Kurashev vor Debüt mit Lausanne
«Die NHL werde ich sicher nicht aufgeben»

Nach langem Hin und Her hat sich Philipp Kurashev (27) für Lausanne entschieden. In seinem ersten Interview nach seiner Unterschrift spricht der Nati-Stürmer mit Blick über einen seltsamen Sommer und seine Hoffnung auf eine NHL-Rückkehr.
Kommentieren
1/5
Philipp Kurashev steht vor seinem Debüt bei Lausanne.
Foto: Pius Koller
Blick_Gregory_Beaud.png
Grégory BeaudJournaliste Blick

Nachdem San José ihn nach einer durch eine Verletzung gebremsten letzten Saison nicht weiterverpflichtet hatte, verbrachte Philipp Kurashev (27) den Sommer und den Beginn des Herbstes in vertragslosem Zustand und wartete vergebens auf ein NHL-Angebot. Am Samstag beendete Lausanne die Ungewissheit und gab die Verpflichtung des Nati-Stürmers für die laufende Saison bekannt – mit einer Verlängerungsoption und einer Klausel für die NHL. Einige Tage zuvor hatte sich Kurashev mit seiner Mutter beim Spiel Lausanne – Ajoie auf die Tribüne der Vaudoise Arena geschlichen – in der Hoffnung, unbemerkt zu bleiben. Es kam anders. Nun steht er vor dem Debüt bei den Waadtländern – wenn es mit den Papieren rechtzeitig klappt, schon am Dienstagabend auswärts in Kloten.

Blick: Wie haben Sie die vergangenen Wochen erlebt?

Philipp Kurashev: Es war sehr speziell. Zum ersten Mal war ich derart lange ohne Vertrag und wusste nicht, wo ich spielen würde: viel Stress, viele schwierige Entscheidungen, viel Warterei und unnötig verlorene Zeit. Es war ein seltsamer Sommer. Ich bin froh, dass er hinter mir liegt.

War Ihre Entscheidung bereits gefallen, als Sie am Mittwoch das Spiel Lausanne gegen Ajoie besuchten?

Nein. Ich wollte einfach ein Spiel von Lausanne sehen, die Stadt und Stimmung kennenlernen. Ich hatte Tickets für meine Mutter und mich gekauft und wollte eigentlich unbemerkt bleiben. Die Kameraleute haben mich dann aber entdeckt – schlimm ist das jedoch nicht.

Philipp Kurashev persönlich

Der am 12. Oktober 1999 in Davos geborene Nati-Stürmer lernte das Hockey-Einmaleins beim SCB und den GCK Lions. Über die kanadische Juniorenliga QMJHL schaffte der Sohn von Trainer Konstantin Kurashev (aktuell bei Erstligist Herisau) den Sprung in die NHL, wo er 2018 von den Chicago Blackhawks gedraftet wurde. Nach Stationen bei Chicago und den San Jose Sharks bestritt der WM-Silbergewinner von 2024 360 NHL-Spiele. Der torgefährliche Spielmacher überzeugt durch Übersicht und feine Technik.

Der am 12. Oktober 1999 in Davos geborene Nati-Stürmer lernte das Hockey-Einmaleins beim SCB und den GCK Lions. Über die kanadische Juniorenliga QMJHL schaffte der Sohn von Trainer Konstantin Kurashev (aktuell bei Erstligist Herisau) den Sprung in die NHL, wo er 2018 von den Chicago Blackhawks gedraftet wurde. Nach Stationen bei Chicago und den San Jose Sharks bestritt der WM-Silbergewinner von 2024 360 NHL-Spiele. Der torgefährliche Spielmacher überzeugt durch Übersicht und feine Technik.

Was hat den Ausschlag für Lausanne gegeben?

Die Gespräche waren von Anfang an sehr gut. Das Team ist derzeit etwas geschwächt, aber wenn alle gesund sind, ist es wirklich eine Mannschaft, die in die Spitzengruppe gehört. Die Stadt gefällt mir sehr, und alle haben mich mit offenen Armen empfangen. Es hat alles gepasst.

Für einen Deutschschweizer ist der Wechsel in die Romandie nicht immer einfach.

Für mich schon. Ich musste in meinem ganzen Leben immer wieder umziehen und hatte in der Schweiz nie wirklich ein Zuhause, wenn man das so sagen kann. Seit mehr als zehn Jahren lebe ich im Ausland.

Wo stehen Sie körperlich?

Offiziell habe ich schon lange kein Spiel mehr bestritten und Eis zu finden, war nicht immer einfach. Oft habe ich allein trainiert, später dann im Team meines Vaters in Herisau. Aber zum ersten Mal seit einigen Jahren fühle ich mich wieder zu 100 Prozent gesund und das ist das Wichtigste.

Ihr Vertrag enthält eine NHL-Klausel. Müssen die Lausanne-Fans zittern?

Zwischen dem Team und mir ist klar: Ich bin zu 100 Prozent für Lausanne hier, physisch und psychisch. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen.

Andere sind nach einem Abstecher in die National League wieder in die NHL zurückgekehrt. Doch solche Fälle sind rar. Lebt dieser Traum weiterhin?

Ja, natürlich. Mein Ziel ist es, in die NHL zurückzukehren. Ich weiss, dass ich dafür gut spielen muss, und das motiviert mich. Ich werde ganz sicher nicht aufgeben.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
National League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
ZSC Lions
ZSC Lions
12
25
33
2
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
13
3
24
3
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
12
2
21
4
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
12
14
21
5
Lausanne HC
Lausanne HC
14
1
21
6
SC Bern
SC Bern
11
4
20
7
SCL Tigers
SCL Tigers
13
3
19
8
HC Ajoie
HC Ajoie
14
-4
19
9
EV Zug
EV Zug
8
11
16
10
HC Davos
HC Davos
13
-7
16
11
HC Lugano
HC Lugano
12
-3
15
12
EHC Biel
EHC Biel
12
-6
13
13
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
13
-18
11
14
EHC Kloten
EHC Kloten
13
-25
9
Playoffs
Qualifikationsspiele
Relegation Play-Offs
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen