Das Rennen
Ja, WM-Leader Lando Norris gewinnt zwar nach dem Sprint auch den GP, aber für die grosse Show in Interlagos bei São Paulo sorgt ein anderer F1-Pilot: Max Verstappen.
Der aus der Boxengasse gestartete Red-Bull-Holländer pflügt sich beim GP durchs Feld und übernimmt in der 51. Runde (von 71) sogar zwischenzeitlich die Führung. Nach seinem letzten Boxenstopp schnappt sich Verstappen George Russell im Mercedes, das Podium ist damit perfekt. Für Rang zwei reichts knapp nicht, da hat Kimi Antonelli im zweiten Silberpfeil die Nase vorne – der italienische F1-Rookie erreicht somit sein bestes GP-Resultat.
Verstappen schrieb zwar am Samstag nach dem Qualifying-Desaster den WM-Titel ab («Kann ich auf jeden Fall vergessen»), doch durch seinen Husarenritt hält der Vorjahressieger (im Regenchaos von Startplatz 17 auf die 1) den Schaden einigermassen im Rahmen. Neu liegt er 49 Punkte hinter Norris. Oscar Piastri weist einen Rückstand von 24 Zählern auf.
Piastri, Norris' australischer McLaren-Teamkollege, ist es, der die Kettenreaktion mit Antonelli und Charles Leclerc beim fliegenden Neustart in der sechsten Runde nach dem Bortoleto-Unfall (siehe «Sauber») auslöst. Die Rennleitung drückt ihm deswegen eine Zehn-Sekunden-Strafe auf. Für Piastri resultiert am Ende Platz fünf.
Leclerc muss direkt nach der Berührung mit Antonelli aufgeben. Der Ferrari-Albtraum wird danach noch schlimmer, denn auch Lewis Hamilton sieht die Zielflagge nicht. Bereits in der Startphase beschädigt er im Zweikampf mit Carlos Sainz (Williams) und dann mit Franco Colapinto (Alpine) seinen Boliden entscheidend. In der 38. Runde parkiert Hamilton seinen Ferrari in der Garage.
Sauber
9. Nico Hülkenberg
Gabriel Bortoleto DNF
Nach seinem ersten Auftritt im Top-10-Finale eines Qualifyings fährt der 38-jährige Deutsche Nico Hülkenberg, mit einer Einstopp-Strategie unterwegs, als Neunter (zwei Zähler) in die Punkte. Allerdings schaut für die direkten Sauber-Konkurrenten Haas (acht Zähler) und Racing Bulls (zehn Zähler) mehr heraus. Besonders bitter: Auf den siebtklassierten Liam Lawson im Racing Bulls verliert Hülkenberg bloss knapp sieben Zehntel.
Für den Brasilianer Bortoleto endet der Heim-GP, kurz nachdem dieser begonnen hat. Im Duell mit Lance Stroll (Aston Martin) gerät der 21-Jährige aufs Gras und verliert dadurch die Kontrolle über seinen Sauber. Bortoleto schlägt nach einem Dreher in der Mauer ein, allerdings dieses Mal deutlich weniger heftig als noch am Samstag im Sprint.
Racing Bulls (82 Punkte) ist der erste Anwärter auf Platz sechs in der Konstrukteurs-Wertung und damit auf die rund 100 Millionen Dollar Bonus. Dahinter folgen Aston Martin (72 Punkte) und Haas (70 Punkte). Sauber (62 Punkte) bleibt WM-Vorletzter, das wären aktuell 78 Millionen für die Crew aus Hinwil.
Jonathan Wheatley, Teamchef
«Wir verlassen Brasilien mit gemischten Gefühlen. Es war herzzerreissend zu sehen, wie Gabi in der ersten Runde seines ersten Heim-Grand-Prix rausgedrängt wurde, besonders bei so unglaublicher Unterstützung durch die Fans. Nico kämpfte bis zum Ende brillant und zeigte echte Gelassenheit. Die Boxencrew lieferte erneut einen makellosen Stopp, genau dann, wann es am wichtigsten war, und arbeitete unter Druck fehlerfrei. Wir kämpften hart um Platz 7, aber die beiden Racing Bulls arbeiteten gut zusammen und machten es schwer, vorbeizukommen. Trotzdem sind wir stolz, im dritten Rennen in Folge mit Punkten nach Hause zu gehen; ein starkes Ergebnis für das gesamte Team. Jetzt geht es um Erholung und Vorbereitung, während wir auf das letzte Triple-Header-Wochenende zusteuern, mit dem Ziel, die Saison auf einem hohen Niveau zu beenden.»
Nico Hülkenberg (9.)
«Es war insgesamt ein ordentliches Rennen. Die erste Runde war nicht ideal – ich habe ein paar Positionen verloren und steckte im ersten Stint hinter Alex Albon, was die Aufholjagd erschwerte. Aber wir haben eine starke Ein-Stopp-Strategie umgesetzt und konnten den Soft-Stint sehr gut strecken. Dieser Teil war definitiv ein Highlight. Natürlich sind zwei Punkte etwas, das man mitnehmen kann, aber im grösseren Bild haben wir etwas Boden im WM-Kampf verloren, was nicht ideal ist. Trotzdem ist noch alles offen – zwischen den Teams ist es extrem eng, und jetzt zählt jedes Rennen, da nur noch drei ausstehen. Das Team hat heute bei Strategie, Auto-Vorbereitung und Boxenstopp grossartige Arbeit geleistet.»
Gabriel Bortoleto (DNF)
«Es war ein wirklich hartes Wochenende für mich, umso mehr, weil es mein erster Heim-Grand-Prix war und ich gehofft hatte, ein gutes Rennen vor meiner Familie und den Fans zu haben. Man hofft immer, gute Arbeit zu leisten oder zumindest ein solides Rennen zu fahren, und nicht einmal eine einzige Runde absolvieren zu können, war sehr schwer zu verkraften. Ich hatte einen guten Start, gewann sofort eine Position und ging auf einen weiteren Angriff, als ich mit Lance Stroll Kontakt hatte. Es war ein Rennzwischenfall in der ersten Runde, und solche Dinge können passieren, das ist Rennsport. Die Unterstützung unserer Fans an diesem Wochenende war unglaublich. Selbst in den schwierigen Momenten haben sie weiter gejubelt, meinen Namen gerufen und so viel Liebe gezeigt. Ich kann ihnen gar nicht genug danken – es bedeutet mir alles. Zu sehen, wie viel es meinem Land bedeutet, macht mich stolz, und ich hoffe, ich kann ihnen bald etwas zum Feiern geben. Wochenenden wie dieses sind für alle hart, aber wir werden weitermachen und für die letzten drei Rennen der Saison stärker zurückkommen.»
Jonathan Wheatley, Teamchef
«Wir verlassen Brasilien mit gemischten Gefühlen. Es war herzzerreissend zu sehen, wie Gabi in der ersten Runde seines ersten Heim-Grand-Prix rausgedrängt wurde, besonders bei so unglaublicher Unterstützung durch die Fans. Nico kämpfte bis zum Ende brillant und zeigte echte Gelassenheit. Die Boxencrew lieferte erneut einen makellosen Stopp, genau dann, wann es am wichtigsten war, und arbeitete unter Druck fehlerfrei. Wir kämpften hart um Platz 7, aber die beiden Racing Bulls arbeiteten gut zusammen und machten es schwer, vorbeizukommen. Trotzdem sind wir stolz, im dritten Rennen in Folge mit Punkten nach Hause zu gehen; ein starkes Ergebnis für das gesamte Team. Jetzt geht es um Erholung und Vorbereitung, während wir auf das letzte Triple-Header-Wochenende zusteuern, mit dem Ziel, die Saison auf einem hohen Niveau zu beenden.»
Nico Hülkenberg (9.)
«Es war insgesamt ein ordentliches Rennen. Die erste Runde war nicht ideal – ich habe ein paar Positionen verloren und steckte im ersten Stint hinter Alex Albon, was die Aufholjagd erschwerte. Aber wir haben eine starke Ein-Stopp-Strategie umgesetzt und konnten den Soft-Stint sehr gut strecken. Dieser Teil war definitiv ein Highlight. Natürlich sind zwei Punkte etwas, das man mitnehmen kann, aber im grösseren Bild haben wir etwas Boden im WM-Kampf verloren, was nicht ideal ist. Trotzdem ist noch alles offen – zwischen den Teams ist es extrem eng, und jetzt zählt jedes Rennen, da nur noch drei ausstehen. Das Team hat heute bei Strategie, Auto-Vorbereitung und Boxenstopp grossartige Arbeit geleistet.»
Gabriel Bortoleto (DNF)
«Es war ein wirklich hartes Wochenende für mich, umso mehr, weil es mein erster Heim-Grand-Prix war und ich gehofft hatte, ein gutes Rennen vor meiner Familie und den Fans zu haben. Man hofft immer, gute Arbeit zu leisten oder zumindest ein solides Rennen zu fahren, und nicht einmal eine einzige Runde absolvieren zu können, war sehr schwer zu verkraften. Ich hatte einen guten Start, gewann sofort eine Position und ging auf einen weiteren Angriff, als ich mit Lance Stroll Kontakt hatte. Es war ein Rennzwischenfall in der ersten Runde, und solche Dinge können passieren, das ist Rennsport. Die Unterstützung unserer Fans an diesem Wochenende war unglaublich. Selbst in den schwierigen Momenten haben sie weiter gejubelt, meinen Namen gerufen und so viel Liebe gezeigt. Ich kann ihnen gar nicht genug danken – es bedeutet mir alles. Zu sehen, wie viel es meinem Land bedeutet, macht mich stolz, und ich hoffe, ich kann ihnen bald etwas zum Feiern geben. Wochenenden wie dieses sind für alle hart, aber wir werden weitermachen und für die letzten drei Rennen der Saison stärker zurückkommen.»
Das gab zu reden
Natürlich das schwarze Wochenende von Gabriel Bortoleto beim Heim-Auftritt: Der F1-Rookie aus Brasilien kann beim GP nicht mal eine volle Rennrunde absolvieren, bevor er wieder zum Nichtstun verdammt ist. Etwas, was er bereits vom Samstag kennt. Aufgrund seines fürchterlichen Unfalls im Sprint konnte er nicht zum Qualifying antreten, weil die Sauber-Mechaniker haarscharf den Wettlauf gegen die Zeit verloren und ihm kein fahrtüchtiges Auto bereitstellen konnten.
WM-Stände
Zur Fahrer-Wertung gehts hier!
Die Stimmen
Lando Norris (1.): «Ein guter Sieg. Ich bin stolz, ein perfektes Weekend. Es ist nie einfach. Die 24 Punkte Vorsprung auf Piastri? Ein kleiner Ausfall und schon ist alles weg. Zum Glück habe ich bisher jede Dummheit ignoriert, die über mich verbreitet wurde.»
Kimi Antonelli (2.): «Wo kam nur dieser Verstappen her? Mit ihm hatten die wenigsten gerechnet. Doch ich bin ruhig geblieben, habe den Rhythmus gefunden, konnte zur Not auch noch etwas Gas geben ...»
Max Verstappen (3.): «Die vielen Zwischenfälle haben mir sicher geholfen. Also musste ich heil durchkommen, das Auto war besser als am Samstag. Und Red Bull gibt nie auf. Zehn Sekunden hinter dem Sieger ist nicht schlecht. Aber die Jagd nach dem Titel wird immer schwieriger. Wir brauchen sehr viel Glück.»
So gehts weiter
Da warens nur noch drei ausstehende Grands Prix. Als Nächstes wird in Las Vegas (22. November) um WM-Punkte gekämpft, danach folgen noch Katar (30. November und am Tag zuvor der Sprint) und Abu Dhabi (7. Dezember).



