Das fünfte Spiel in fünf Tagen – was haben die Davoser mit dieser happigen Ausgangslage den wieselflinken US-Boys noch entgegenzusetzen? Genug, um das junge Überraschungsteam so richtig zu fordern.
Der HCD übersteht die erste Druckwelle der College-Auswahl, die den Gastgeber von Anfang an mit schnellen, gradlinigen Vorstössen versucht zu überrumpeln. Die Bündner lassen sich aber nicht aus dem Spiel drängen, weil sie auch selbst ab und an gefährliche Nadelstiche setzen können. Mehr als das: Sie gehen immer wieder in Führung, der die US-Boys nachrennen müssen.
Dass Corvi am Vorabend den Halbfinal gegen Fribourg (3:1) zu Schonungszwecken ausgesetzt hat, zahlt sich aus: Vor dem 1:0 gewinnt der Center entscheidend das Bully und auch Tambellinis 3:2 lanciert er. Apropos Tambellini: Der Kanadier ist noch nicht der verlässliche Goalgetter von letzter Saison. Seit Ende November wartet der 31-Jährige auf einen Torerfolg. Dass er seine Durststrecke erst im Spengler-Cup-Final beendet, da dürfte niemand etwas dagegen haben.
Für den HCD die grösste Herausforderung: Die Tempovorstösse der wirbligen Gegner unterbinden zu können. Da ist die Defensive, die ohne den im Halbfinal verletzt ausgeschiedenen Fora antreten muss, gefordert. Das bekommt das Duo Frick/Barandun zu spüren. Vor dem 1:1-Ausgleich reagiert Frick zu spät bei Torschütze Walsh. Und vor dem 3:3 lassen Frick und Barandun den Gegnern zu viel Platz in der Gefahrenzone vor dem vielbeschäftigten Torhüter Aeschlimann. Doch Frick, der im Pauseninterview sagt: «Reserven sind noch da», trumpft vor Tambellinis erstem Treffer wieder auf, als er drei Amis beschäftigt, einen Schuss antäuscht, und so entscheidend Platz schafft.
Der HCD muss rackern, weil sich die College-Auswahl nicht abschütteln lässt. Und weil er beste Chancen (Asplund, Nussbaumer) auslässt. Die Davoser pressen nochmals alles aus ihren Beinen, sobald sie eine gute Möglichkeit für einen Vorstoss wittern. Der davor glücklose Zadina ist es, der sie ein viertes – und letztes – Mal in Führung bringt, aus seinem Jubel bricht die letzte Energiereserve. 87 Sekunden später doppelt Corvi nach und zieht den frechen und mutigen US-Boys den Stecker, die bis dahin ein grossartiges Turnier gespielt haben.
Doch dem HCD gelingt es, beflügelt durch die Dominanz aus der Liga-Meisterschaft, mit letzter Energie zum 17. Turniersieg zu fliegen. Trotz Mammutprogramm, aber mit viel Selbstvertrauen. Für Trainer Josh Holden, dessen Energiemanagement optimal gewesen ist, ist es bereits der zweite Spengler-Cup-Erfolg nach 2023.
Fans: 6267 (ausverkauft)
Tore: 12. Asplund (Corvi) 0:1. 14. Walsh (Knuble/PP) 1:1. 15. Tambellini (Frick) 1:2. 24. Fink (Walsh, Pohlkamp) 2:2. 32. Tambellini (Corvi) 2:3. 34. Musa (Hughes, Fink) 3:3. 56. Zadina (Andersson) 3:4. 57. Corvi (Jung) 3:5. 58. Stransky 3:6 (ins leere Tor).


