Round-up zur 37. Runde der National League
SCB bezwingt Angstgegner – überheblicher ZSC beinahe bestraft

Nach einer 3:0-Führung setzt sich der SC Bern in Kloten letztlich mit 3:2 durch. Der 5:3-Sieg des ZSC gegen Ajoie gerät trotz 4:0-Vorsprung nochmals in Gefahr.
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Der SC Bern holt sich wichtige drei Punkte in Kloten im Kampf um die Play-In-Plätze.
Foto: keystone-sda.ch

Kloten – Bern 2:3

Zum Heulen für Kloten: Wolf macht SCB ein Geschenk
4:22
EHC Kloten – SC Bern 2:3:Zum Heulen für Kloten: Wolf macht SCB ein Geschenk

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Nach Ajoie bezwingt der SCB im dritten Anlauf auch den zweiten Angstgegner. Gegen Kloten, einer der direkten Konkurrenten im Kampf um einen Play-In-Platz, hatte das Team aus der Bundesstadt die ersten beiden Spiele ebenfalls verloren.

Die Berner bestimmen dabei zwar zunächst das Geschehen, wirken aber erneut ziemlich harmlos. Es fehlt die Durchschlagskraft, die Angriffe sind zu brav. In Führung gehen die Gäste aber dennoch. Ex-Kloten-Star Miro Aaltonen spielt den Puck zur Mitte. Dort kontrolliert Verteidiger Noah Delémont zwar den Stock von Victor Ejdsell. Doch der Schwede nimmt den Puck mit dem Schlittschuh mit und bezwingt Goalie Ludovic Waeber im Nachsetzen.

Kloten reagiert vehement auf einen lauen Auftritt im Startdrittel. Das Team von Lauri Marjamäki schraubt das Tempo hoch und macht Druck. Der SCB hingegen steht still, vermag sich nur noch vor Goalie Adam Reideborn einzuigeln. Dass der Ausgleich nicht fällt, hat der SCB nicht Heldentaten des Schweden zu verdanken, sondern dem Klotener Unvermögen im Abschluss.

Mitten in die Dominanz der Zürcher Unterländer fällt dem SCB das 2:0 wie ein Geschenk des Himmels vor die Füsse. Verteidiger Bernd Wolf verliert als hinterster Mann die Scheibe an Mats Alge und der ehemalige Rappi-Stürmer erzielt sein fünftes Saisontor. Ein harter Schlag für Kloten, zumal Hardy Häman Aktell mit einem verdeckten Schuss auf 3:0 erhöhen kann.

«Gute Sachen passieren manchmal»
1:30
Sidler im Interview:«Gute Sachen passieren manchmal»

Dario Sidler schiesst zwar postwendend das erste Tor für die Gastgeber und nach der zweiten Pause gelingt Max Lindroth das Anschlusstor, als er dem Schiessbefehl der Fans mit einem Hammer Folge leistet. Doch der SCB bewegt jetzt seine Beine wieder und bringt den Sieg ins Trockene. So klettert das Team von Heinz Ehlers auf Kosten von Kloten über den Strich auf Platz 10.

Fans: 4218.
Tore: 15. Ejdsell (Aaltonen, Marchon) 0:1. 29. Alge 0:2. 39. Häman Aktell (Merelä, Rhyn) 0:3. 40. Sidler (Gignac, Ramel) 1:3. 46. Lindroth (Simic/PP) 2:3.

Ajoie – ZSC Lions 3:5

Tic, Tac, Toe mit Balcers, Grant und Kukan
3:03
HC Ajoie – ZSC Lions 3:5:Tic, Tac, Toe mit Balcers, Grant und Kukan

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Am 21. November bezogen die ZSC Lions gegen Ajoie eine 2:3-Heimblamage. Erstmals überhaupt waren in der Swiss Life Arena Pfiffe gegen das eigene Team zu hören und es wurde die zweite Krise der Zürcher in dieser Saison eingeläutet. Von dieser haben sie sich inzwischen erholt, an diesem Dienstagabend landen sie den sechsten Sieg aus den letzten acht Spielen.

Der Meister macht zunächst von der ersten Minute an klar, dass er keinerlei Lust auf neuerliche Störmanöver des Tabellenletzten hat. Bis zur 19. Minute erspielt er sich eine 4:0-Führung. Die Hintermannschaft der Jurassier inklusive Goalie Ciaccio ist gegen die kreativen Zürcher völlig überfordert. Es gibt wieder Pfiffe – dieses Mal in Pruntrut gegen Ajoie.

Und es braucht nach dem Startfurioso des Meisters viel Fantasie, um sich vorstellen zu können, dass es in dieser Partie nochmals spannend werden könnte. Aber genauso kommt es tatsächlich. Denn die Zürcher schalten zu früh zwei Gänge zurück. Diese Überheblichkeit führt dazu, dass sich Ajoie durch Tore von Devos, Thiry (sein erster Treffer seit über drei Jahren!) und Nättinen zurückmelden kann und gar Chancen zum 4:4 hat.

Zum Zürcher Rettungsanker wird dann eine Strafe gegen Berthoud, die Andrighetto zum 5:3 und der definitiven Entscheidung nutzt. Die ZSC Lions haben es geschafft, in einem Spiel zwei völlig verschiedene Gesichter zu zeigen, und sind letztlich mit einem blauen Auge davongekommen.

Fans: 3551.
Tore: 3. Malgin (Andrighetto, Lehtonen/PP) 0:1. 11. Balcers (Grant, Kukan) 0:2. 16. Baechler (Aberg) 0:3. 19. Lehtonen (Rohrer, Andrighetto) 0:4. 24. Devos (Cormier, Fey) 1:4. 32. Thiry (Pedretti) 2:4. 51. Nättinen (Berthoud, Pedretti) 3:4. 55. Andrighetto (Lehtonen/PP) 3:5.

Ambri-Piotta – Zug 4:0

Zwerger-Lupfer ins Ambri-Glück
3:03
HC Ambri-Piotta – EV Zug 4:0:Zwerger-Lupfer ins Ambri-Glück

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Drittes Spiel im neuen Jahr, dritte Niederlage für die Zuger, die 2026 erst einen Treffer zustande gebracht haben. Offensive Impotenz, allgemeine Verunsicherung, defensive Unzulänglichkeiten. So die Kurzfassung, auch des Duells gegen Ambri.

Die Leventiner wittern ihre Chance darin, den EVZ konsequent unter Druck zu setzen. Der in der Vergangenheit meist blasse und einflusslose Formenton kommt zu gefährlichen Möglichkeiten, die er in den letzten Spielen zusammengezählt nicht gehabt hat. Die Zuger laufen auf den Felgen und lassen ihre wenigen guten Chancen aus, so steigt der Frust.

Als Verteidiger Sklenicka zu spät dran ist, den alleine losstürmenden Formenton regelwidrig stoppt und so einen Penalty verursacht, macht EVZ-Captain Kovar seinem Ärger verbal Luft und muss dafür in die Kühlbox. Von dort sieht er, wie Joly seinen Goalie Genoni bezwingt. Der Meisterkeeper ist es, der die Zuger vor einem grösseren Rückstand bewahrt. Bei den Gegentoren Nummer zwei und drei ist aber selbst er machtlos.

Als nach dem Bully die Scheibe zu Zwerger prallt, enteilt der Ösi leichten Fusses, selbst Zugs sonstiger Tempostürmer Hofmann hat das Nachsehen. Zwergers Lupfer über Genonis Fanghand zum 2:0 löst Glücksgefühle aus in der Leventina. Manix Landry tut es ihm gleich, er überläuft bei seinem Treffer zum 3:0 einfach EVZ-Verteidiger Stadler. Und auch Formenton wird noch zum Torschützen, irgendwie, denn versenkt hat der Kanadier die Scheibe nicht im von Genoni verlassenen Kasten. Sklenicka hindert ihn am Abschluss, ihm wird ein technisches Tor zugesprochen. So endet für Ambri die Niederlagenserie nach sechs Spielen.

«Hatte zuerst keine Ahnung, was ich mache»
1:17
Zwerger über sein Tor:«Hatte zuerst keine Ahnung, was ich mache»

Und der EVZ? Erwartungen und Realität klaffen auseinander. Wie dieses Zug zurück in die Spur finden soll, wird für Trainer Michael Liniger zur grossen Bewährungsprobe.

Fans: 6185.
Tore: 34. Joly 1:0 (Penalty). 48. Zwerger 2:0. 50. M. Landry (DiDomenico, Heed) 3:0. 60. Formenton 4:0 (technisches Tor ins leere Tor).

Biel – Davos 4:3 n.P.

Haas versucht sich vergebens als Goalie
5:16
EHC Biel – HC Davos 4:3 n.P.Haas versucht sich vergebens als Goalie

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Nach sieben Partien in acht Tagen bekam Spengler-Cup-Sieger Davos einen spielfreien Sonntag und Montag. Doch dieses Geschenk ist den Bündnern nicht gut bekommen, gleich vier Spieler (Tambellini, Gredig, Parrée, Nussbaumer) melden sich krank ab. Und so werden beim Auswärtsspiel in Biel einerseits die Verbliebenen erst recht gefordert und andererseits spezielle Massnahmen nötig.

Verteidiger Barandun wird kurzerhand zum Stürmer umfunktioniert und dazu kommt der 18-jährige Niklas Aebli, der Liga-Topskorer in der U21-Meisterschaft, zu seinem Debüt in der National League. Biel kann derweil wieder auf seine von der U20-WM zurückgekehrten Jungstars Neuenschwander und Blessing zählen.

Durch ein kurioses Tor von Asplund geht der HCD in Führung, als Goalie Janett etwas gar hektisch vor seinem Tor herumhüpft und sich anschliessend Captain Haas vergebens als Goalie versucht. Biel ist mit dem souveränen Tabellenführer mehrheitlich auf Augenhöhe, stellt sich aber durch ein liederliches Powerplay selbst vor Probleme. Denn Davos erspielt sich mit seinen Kontern die gefährlicheren Chancen.

Dies lässt die Bündner etwas beim vierten Unterzahlspiel übermütig werden, und als dann Fora nach einem Pfostenschuss von Stransky den zurückprallenden Puck nicht behändigen kann, wird der HCD in Unterzahl von Biel ausgekontert – Hofer trifft mittels Solovorstoss. Und jetzt schauen die Davoser, die zuvor mehrfach in Unterzahl das 2:0 vergeben haben, ziemlich dämlich aus der Wäsche.

Aber dem Spiel tut der Ausgleich durchaus gut. Und dann haben Sylvegaard und Stampfli in der 48. Minute Lust auf eine Doppelpass-Show, die der Erstgenannte souverän mit dem 2:1 abschliesst. In dieser Phase wird offensichtlich, wer über mehr Energie verfügt, und dies sind die Seeländer. Als Andersson auf 3:1 erhöht, scheint die Lage für Davos aussichtslos.

Doch dann kommt Verteidiger-Juwel Dionicio, der neben viel Genialität auch immer wieder Undiszipliniertheiten zeigt, auf die suboptimale Idee, Lemieux hinter dem Tor umzureissen. Dieses Mal sticht das Davoser Powerplay durch den immer besser in Fahrt kommenden Lemieux. Und 3,9 Sekunden vor Schluss gleicht Zadina tatsächlich noch aus. Biel zahlt für Dionicios ungeschickte Aktion einen hohen Preis. Aber es gibt doch noch ein Happy End: Im Penaltyschiessen machen die Seeländer aus einem 0:2-Rückstand ein 3:2. Hofer, der mit dem 1:1 bereits im Spiel für den Umschwung gesorgt hatte, hat das letzte Wort.

Fans: 5844.
Tore: 5. Asplund (Andersson, Stransky) 0:1. 26. Hofer (PP) 1:1. 48. Sylvegaard (Stampfli, Dionicio) 2:1. 52. Andersson (Blessing, Cajka) 3:1. 53. Lemieux (Zadina, Fora/PP) 3:2. 60. Zadina (Frick, Corvi) 3:3 (ohne Goalie).
Penaltytore: Sylvegaard, Rajala, Hofer; Ryfors, Zadina.

Genf-Servette – SCRJ Lakers 3:1

Diese zwei Eigentore legen Rappi lahm
2:43
Genf – SCRJ Lakers 3:1:Diese zwei Eigentore legen Rappi lahm

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Die Lakers müssen sich mit einer Rumpftruppe gegen Servette wehren. Trainer Lundskog bringt nicht mal mehr vier komplette Sturmlinien aufs Eis. Denn im letzten Match gegen Ajoie (2:1 n.V.) sind auch noch die beiden Ausländer Larsson (Sd, Schulter?) und Fritz (Ka, Fuss) verletzt ausgefallen, auch Embacher (Knie) fehlt nach einem Einsatz in der Swiss League mit Winterthur verletzt. Damit umfasst die Verletztenliste des SCRJ zehn Spieler.

Die Genfer brauchen trotzdem etwas Zeit und Schützenhilfe der Lakers, um dieses Spiel an sich zu reissen. Zunächst scheitern sie mit besten Chancen an Rappi-Keeper Nyffeler. Granlund (27.) und Manninen (32.) hämmern ans Gehäuse. Im Powerplay scheitert Pouliot gleich mehrfach an Nyffeler. Weil Servettes Jooris gleich nach der zweiten Pause eine Strafe kassiert und Praplan schon draussen sitzt, dürfen die Lakers in doppelter Überzahl ran, treffen in einfacher zur Führung.

Das stachelt die Servettiens an. Sie sorgen für Verkehr vor Nyffelers Kasten. Und zwei SCRJ-Verteidiger ziehen beim Aufräumversuch einen unglücklichen Abend ein: Beim Ausgleich ist es Jelovac, der den Puck ins Tor lenkt. Beim zweiten Gegentreffer findet die Scheibe via Maiers Wade den Weg ins Netz. Zwei Eigentore nagen an der Moral, die die Lakers mit ihrem Einsatz bewiesen haben, eine Wende gelingt ihnen nicht.

Bei Genf darf übrigens ein Neuer ran, der sich am Spengler Cup in Form gespielt hat: Jason Akeson. Der Kanadier hat Anfang Januar nach viermonatiger Verzögerung endlich seinen Schweizer Pass erhalten.

Fans: 5513.
Tore: 42. Zangger (Maillet, Wetter/PP) 0:1. 47. Manninen 1:1. 52. Praplan (Akeson, Le Coultre) 2:1. 60. Vesey (Rutta) 3:1 (ins leere Tor).

Fribourg-Gottéron – SCL Tigers 4:3 n.P.

Jetzt kennt jeder den Namen von Gottérons No-Name-Stürmer
4:59
Fribourg – SCL Tigers 4:3 n.P.Jetzt kennt jeder den Namen von Gottérons No-Name-Stürmer

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker.

Langnaus Serie ohne Gegentor im Jahr 2026 endet in Fribourg in der 28. Minute. Wer dafür verantwortlich ist? Ein No-Name-Stürmer namens Yannik Boppart. Der 19-Jährige, auf dessen Trikot mit der Nummer 45 kein Name zu finden ist, verschafft sich im Slot den nötigen Freiraum und verwertet dann eiskalt den Abpraller bei Goalie Luca Boltshauser nach dem Schuss von Andrea Glauser.

Natürlich feiert Boppart dieses Tor zum 1:1-Ausgleich ausgelassen. Wer würde das nicht tun, wenn die Goal-Premiere direkt beim National-League-Debüt gelingt?

Boppart, ein ehemaliger SCB-Junior, strotzt danach nur so von Selbstvertrauen. Prompt ist er dann auch der erste Fribourger, der beim Penaltyschiessen anläuft – und Gottéron zum Sieg verhilft, weil er der einzige Schütze ist, der im Duell Feldspieler gegen Goalie reüssiert.

«Ich wusste nicht, ob ich spiele»
1:30
Fribourg-Boppart im Interview:«Ich wusste nicht, ob ich spiele»

In diesem Fall hat Cheftrainer Roger Rönnberg den richtigen Riecher bewiesen. Mit seiner Coach's Challenge in der 53. Minute nach dem Tor, das Phil Baltisberger zugesprochen wird, greift er allerdings daneben. In der daraus resultierenden Unterzahl gerät Fribourg zwischenzeitlich mit 2:3 in Rückstand. Allerdings schaffen es Boppart und Co., dies wieder geradezubiegen.

Fans: 9372.
Tore: 4. Riikola (Petersson, F. Schmutz/PP2) 0:1. 28. Boppart (Glauser, Nicolet) 1:1. 42. Sprunger 2:1. 53. Baltisberger (Erni) 2:2. 54. Petersson (Felcman, Riikola/PP) 2:3. 58. Biasca (Glauser, Wallmark) 3:3 (ohne Goalie).
Penaltytor: Boppart.

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
38
45
81
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
38
29
69
3
Lausanne HC
Lausanne HC
38
30
68
4
HC Lugano
HC Lugano
37
27
65
5
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
38
4
65
6
ZSC Lions
ZSC Lions
37
19
61
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
37
-8
58
8
EV Zug
EV Zug
36
-7
56
9
SCL Tigers
SCL Tigers
37
3
51
10
SC Bern
SC Bern
37
-11
47
11
EHC Biel
EHC Biel
37
-16
46
12
EHC Kloten
EHC Kloten
37
-17
46
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
37
-38
41
14
HC Ajoie
HC Ajoie
38
-60
29
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