Qualifying
Red-Bull-Fiasko in Interlagos! Gleich beide Autos bleiben im Q1 hängen. Das ist vor allem für Max Verstappen ein brutaler Rückschlag im Kampf um die WM-Krone. «Kein Grip», funkt der Holländer frustriert an den Kommandostand, als feststeht, dass er als 16. den Cut der besten 15 überraschend verpasst hat. Den rettenden 15. Rang im Q1 nimmt übrigens mit Nico Hülkenberg ausgerechnet der einzige Sauber-Pilot ein, der an den Start gehen kann (siehe «Das gab zu reden»).
Hülkenberg setzt sich auch im Q2 auf den Schleudersitz – und schafft dann tatsächlich als Zehnter zum ersten Mal 2025 den Sprung ins Top-10-Finale. Da hat unter anderem Lewis Hamilton im Ferrari (13.) das Nachsehen. Im Pole-Kampf resultiert für Hülkenberg dann die zehnte Startposition. Die Sauber-Konkurrenten Racing Bulls (5. Isack Hadjar, 7. Liam Lawson) und Haas (8. Oliver Bearman) schneiden noch etwas besser ab.
Ganz zuvorderst ist Sprintsieger Lando Norris anzutreffen. Für den britischen WM-Leader, der zum 15. Mal in seiner Karriere auf der Pole steht, könnte es das perfekte Wochenende werden. WM-Rivale und McLaren-Teamkollege Oscar Piastri wird im Qualifying nur Vierter, der Australier muss neben Norris auch dem Italiener Kimi Antonelli im Mercedes (2.) und dem Ferrari-Monegassen Charles Leclerc (3.) den Vortritt lassen.
Derzeit führt Norris die WM-Wertung mit neun Punkten vor Piastri an. Mit 39 Zählern Rückstand folgt Verstappen als Drittklassierter. Aber Achtung: Verstappen hat vor einem Jahr in Interlagos gezeigt, dass man auch von Startplatz 17 aus den Brasilien-GP für sich entscheiden kann. Der vierfache Weltmeister dürfte auch dieses Mal wieder auf ein Regenrennen hoffen – und auf den Effekt des nach dem Qualifying-Debakel neu eingesetzten Motors in seinem Red Bull. Aufgrund dieses Schachzugs fährt er morgen aus der Boxengasse los.
Allerdings – zumindest gegen aussen – hat Verstappen den WM-Titel abgeschrieben. «Den kann ich auf jeden Fall vergessen», zitiert ihn die BBC nach dem Qualifying, das «einfach nur schlecht» gewesen sei. «Das Auto rutschte nur rum, ich musste wirklich vorsichtig zu Werke gehen, um es unter Kontrolle zu halten. Und im Qualifying geht das natürlich gar nicht», so der 28-Jährige gemäss «Speedweek».
Sauber
10. Nico Hülkenberg
Gabriel Bortoleto DNS
Es ist eine wahre Achterbahnfahrt, welche das Sauber-Team beim Brasilien-Qualifying erlebt. Lokalmatador Gabriel Bortoleto muss ohne Einsatz das Handtuch werfen (siehe «Das gab zu reden»), dafür weiss der deutsche Teamleader Nico Hülkenberg mit Startplatz zehn zu überzeugen.
Startaufstellung
1. Reihe: Norris – Antonelli
2. Reihe: Leclerc – Piastri
3. Reihe: Hadjar – Russell
4. Reihe: Lawson – Bearman
5. Reihe: Gasly – Hülkenberg
6. Reihe: Alonso – Albon
7. Reihe: Hamilton – Stroll
8. Reihe: Sainz – Verstappen*
9. Reihe: Ocon – Colapinto
10. Reihe: Tsunoda – Bortoleto
*Verstappen startet aufgrund des neu eingesetzten Motors aus der Boxengasse.
Qualifikation, 1. Teil (18 Minuten)
**
1. Norris 1:09,656
2. Gasly
3. Bearman
4. Piastri
5. Leclerc
6. Russell
7. Hamilton
8. Stroll
9. Hadjar
10. Lawson
11. Albon
12. Alonso
13. Sainz
14. Antonelli
15. Hülkenberg 1:10,337
-----------------------
16. Verstappen 1:10,403
17. Ocon
18. Colapinto
19. Tsunoda
20. Bortoleto (Auto nicht fertig)
**
**
Qualifikation, 2. Teil (15 Minuten)
**
1. Norris 1:09,616
2. Bearman
3. Antonelli
4. Leclerc
5. Piastri
6. Gasly
7. Russell
8. Lawson
9. Hadjar
10. Hülkenberg 1:09,985
-------------------
11. Alonso 1:10,001
12. Albon
13. Hamilton
14. Stroll
15. Sainz
**
**
Qualifikation, Pole-Kampf (12 Minuten)
**
1. Norris 1:09,511
2. Antonelli 1:09,685
3. Leclerc
4. Piastri
5. Hadjar
6. Russell
7. Lawson
8. Bearman
9. Gasly
10. Hülkenberg
Qualifikation, 1. Teil (18 Minuten)
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1. Norris 1:09,656
2. Gasly
3. Bearman
4. Piastri
5. Leclerc
6. Russell
7. Hamilton
8. Stroll
9. Hadjar
10. Lawson
11. Albon
12. Alonso
13. Sainz
14. Antonelli
15. Hülkenberg 1:10,337
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16. Verstappen 1:10,403
17. Ocon
18. Colapinto
19. Tsunoda
20. Bortoleto (Auto nicht fertig)
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Qualifikation, 2. Teil (15 Minuten)
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1. Norris 1:09,616
2. Bearman
3. Antonelli
4. Leclerc
5. Piastri
6. Gasly
7. Russell
8. Lawson
9. Hadjar
10. Hülkenberg 1:09,985
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11. Alonso 1:10,001
12. Albon
13. Hamilton
14. Stroll
15. Sainz
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Qualifikation, Pole-Kampf (12 Minuten)
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1. Norris 1:09,511
2. Antonelli 1:09,685
3. Leclerc
4. Piastri
5. Hadjar
6. Russell
7. Lawson
8. Bearman
9. Gasly
10. Hülkenberg
Die Stimmen
Lando Norris (1.): «Ich habe die erste Runde verhauen, es dann aber besser gemacht. Es läuft gut nach dem Sprint. Vieles entscheidet jetzt das Wetter.»
Kimi Antonelli (2.): «Wieder Zweiter wie im Sprint hinter Lando. Das muss sich mal ändern...»
Charles Leclerc (3.): «Mehr können wir momentan nicht mithalten. Aber die zweite Reihe ist immer gut für einen sensationellen Start.»
Das gab zu reden
«Wenn alles perfekt läuft, könnten wir es schaffen!» Sauber-Teamchef Jonathan Wheatley zeigt sich wenige Augenblicke vor dem Qualifying-Start gegenüber dem ORF optimistisch, dass die Mechaniker das Wunder tatsächlich vollbringen und Gabriel Bortoleto nach dem heftigen Abflug im Sprint ein fahrtüchtiges Auto hinstellen können. «Alles muss am Auto neu gemacht werden. So beschäftigt waren die Leute noch nie in der Garage», so Wheatley. Doch die fleissigen Sauber-Mechaniker verlieren den Wettlauf gegen die Zeit. Bortoleto kann nicht rechtzeitig losfahren, um am Q1 teilzunehmen. Es hilft auch nicht, dass das Q1 mit fünfminütiger Verspätung beginnt, da bei Kurve zehn noch Reparaturarbeiten notwendig sind.
So gehts weiter
Der viertletzte Grand Prix des Jahres beginnt am Sonntag um 18 Uhr Schweizer Zeit. Auf dem Autodromo José Carlos Pace müssen die F1-Stars 71 Runden à 4,309 Kilometer absolvieren.



