Round-up der National League
EVZ schlägt die Tigers – Biel gewinnt Neun-Tore-Spektakel

Der EV Zug gewinnt gegen die SCL Tigers auch das zweite Spiel unter Trainer Benoît Groulx. Der EHC Biel schlägt die Lakers in einem spektakulären Spiel mit 5:4. Hier gehts zum Round-up des National-League-Samstags.
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Matej Stransky schiesst den EVZ zum Sieg gegen die SCL Tigers.
Foto: keystone-sda.ch

Zug – SCL Tigers 3:1

EVZ-Kubalik düpiert Neckar mit keckem Lupfer
4:12
EV Zug – SCL Tigers 3:1:EVZ-Kubalik düpiert Neckar mit keckem Lupfer

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Spiel zwei unter dem neuen Trainer Benoît Groulx, und der EVZ zeigt ähnlich vielversprechende Ansätze wie schon am Vorabend in Kloten. Gegen die SCL Tigers sind die Vorstösse kraftvoll und auf direktem Weg Richtung gegnerischen Kasten. Dort sorgen die Zuger für Verkehr und Unruhe. Es läuft nach dem Gusto des neuen Headcoaches, der von seinen Akteuren das druckvolle Spiel mit dem Puck verlangt und gerne auch ein gewisses Tempo sieht. Dinge, die noch nicht vor allzu langer Zeit zur Zuger DNA gehört haben.

Ein Manko aber bleibt: Die Effizienz in der Offensive. Die Führung entsteht nicht nach einem Schaulaufen, sondern aus einem Gewühl und ist eines dieser dreckigen Tore, die nicht zur Lieblingsdisziplin der Zuger gehören. Am Ende der Szene steht Langnau-Goalie Boltshauser schulterzuckend vor seinem Gehäuse, das aus den Angeln gehoben ist. Was ist passiert?

EVZ-Schwede Wingerli trifft den Pfosten, es kommt zum Gerangel, Tigers-Verteidiger Kinnunen fällt auf den eigenen Torhüter und versucht irgendwie, die Scheibe aus der Gefahrenzone zu bugsieren. Doch Wingerli erreicht sie irgendwie mit dem Stock und stochert sie dahin, wo das Tor eigentlich stehen würde. Die Refs geben den Treffer auf dem Eis und auch nach der Video-Konsultation.

Die Zuger gehen dahin, wo es weh tut, das bekommt Boltshauser zu spüren, als ihn Hofmann vor dem Kasten checkt (21.). Bei der fatalen Szene ist es allerdings Teamkollege und Topskorer Petersson, der unglücklich auf sein Knie fällt (25.). Der Keeper verletzt sich offenbar in dieser Szene und muss sich auswechseln lassen. Der erst 20-jährige Neckar springt ein, weil Ersatz Meyer krank ist.

Die Emmentaler kommen immer zu besseren Chancen, denn plötzlich lassen die Zuger Konter um Konter zu. Nur mit halb schlechtem Gewissen, weil sie wissen: Keeper Genoni macht mal für mal die Schotten dicht, die Emmentaler vergeben beste Chancen. Bis die Tigers im Powerplay ran dürfen und Pesonen und Flavio Schmutz beim Ausgleich alleine vor Genoni schalten und walten dürfen.

Erschreckend: Die hochkarätig besetzte EVZ-Offensive hat in elf Spielen in diesem Jahr (inklusive CHL) noch nie mehr als zwei Tore erzielt. Bis zu diesem Spiel: Kubalik kann davonziehen und düpiert den jungen Neckar mit einem kecken Lupfer zum 2:1. Und weil Kinnunen bei einem Feldspieler mehr als hinterster Mann den Puck an den Topskorer verliert, gelingt dem Tschechen das Doppelpack.

«Jetzt fällt es auf unsere Seite»
1:46
EVZ-Genoni nach Sieg:«Jetzt fällt es auf unsere Seite»

Fans: 7429
Tore: 20. Wingerli 1:0. 39. Pesonen (F. Schmutz, Riikola/PP) 1:1. 55. Kubalik 2:1. 59. Kubalik (Tatar, Stadler) 3:1 (ins leere Tor).

ZSC Lions – Fribourg-Gottéron 3:4 n.P.

Schmid und Rattie spielen mit dem ZSC Katz und Maus
4:40
ZSC Lions – Fribourg 3:4 n.P.Schmid und Rattie spielen mit dem ZSC Katz und Maus

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Die ZSC Lions haben mit Fribourg einen neuen Angstgegner. Zum vierten Mal verliert der Meister gegen Gottéron – ein mögliches Playoff-Duell ist kaum auf der ZSC-Wunschliste.

Die Zürcher haben zunächst mehr vom Spiel, setzen Gottérons Hintermannschaft und vor allem Goalie Berra mit herrlichen Kombinationen einigen Belastungstests aus. Doch es sind Fribourger, die für die Tore sorgen. Schnörkellos trifft Wallmark zur Führung und anschliessend kombinieren sich Schmid und Rattie nach einem Puckverlust von Andrighetto wie durch Butter durch die ZSC-Hintermannschaft und markieren das 2:0.

Andrighetto steht dann aber auch am Ursprung des Zürcher Anschlusstreffers, via Partner Malgin schliesst Balcers erfolgreich ab. Jetzt ist der ZSC am Zug – die schwedische Neuverpflichtung Sundström trifft in seinem dritten Spiel zum zweiten Mal. Es kann in der Swiss Life Arena, in der an diesem Samstag wegen dem Family Day ein Ganztagesbetrieb herrscht, wieder von vorne beginnen.

Und wird in der Schlussphase nochmals so richtig kribblig. Biasca gelingt in der 57. Minute der vermeintliche Siegtreffer, aber Frödén rettet die Lions doch noch in die Verlängerung. Das Penaltyschiessen muss entscheiden und dort trifft einzig Nati-Stürmer Bertschy. Er stellt den sechsten Gottéron-Sieg in Folge sicher. Gegen die ZSC Lions hat Fribourg somit alle vier Quali-Spiele gewonnen, aber eng war es stets, dreimal fiel die Entscheidung nicht innert 60 Minuten. Ein Playoff-Wunschlos wird Fribourg für die ZSC Lions kaum sein.

Fans: 12'000
Tore: 12. Wallmark (Streule) 0:1. 15. Schmid (Rattie) 0:2. 26. Balcers (Malgin, Andrighetto) 1:2. 34. Sundström (Trutmann, Gruber) 2:2. 57. Biasca (Rathgeb, Borgström) 2:3. 59. Frödén (Andrighetto, Grant/ohne Goalie) 3:3. - Penaltytor: Bertschy.

Lugano – Davos 1:4

HCD-Stransky vor dem Tor eine Wucht
2:35
HC Lugano – HC Davos 1:4:HCD-Stransky vor dem Tor eine Wucht

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Zuletzt hatte sich der souveräne Leader in der Fremde etwas schwer getan und nur drei der letzten Auswärtsspiele gewonnen. Doch beim Spitzenkampf in Lugano zeigt der HCD eine beeindruckende Vorstellung. Von Beginn an zeigt sich das Holden-Team unbeeindruckt von der Heimbilanz der Tessiner (9 Siege aus den letzten 10 Partien!) und schraubt das Tempo hoch. Zadina und Ryfors haben die ersten Möglichkeiten, später scheitert Gredig an Goalie van Pottelberghe.

Lugano kann auf der anderen Seite kaum einmal Gefahr vor HCD-Keeper Hollenstein heraufbeschwören. Die Bianconeri haben alle Hände damit zu tun, die Davoser zu stoppen, die mit sechs ausländischen Stürmern spielen, weil der schwedische Verteidiger Dahlbeck (krank) ebenso wie Corvi (verletzt) fehlt.

Im Mittelabschnitt fallen dann auch die Tore. HCD-Captain Stransky profitiert dabei davon, dass Lugano-Captain Thürkauf den Puck beim Versuch, mit dem Schlittschuh zu klären, wieder scharf macht. Der tschechische Topskorer trifft nach vier torlosen Spielen erstmals wieder. Und Stransky lässt gleich noch einmal die Muskeln spielen, als er kurz darauf erneut aus kurzer Distanz abstaubt und sein 21. Saisontor erzielt.

Die Bündner lassen sich danach die Butter nicht vom Brot nehmen. Sie bauen die Führung aus, als Tambellini nach starkem Einsatz von Frehner trifft und der Schweizer Stürmer darauf einen Jung-Schuss wohl noch zum 4:0 ablenkt. Der HCD ist an diesem Abend die klar stärkere Mannschaft und gewinnt auch das vierte Direktduell der Saison. Mit dem Shutout wird es aber nichts, weil Carrick noch mit einem Distanzschuss trifft.

Fans: 6614
Tore: 29. Stransky (Lemieux) 0:1. 32. Stransky (Barandun) 0:2. 43. Tambellini (Frehner) 0:3. 49. Frehner (Jung, Tambellini) 0:4. 57. Carrick (Morini) 1:4.

Bern – Lausanne 3:1

Alge und Müller leiten nach Doppelpass die SCB-Wende ein
3:05
SC Bern – Lausanne HC 3:1:Alge und Müller leiten nach Doppelpass die SCB-Wende ein

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Nur Ambri und Ajoie haben eine schlechtere Heim-Bilanz als der SCB. Doch nach zuletzt drei Heim-Pleiten in Folge mit nur einem geschossenen Tor gewinnt das Ehlers-Team erstmals in diesem Jahr vor eigenem Anhang. Dabei beginnen die Berner zaghaft. Erst als Marchon nach zehn Minuten zu einer guten Chance kommt, beginnen sie ihre Angriffe mit mehr Nachdruck vorzutragen.

Zu Beginn des Mitteldrittels leistet sich der SCB aber in der Defensive einige Nachlässigkeiten. Erst geht Fuchs alleine vor Reideborn vergessen, verzieht aber. Dann kommt auch Rochette alleine vor dem schwedischen Keeper zum Abschluss und trifft via Verteidiger Kreis, der auf der Torlinie retten will.

Im Anschluss an ein Powerplay kann der SCB ausgleichen. Alge trifft nach einem schönen Doppelpass mit Müller. Und die Berner setzen nach. Ejdsell spielt den Puck in die Offensivzone, Lehmann zündet den Turbo und bezwingt Hughes eiskalt. Der SCB schiesst plötzlich daheim Tore. Die Fans sind entzückt und bekommen auch noch einen dritten Treffer ihres Teams zu sehen. Merelä vollendet die Vorarbeit von Marchon.

Mit dem dritten Sieg in Folge können die Berner ihren Vorsprung von vier Punkten am Play-In-Strich auf Biel behaupten. Vielleicht wird ja der Wunsch von CEO Lüthi, der am Montag seinen Abgang nach 28 Jahren angekündigt hatte, von «einem positiven Ende» wahr. Der scheidende Boss vertritt die Meinung, dass mehr in diesem Team steckt, als es bis jetzt gezeigt hat.

Fans: 16'501
Tore: 26. Rochette (Oksanen, Riat/Eigentor Kreis) 0:1. 32. Alge (Müller, Untersander) 1:1. 34. Lehmann (Ejdsell, Sgarbossa) 2:1. 50. Merelä (Marchon, Kreis) 3:1.

Biel – SCRJ Lakers 5:4

Rappi-Honka provoziert bei Torjubel die Biel-Fans
7:30
EHC Biel – SCRJ Lakers 5:4:Rappi-Honka provoziert bei Torjubel die Biel-Fans

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Der EHC Biel holt im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Christian Dubé einen wilden 5:4-Spektakelsieg gegen die SCRJ Lakers. Es macht den Strichkampf noch spannender.

Schon die Startphase hat es in sich. Stampfli bringt Biel mit seinem ersten Saisontor in Führung, ermöglicht hat ihm diesen Sever mit einem Zuckerpass. Rappis Hofer kann darauf mit dem Ausgleich reagieren, doch Jelovac nimmt den Lakers das Momentum sogleich wieder, indem er Sablatnig mit einem völlig unnötigen Crosscheck gegen den Kopf niederstreckt. Dadurch ist dann Biels Hofer in Überzahl am Zug, schiebt nach brillanter Vorarbeit von Sylvegaard ein.

Als Nächstes gerät Biels Verteidiger-Juwel Dionicio in den Fokus, der sich permanent zwischen Genie und Wahnsinn bewegt. Das 1:0 hatte er mit einem smarten Vorstoss noch eingeleitet, beim Ausgleichstreffer der Lakers zum 2:2 lässt sich Dionicio an der Bande von Dünner abkochen, der dann für Torschütze Lammer auflegt. Und ein Missverständnis zwischen Dionicio und Zryd steht auch am Ursprung der neuerlichen Führung der Lakers (3:2), Honka nutzt den Lapsus aus. Kurzzeitig erhält Dionicio anschliessend von Neo-Trainer Dubé eine schöpferische Pause, doch im Schlussdrittel bringt er ihn wieder. Zur Ankurbelung des Offensivspiels ist Dionicio unverzichtbar.

Honka legt sich derweil nach seinem Treffer mit dem Bieler Publikum an. Was unsportlich ist, aber zu diesem hitzigen Strichkampf passt. Zuvor hatte Biel-Verteidiger Grossmann wie von Sinnen auf Rappi-Stürmer Wetter eingeprügelt, nachdem dieser seinem Tor und Torwart Säteri zu nahe gekommen war. Wetter trug eine blutige Nase davon.

Eishockey gespielt wurde aber auch noch. Und wie! Kneubuehler gleicht die Verhältnisse mit dem 3:3 wieder aus, ehe sich in der Schlussphase die Ereignisse überschlagen. Lammer gelingt mit seinem zweiten Tor der vermeintliche Siegtreffer (57.), doch Biels Captain Haas hat mit einem strammen Schuss nochmals eine Antwort. Und es kommt für die Seeländer noch besser: Cajka trifft in Überzahl (Rask nimmt zur Unzeit eine Strafe) doch tatsächlich noch zum 5:4.

Dieser Dreier, der erste unter dem neuen Trainer Christian Dubé, ist für Biel enorm wichtig, um im Play-In-Kampf dranzubleiben. Die Lakers könnten dagegen durch die vierte Niederlage aus den letzten fünf Spielen nochmals selbst in den Strichstrudel geraten – der in der ersten Saisonhälfte erarbeitete Vorsprung auf Rang 11 schmilzt wie Butter an der Sonne.

Fans: 6033
Tore: 7. Stampfli (Sever, Dionicio) 1:0. 11. V. Hofer (Taibel, Albrecht) 1:1. 16. F. Hofer (Sylvegaard, Cajka/PP) 2:1. 21. Lammer (Dünner) 2:2. 30. Honka (Strömwall) 2:3. 40. Kneubuehler (Haas, Sylvegaard) 3:3. 57. Lammer (Dünner, Honka/PP) 3:4. 58. Haas (Strafe gegen SCRJ Lakers angezeigt) 4.4. 59. Cajka (Sylvegaard/PP) 5:4.

Ajoie – Kloten 4:2

Hazen bestraft Fehler von Steiner eiskalt
3:15
HC Ajoie – EHC Kloten 4:2:Hazen bestraft Fehler von Steiner eiskalt

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Mit zwei Toren avancierte Ajoie-Angreifer Julius Nättinen am Freitag beim Overtime-Sieg gegen die SCL Tigers zum Matchwinner. Einen Tag später hat der Finne auch gegen Kloten massgeblichen Anteil am Erfolg seines Teams. Nur gerade zwei Minuten sind gespielt, als er völlig freistehend zur Führung trifft.

Von diesem Fehlstart können sich die Flughafenstädter vorerst nicht erholen. Zwei Scheibengewinne im Forechecking später liegt Ajoie bereits drei Längen vorne. Kloten-Coach Lauri Marjamäki wird das zu bunt – er ersetzt Keeper Fadani durch Stammgoalie Waeber, der eigentlich eine Pause hätte erhalten sollen. Davon scheinbar beflügelt, kommen die Flughafenstädter dank Meyer und Weibel wieder auf einen Treffer heran.

Dass die Partie im Anschluss nicht komplett kippt, liegt auch an Ajoie-Goalie Ciaccio, der gegen Simic (22.) und Weibel (28.) zweimal stark pariert. Seine Vorderleute brauchen etwas, bis sie im zweiten Abschnitt ankommen, erzielen dann allerdings das vermeintliche 4:2. Nach Überprüfung wird Honkas Tor aufgrund einer Goaliebehinderung aber zurückgenommen.

So ist für das Schlussdrittel noch alles offen. In diesem sind die Jurassier vor allem mit Defensivaufgaben beschäftigt, denn Kloten dominiert das Spielgeschehen nach Belieben. Im Abschluss fehlt jedoch die nötige Präzision und so feiert Ajoie, das in der Schlussminute noch ins leere Tor trifft, trotz einer Torschussstatistik von 15:37 den vierten Sieg in den letzten fünf Partien.

Fans: 4422
Tore: 3. Nättinen (Devos, Cormier) 1:0. 9. Hazen (Devos) 2:0. 15. Sopa (Wick, Mottet) 3:0. 17. Meyer (Gignac, Weibel) 3:1. 21. Weibel (Meyer, Gignac) 3:2. 60. Devos (leeres Tor) 4:2.

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
42
53
90
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
43
41
81
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
43
10
76
4
HC Lugano
HC Lugano
43
27
75
5
ZSC Lions
ZSC Lions
43
23
74
6
Lausanne HC
Lausanne HC
45
18
73
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
43
-12
64
8
EV Zug
EV Zug
43
-12
64
9
SCL Tigers
SCL Tigers
44
2
60
10
SC Bern
SC Bern
43
-9
59
11
EHC Biel
EHC Biel
43
-20
55
12
EHC Kloten
EHC Kloten
43
-21
50
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
42
-42
46
14
HC Ajoie
HC Ajoie
44
-58
39
Playoffs
Qualifikationsspiele
Relegation Play-Offs
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