Für den finnischen Eishockeyverband ist der Fall klar: Russland soll weiterhin nicht an internationalen Turnieren teilnehmen dürfen. «Solange der Angriffskrieg gegen die Ukraine andauert, werden wir nicht gegen Russland spielen», lässt sich Verbandspräsident Heikki Hietanen (67) in einer am Montag publizierten Mitteilung zitieren.
Das Statement ist eine Reaktion auf den Entscheid des Internationalen Sportgerichtshofs CAS am vergangenen Freitag, Russland ab 2027 wieder für sämtliche Wettbewerbe des Welt-Eishockeyverbands IIHF zuzulassen.
Man werde alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um Russland weiterhin von der Weltmeisterschaft fernzuhalten – und sei mit dieser Haltung nicht alleine: «Wir bringen derzeit so viele Länder wie möglich zusammen, um der IIHF zu signalisieren, dass keiner von uns unter diesen Umständen gegen Russland spielen wird», so Hietanen.
Seit Montag läuft demnach eine zweitägige Sitzung des IIHF-Vorstands, bei dem die Russland-Frage das Hauptthema ist.
Turku will Junioren-WM nicht austragen
Konkret geäussert hat sich am Montag auch die Verwaltung der finnischen Stadt Turku, wo im kommenden Jahr die U20-Weltmeisterschaft der Männer ausgetragen werden soll – falls Russland nicht teilnehme. «Solange Russland einen Angriffskrieg in der Ukraine führt, können wir nicht akzeptieren, dass die russische Nationalmannschaft in Turku spielt», lässt Bürgermeisterin Piia Elo (48) verlauten. Man hoffe darauf, dass die IIHF eine Lösung finde, um die Teilnahme Russlands zu verhindern.
Zuvor haben auch zwei weitere WM-Gastgeberländer ihren Unmut über die Zulassung Russlands geäussert: Kanada, wo in wenige Monaten die nächste U20-WM über die Bühne gehen wird, will die russische Auswahl nicht einreisen lassen. Und in Deutschland denkt der Eishockey-Bund über eine Rückgabe der Herren-WM im Mai 2027 nach.