Hier kommen die Meisterhelden im Stadion an
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Partystimmung in der Nacht:Hier kommen die Meisterhelden im Stadion an

Schweizer Gruselkabinett
Nur die Pokale passen nicht zur schönsten Eishockey-Zeit des Jahres

Als die National League noch die Nationalliga A war, wurde dem Meister jeweils ein erhabener Pokal übergeben. Tafelsilber. So, wie es sein sollte. 1992 verlor man im Schweizer Eishockey aber den Faden und die Nerven, besser wurde es bis heute nicht. Ein Gruselkabinett.
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SC Langnau, Meister 1976. Der Meisterbecher war damals eine dezent schöne Trophäe.
Foto: Blick Sport
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Dino KesslerLeiter Eishockey-Ressort
Champions League aller Pokale: Die Trophäe der Champions League der Fussballer.
Foto: Icon Sport via Getty Images

So sollte ein Pokal aussehen. Champions League. Buchstäblich. Das können die Fussballer besser als die (Schweizer) Eishockeyaner. Tafelsilber. Ein Becher, Griffe, ein paar bunte Bänder für den Festtag. Mehr braucht es nicht. 

Die Pokale im Schweizer Eishockey seit Einführung der Playoffs (1986)

Der Schönste

Schweizermeister 1976 SC Langnau: Der schöne Pokal wurde in der damaligen Nationalliga A bis 1991 vergeben.
Foto: Blick Sport

Klein und fein und vor allem: Tafelsilber. So darf ein Pokal gerne aussehen. Der dezent schöne Becher, der während langer Jahre in der Nationalliga A überreicht wurde, war bis 1991 der Standard. Der letzte Klub, der das Glück hatte, diesen Pokal zu empfangen, war der SC Bern. 

Grosser Mann, schöner Pokal: Geo Mantegazza (1928–2024) zeigt die Trophäe für den Meistertitel 1987.
Foto: foto-net / Remy Steinegger

Der «Was ist denn das?»-Pokal

Champions 1992 – der SC Bern. Der erste Meister, der den «Was ist denn das»-Pokal überreicht bekam (Der Pokal ist das graue Gebilde am Boden vor Goalie Renato Tosio).
Foto: Keystone

Berühmt wurde das Gebilde, das an einen im Wasserbad erstarrten Bleiklumpen erinnerte, durch die vier Meistertitel des EHC Kloten von 1993 bis 1996. Unvergessliche Bilder. Bis heute weiss keiner, was dieser Pokal darstellen sollte. So was passiert, wenn man die Gestaltung einer Trophäe Designern überlässt. Bis 1996 im Umlauf. 

Der zweite von vier Titeln in Folge: Kloten feiert 1994.
Foto: foto-net / Kurt Schorrer
Schweizer Meister der Playoff-Ära (seit 1986)

1986 HC Lugano
1987 HC Lugano
1988 SC Bern
1989 HC Lugano
1990 HC Lugano
1991 SC Bern
1992 SC Bern
1993 EHC Kloten
1994 EHC Kloten
1995 EHC Kloten
1996 EHC Kloten
1997 SC Bern
1998 EV Zug
1999 HC Lugano
2000 ZSC Lions
2001 ZSC Lions
2002 HC Davos
2003 HC Lugano
2004 SC Bern
2005 HC Davos
2006 HC Lugano
2007 HC Davos
2008 ZSC Lions
2009 HC Davos
2010 SC Bern
2011 HC Davos
2012 ZSC Lions
2013 SC Bern
2014 ZSC Lions
2015 HC Davos
2016 SC Bern
2017 SC Bern
2018 ZSC Lions
2019 SC Bern
2020 keine Titelvergabe (Covid-Pandemie)
2021 EV Zug
2022 EV Zug
2023 Servette
2024 ZSC Lions
2025 ZSC Lions

1986 HC Lugano
1987 HC Lugano
1988 SC Bern
1989 HC Lugano
1990 HC Lugano
1991 SC Bern
1992 SC Bern
1993 EHC Kloten
1994 EHC Kloten
1995 EHC Kloten
1996 EHC Kloten
1997 SC Bern
1998 EV Zug
1999 HC Lugano
2000 ZSC Lions
2001 ZSC Lions
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2003 HC Lugano
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2019 SC Bern
2020 keine Titelvergabe (Covid-Pandemie)
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Der Schirmständer

Umgedrehter Verkehrsleitkegel: EVZ-Captain André Rötheli 1998 mit dem Schirmständer.

Ein blaues Wunder? Damals verzichtete man offensichtlich auf kreative Inputs und bediente sich stattdessen beim Tiefbauamt: Ein Verkehrsleitkegel (auch Pylone genannt) wurde kurzerhand umgedreht, blau bepinselt und mit Sockel und Griffen versehen. Damit wurde verständlicherweise verschiedentlich Schindluder getrieben, beim HC Lugano (2006 letztmals Meister) dachte man wenigstens über eine Verbesserung nach und lackierte den Pokal kurzerhand in den Vereinsfarben um. Dieser Pokal wurde mehrfach in Einzelteile zerlegt, aber Ersatz war auch schnell wieder zur Hand. Dafür musste man höchstens bis zur nächsten Strassenbaustelle. Bis 2007 im Umlauf. 

2006 feiert der HC Lugano seinen bisher letzten Meistertitel. Den Schirmständer lackierte man in den Vereinsfarben, was optisch eine Verbesserung war.
Foto: TOTO MARTI

Twin-Skate (aka «Pinkel-Pott»)

Puckeinwurf beim Twin-Skate, im Volksmund «Pinkel-Pott» genannt. Seit 2008 im Umlauf.

Twin-Skate heisst der aktuelle Pokal laut Hockeyverband, der diesen Augenschmerz 2008 als Nachfolger des dunkelblauen Schirmständers eingeführt hatte. Dabei war man damals sicher, dass es schlimmer nicht kommen könne. Schuld an dieser Scheusslichkeit in Uringelb hat also nicht die National League. Aber sie tut nichts dagegen.

Twin-Skate soll laut Hersteller an einen Eiskristall erinnern, aber wo zum Teufel gibt es solche Eiskristalle? Der Pokal wird im Volksmund «Pinkel-Pott» genannt, und das bleibt auch so. Der Gipfel: Vor der Übergabe wird da stets noch ein gelber Puck eingeworfen. Wer kommt auf solche Ideen? Die Chance, das Teil loszuwerden, wurde 2015 verpasst: Umgehend nach der Übergabe im Zürcher Hallenstadion wurde der Pokal von HCD-Spielern zerstört (siehe Beweisfoto). Den grössten Auftritt hatte Twin-Skate 2012, als der ZSC-Captain Mathias Seger nach der Meisterfeier morgens um 8 Uhr mit dem Pokal im 11er-Tram gesichtet wurde.

In flagranti erwischt: Beat Forster mit dem eben zerstörten Pokal. 2015 konnte der HCD seinen bisher letzten von sechs Playoff-Meistertiteln feiern.
Foto: TOTO MARTI
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National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
52
71
117
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
52
46
100
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
52
15
91
4
ZSC Lions
ZSC Lions
52
32
91
5
HC Lugano
HC Lugano
52
30
89
6
Lausanne HC
Lausanne HC
52
18
85
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
52
-4
81
8
EV Zug
EV Zug
52
-19
75
9
SC Bern
SC Bern
52
-10
68
10
EHC Biel
EHC Biel
52
-22
67
11
SCL Tigers
SCL Tigers
52
-7
64
12
EHC Kloten
EHC Kloten
52
-26
63
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
52
-49
59
14
HC Ajoie
HC Ajoie
52
-75
42
Playoffs
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