War einst harter Kritiker
Ausgerechnet Rüpel-Winnik wird jetzt Regelhüter

Er war kein Kind von Traurigkeit und ein scharfer Schiri-Kritiker: Jetzt wird Ex-Genf-Kanadier Daniel Winnik Deputy Player Safety Officer beim Verband. Er filtert gefährliche Spielsituationen heraus.
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Ex-Servette-Kanadier Daniel Winnik (l.) liess seinem Ärger über Schiri-Leistungen immer mal wieder freien Lauf.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Daniel Winnik ist neuer stellvertretender Player Safety Officer
  • Als Genf-Spieler beschuldigte er 2023 einen Schiedsrichter, ihn 2019 geschlagen zu haben
  • Für NL-Direktor Vaucher hat Winniks Spieler-Vergangenheit nichts mit seiner neuen Rolle zu tun
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Der Verband beschäftigt bereits wieder einen neuen stellvertretenden Player Safety Officer, erneut ist es ein Ex-NL-Spieler: Daniel Winnik (41). Wem jetzt die Ohren klingeln, liegt richtig. Da war doch etwas mit Winnik und einem Schiedsrichter. Der Kanadier, der von 2018 bis 2024 für Servette stürmte, hatte im Herbst 2023 behauptet, von einem Ref geschlagen worden zu sein.

Der schwerwiegende Vorwurf wurde erst vier Jahre (!) später publik, weil er in Winniks Stellungnahme in einem Urteil des Einzelrichters wegen «Beschimpfung eines Offiziellen» gegen ihn lesbar war. Es handelte sich laut dem 41-Jährigen um einen Vorfall vom September 2019 im Spiel zwischen Servette und Biel. Daniel Stricker (51) habe ihn auf der Spielerbank geschlagen und seither auf dem Kieker gehabt. Der Vorfall wurde von Zeugen und Involvierten jedoch rasch relativiert und deshalb ad acta gelegt. Der Head-Schiedsrichter und Winnik waren bei der Spielerbank zwar verbal aneinandergeraten, der Haudegen gestikulierte dabei wild vor Strickers Gesicht, bis dieser einfach Winniks Arm wegdrückte.

Der Kanadier war in Ref-Kreisen bekannt dafür, ihr schärfster Kritiker zu sein und ihre Entscheide (gegen ihn) lauthals zu hinterfragen. Wie zum Beispiel im Januar 2020 nach einer 2:3-Niederlage in Bern. Da verlor der Schweizermeister (2023) und CHL-Sieger (2024) die Nerven, beleidigte das Schiri-Quartett, fasste seine zweite Spieldauer-Disziplinarstrafe der Saison. Er wurde deshalb automatisch für ein Spiel gesperrt und mit 2250 Franken gebüsst. In jenem Fall im Herbst 2023 schwenkte Winnik nach einem aberkannten Treffer ein weisses Handtuch Richtung Refs. Das kostete ihn 3000 Franken.

«Eine starke Spieler-Persönlichkeit»

Nun soll also dieser Winnik, der selbst kein Kind von Traurigkeit war und auf Schweizer Eis und in den sozialen Medien regelmässig die Refs sowie unsere Liga-Justiz kritisierte, gefährliche Spielsituationen herausfiltern. Er löst dabei David Racicot ab, der das Amt aus familiären und beruflichen Gründen niederlegte. Dieser war auf Ex-NL-Stürmer Dale McTavish (54, Zug, Zürich, Lakers) gefolgt, der solidarisch abtrat, als sein Chef Ryan Gardner (48, früher Bern, Zürich und Lugano) nach dem «Fall Bayreuther» gefeuert wurde. Winniks Chef ist Ex-Spieler Philipp Rytz (41, Olten, Langenthal, Lausanne, Langnau, Bern, Genf, Fribourg), der davor stellvertretender Schiri-Chef von Swiss Ice Hockey war.

Rytz ist es laut National-League-Direktor Denis Vaucher auch, der als Verantwortlicher in jedem Fall den Massstab setzt als Player Safety Officer (PSO). «Er wird Daniel Winnik zunächst an unser System heranführen», so Vaucher weiter. Bedenken hat er bei der Personalie trotz seiner auch mal unrühmlicher Vergangenheit in der NL nicht. «Winnik war eine starke Spieler-Persönlichkeit, der seine Meinung frei äussern konnte. Das hat aber nichts mit seiner neuen Rolle als stellvertretender PSO zu tun», stellt Vaucher klar.

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