Darum gehts
- Zuger Frauenteam seit der Gründung 2023 eine Erfolgsgeschichte
- Erster Meistertitel winkt vor heimischem Publikum
- Mehrere Ziele des Klubs wurden früher erreicht als erwartet
Als sich der EVZ vor drei Jahren entscheidet, das Schweizer Frauen-Hockey aufzumischen, erntet er mancherorts Kopfschütteln dafür. Der Grund? Die ambitionierten Ziele des Klubs, so rasch wie möglich in der höchsten Liga Spuren zu hinterlassen.
Das «Women & Girls»-Programm ist mit einem Konzept bis 2030 ausgestattet, und von Beginn weg werden Zuschauerzahlen im vierstelligen Bereich angepeilt – davon kann die Konkurrenz damals nur träumen. Von 2000 Zuschauern in der Meisterschaft sowie eines Tages 4000 in den Playoffs ist bei der Präsentation im Spätherbst 2022 die Rede. Von semiprofessionellen Strukturen, einer angestrebten Gleichstellung ebenso wie vom Meistertitel. Nach vier Jahren soll der erste Pokal her, und bis 2030 ein zweiter. «Ganz oder gar nicht», lautet das Motto von EVZ-CEO Patrick Lengwiler (48).
Erster Dämpfer motivierte noch mehr
Die Zuger werden belächelt, der direkte Einstieg in der höchsten Liga wird ihnen verwehrt. Na und? Das Team startet 2023/24 in der zweithöchsten Liga. Und legt seither eine Erfolgsgeschichte hin. Die Zugerinnen dominieren die SWHL B: Sie holen ungeschlagen das Punktemaximum (54) mit einem Torverhältnis von 317:7. In den Playoffs lautet es 128:2. Im März 2024 feiern sie den Meistertitel. Der Aufstieg in die Women’s League erfolgt direkt, weil die Lugano Ladies die Liga-Quali nicht mehr bestreiten – sie ziehen sich stattdessen aus dem Frauen-Hockey zurück.
In der ersten Saison im Oberhaus verlieren die Zugerinnen im sechsten Spiel erstmals, gehen insgesamt aber nur in sechs Partien als Verliererinnen vom Eis. Im Januar stemmen sie nach einem 5:3-Sieg gegen Fribourg den Cup-Pokal in die Höhe. Gestoppt werden die Quali-Zweiten im März 2025 erst im Playoff-Final von den Bernerinnen mit einem klaren 0:3 in der Serie (0:3, 1:6, 2:3 n. V.). Es ist der erste Dämpfer, den die Vizemeisterinnen um Captain Lara Stalder (31) einstecken müssen – der sie aber noch stärker antreibt.
Die Folge? Der EVZ holt sich in dieser Saison den Quali-Sieg und duelliert sich aktuell im Playoff-Final wieder mit den Bernerinnen um die Krone. Noch ein Erfolg fehlt den Zugerinnen zum Titel, den sie sich am Mittwoch vor Tausenden heimischer Fans holen könnten. Hinter das Zuschauerziel können sie längst einen Haken setzen: Bereits im letztjährigen dritten Halbfinalspiel gegen Davos wird in Zug die 4000er-Marke geknackt (4136). Im ersten Final-Match gegen Bern am letzten Wochenende sind 4040 in der OYM Hall. Feiern sie heuer den Meistertitel, ist auch dieses Ziel erreicht – sogar ein Jahr früher als angepeilt.