Die Situation könnte brisanter kaum sein: Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hatte kürzlich entschieden, dass der Eishockey-Weltverband (IIHF) die Rückkehr Russlands in den internationalen Spielbetrieb ermöglichen muss. Ein Urteil mit enormer Sprengkraft. Nationen wie Finnland und Kanada kündigten bereits vehementen Widerstand an, sollten die Russen aufs Eis zurückkehren. Auch Swiss Ice Hockey schaltete sich besorgt in die hitzige Debatte ein. Die Angst vor einer Spaltung der Eishockey-Welt und einem WM-Boykott geht um. Nun reagiert die IIHF mit einem offiziellen Statement.
IIHF in der Zwickmühle
Man sei mit dem CAS-Entscheid weiterhin nicht einverstanden, stellt der Weltverband klar. Dennoch sei man gezwungen, die rechtlichen Vorgaben aus Lausanne umzusetzen und die Bedingungen für ein mögliches Comeback der Russen zu prüfen. Oberste Priorität hätten dabei die Sicherheit der Turniere und die finanzielle Stabilität der Organisation. Um das drohende Chaos abzuwenden, sucht die IIHF nun zwingend das Gespräch mit allen betroffenen Parteien – explizit auch mit dem russischen Eishockeyverband.
Tür für Belarus bleibt zu
Deutlich kompromissloser zeigt sich das IIHF-Council im Fall Belarus. Die belarussische U20 und die A-Nati bleiben für die Weltmeisterschaften 2027 gesperrt. Zwar gab das Disziplinarkomitee einer Berufung der Belarussen zuletzt teilweise recht, doch eine sofortige Wiedereingliederung sei rechtlich nicht zwingend. Der Weltverband blockt eine Rückkehr rigoros ab und begründet dies mit organisatorischen Hürden: Spielpläne, Ticketverkauf und die gesamte Infrastruktur für die Turniere 2027 seien schlicht schon zu weit fortgeschritten.