Sitz dem Amerikaner Herta (der in der Formel 2 einfach nicht auf Touren kommt) überlassen.
Bortoleto nicht zu stoppen
Von Beginn gaben zwei Teams den Ton auf einer der langsamsten Kurse an: Favorit Ferrari und Aussenseiter Red Bull. Gefolgt von Mercedes, das ohne Antonelli noch nicht einzuschätzen ist.
Aber dann der nicht unerwartete Knaller: Bortoleto als Sechster 0,3 vor Teamkollege Hülkenberg (dazwischen Vesti im Mercedes). Der fast schon logische Abstand beim Hinwiler Duo. Dahinter beide Racing Bulls. Dieser Audi-Auftritt passt gut zur exklusiven Geschichte von Ex-Teambesitzer Peter Sauber (82): «Audi macht einen guten Job!»
Zweimal Achter in Serie
Gabriel Bortoleto hatte die beiden letzten WM-Läufe in Silverstone und Spa jeweils auf dem achten Platz beendet. Nach drei 11. Positionen in Serie! Und in Ungarn 2025 schockte er bereits mit dem 6. Platz und acht Punkten.
Der erst 21-jährige Brasilianer ist klar die Zukunft von Audi. Im internen Punkteduell gegen den um über 200 Rennen mehr erfahrenen Hülkenberg (vom Glück verlassen) steht es schon 10:0.