«Es ist eine sehr schwierige Entscheidung. Es tut weh. Es fliessen Tränen und es ist nicht einfach, die richtigen Worte zu finden, die reflektieren wie ich mich wirklich fühle.» Mit diesen Worten verkündet Curling-Legende Silvana Tirinzoni am Mittwochnachmittag auf Instagram ihr Karriereende.
«Es mag verrückt klingen, jetzt aufzuhören, während unser Team die Nummer 1 der Weltrangliste ist. Aber ich habe das Gefühl, dass ich mich an meine absolute Limits gepusht habe», so die 46-Jährige. «Curling wird immer Teil von mir sein und ich werde immer dankbar sein. Auch in den dunkelsten Zeiten meiner Karriere war klar, dass ich Curling liebe.»
Highlight kurz vor Karriere-Ende
Ihren grössten Erfolg feierte Tirinzoni vor rund zwei Monaten, als sie sich an den Olympischen Spielen in Cortina die Silbermedaille holte und zur ältesten Medaillengewinnerin an Winterspielen wurde. Olympisches Edelmetall hatte ihr bis zu diesem Zeitpunkt noch gefehlt, nachdem sie 2018 und 2022 noch leer ausgegangen war.
Die erfolgreichste Zeit hatte die 46-Jährige ab 2018 an der Seite von Alina Pätz (36). Zusammen mit ihrer ehemaligen Konkurrentin gewann sie unter anderem vier WM-Titel in Folge und blieb währenddessen während 42 WM-Spielen ungeschlagen. Dazu kommen unter anderem zwei WM-Silbermedaillen, zwei EM-Titel und sechs Siege bei Grand-Slam-Turnieren.
Zwei Teamkolleginnen bleiben übrig
Zum Abschluss ihrer Karriere musste Tirinzoni zuletzt aber nochmals einen Rückschlag hinnehmen. Kurz nach Olympia verpasste sie an den Schweizer Meisterschaften den Titel – und damit die Qualifikation für die WM. Stattdessen reiste das Team um Xenia Schwaller in die USA und gewann den Titel.
Nichtsdestotrotz überwiegen die positiven Erinnerungen. «Wir trennen uns als Freunde und blicken mit grosser Dankbarkeit auf die gemeinsame Zeit zurück. Die zahlreichen Erfolge und Erinnerungen werden für uns unvergessen bleiben», schreiben Tirinzoni Pätz, Carole Howald (33) und Selina Witschonke (27) auf Instagram.
Wie es für die Teamkolleginnen von Tirinzoni genau weitergeht, ist noch nicht abschliessend geklärt. Klar ist: Alle drei werden ihre Karriere fortsetzen. Wie von Blick angekündigt, wird sich Howald in Kanada auf das Mixed und die Rock League konzentrieren, planen Pätz und Witschonke ihre Zukunft gemeinsam und prüfen derzeit mögliche Optionen.