Nach Russland-Entscheid
Die Schweiz verzichtet auf WM-Boykottforderungen

Zahlreiche Eishockeyverbände drohen nach dem CAS-Entscheid, Russland wieder für internationale Turniere zuzulassen, mit einem Boykott – nicht aber die Schweiz, wie der SIH-Präsident nun erklärt.
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Marc Lüthi, Präsident des schweizerischen Eishockeyverbands, äussert sich erstmals öffentlich zum Russland-Entscheid des CAS.
Foto: keystone-sda.ch
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Eine knappe Woche nach dem Entscheid des Internationalen Sportgerichtshof CAS, Russland ab 2027 wieder für internationale Turniere zuzulassen, hat nun auch der schweizerische Eishockeyverband Swiss Ice Hockey Stellung zu den Boykottforderungen anderer Verbände bezogen.

Er sehe das Verdikt des CAS persönlich kritisch, sagt SIH-Präsident Marc Lüthi – auf Boykottforderungen, die vor allem aus Skandinavien zu hören gewesen sind, verzichtet die Schweiz aber. «Wir verurteilen Angriffskriege und akzeptieren diese nicht, momentan befinden wir uns aber nicht auf der politischen, sondern auf der sportlichen Ebene und es liegt nun in erster Linie an der IIHF, über die weiteren Schritte und die Umsetzung des Urteils zu entscheiden», so Lüthi, der sich aufgrund der Dringlichkeit des Themas ausnahmsweise bereits während seiner ersten 100 Tage im Amt öffentlich äussert.

«Keine vorschnellen Schlussfolgerungen»

Weiterhin seien viele Fragen offen – etwa, unter welchen Umständen eine Teilnahme Russlands möglich wäre und ob die Gründe für einen Ausschluss weiterhin bestehen. «Solange diese Fragen nicht geklärt sind, wäre es verfrüht, über mögliche Konsequenzen für die Schweiz zu spekulieren», erklärt Lüthi weiter.

Sobald Klarheit über das weitere Vorgehen der IIHF bestehe, werde man die Situation sorgfältig analysieren «und ohne vorschnelle und emotionale Schlussfolgerungen beurteilen.»

Veröffentlicht worden ist das Statement nur wenige Minuten vor dem ersten Saisonspiel der Schweizer Nationalmannschaft im Rahmen der Euro Hockey Tour gegen Finnland.

Putin: «Politisch statt rechtlich motiviert»

Zu den Ankündigungen einiger nationaler Verbände geäussert hat sich mittlerweile auch Wladimir Putin – und wenig überraschend sein Missfallen ausgedrückt. «Es handelt sich um einen klaren und groben Verstoss gegen gerichtliche Entscheidungen und damit auch gegen die Institution der Demokratie», sagt der russische Präsident laut der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag.

Für ihn sind die Einschränkungen für den russischen Sport «eher politisch als rechtlich motiviert.» Putin, der den Krieg in der Ukraine als Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte verantwortet, gilt als grosser Eishockey-Liebhaber – und lobt den Entscheid des CAS.

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