Schweizer will nach Schweden
Gut gemacht, Herr Egli!

Die Welt steht Kopf: Den Saudis laufen die Kicker weg und ein Schweizer Eishockeyprofi geht nach Schweden. Was sagt uns das?
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Spengler Cup gewonnen und dann ab nach Schweden? Dominik Egli will im Norden an seinem Spiel feilen.
Foto: keystone-sda.ch

Den Saudis laufen die Fussballer davon. Die Hendersons und Benzemas sind zwar eben erst für exorbitante Summen gekommen, wurden aber offenbar von den Prinzipien «Andere Länder, andere Sitten» und «Schmerzensgeld» so auf dem linken Fuss erwischt, dass in der Hirnrinde sofort die Syndesmosebänder gerissen sind. Eigenwillige Klubbesitzer, fehlende Zuschauer, lange Staus auf Autobahnen, Zank um vertraglich zugesicherte Zahlungen – das sind nur ein paar Details aus der Mängelliste, die kürzlich von den reumütigen Kickern publik gemacht wurde. 

Schweizer Eishockeyprofis bleiben von solchen Auswüchsen verschont. Wer in die NHL abwandert, gerät in ein Biotop, das durch Tarifvertrag und Gewerkschaft geschützt ist. Wer in der Schweiz bleibt, ist im attraktivsten Umfeld ausserhalb der NHL beschäftigt. Warum also weg? Konkurrenz aus Saudi-Arabien droht dem Schweizer Eishockey vorerst nicht, und die Asien-Winterspiele 2029 sind zwar an die Saudis vergeben worden, werden aufgrund einer mehrheitsfähigen geopolitischen Einschätzung aber ohne Schweizer Beteiligung über die Bühne gehen.

Profit, alles andere ist Nebensache? Hier nicht.

Was bleibt? Dominik Egli. Streng nach dem Vorbild der Idole Marcel Jenni, Severin Blindenbacher oder Martin Plüss (gibt noch andere, aber es muss Platz gespart werden) will der Davoser Verteidiger nach Schweden auswandern, um – festhalten: besser zu werden. Dafür wird der junge Mann (25) allerdings auf Geld verzichten müssen, weil ja in Schweden keiner auf ihn gewartet hat. Das klingt übrigens unfreundlicher, als es gemeint ist. Dieser Ausbruch aus dem goldenen Käfig hat exemplarische Bedeutung, ist aber auch ein Anachronismus, weil Verzicht aufgrund der aktuellen Weltordnung (Profit, alles andere ist Nebensache) total daneben ist. Wir finden: Gut gemacht, Herr Egli.

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National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
49
63
108
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
49
45
94
3
ZSC Lions
ZSC Lions
49
28
85
4
HC Lugano
HC Lugano
49
31
85
5
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
49
2
82
6
Lausanne HC
Lausanne HC
49
22
81
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
49
-11
73
8
EV Zug
EV Zug
49
-14
73
9
SC Bern
SC Bern
49
-7
66
10
EHC Biel
EHC Biel
49
-21
64
11
SCL Tigers
SCL Tigers
49
0
64
12
EHC Kloten
EHC Kloten
49
-18
61
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
49
-49
54
14
HC Ajoie
HC Ajoie
49
-71
39
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