Der EV Zug ist am Tiefpunkt angelangt – und bleibt da liegen. Auf die 2:4-Heimniederlage gegen Dauer-Schlusslicht Ajoie folgt ein 1:4 in Genf. Vor dem Duell hat man beim Zentralschweizer Klub den Beschluss gefasst, dass der verstärkt in die Kritik geratene Trainer Michael Liniger (46) an der Bande steht und am Sonntag auch mit dem Team nach Nordschweden fliegt. Dort steht am Dienstag das CHL-Halbfinal-Rückspiel gegen Lulea an (2:3 im Hinspiel). Eine fröhliche Betriebsreise wird das nicht.
Denn auch das neunte Spiel in diesem Jahr verlieren die Zuger. Die guten Vorsätze nach der Match-Analyse halten nicht lange. Der nach dem Ajoie-Spiel enorm frustrierte Liniger hat sich zwar gefangen, sagt vor dem ersten Bully, dass die Krise «niemanden kalt lässt. Die Bereitschaft im Team ist da, jetzt müssen wir hinstehen». Auch die Klubführung sieht die Mannschaft in der Verantwortung. Senteler wird nach der Pleite gegen die Jurassier in der «Zuger Zeitung» mit den Worten zitiert: «Das ist ein Skandal! Wir haben viel zu wenige Spieler, die den Unterschied ausmachen wollen. Wir haben nun 40 Partien absolviert und machen immer noch dieselben Fehler. Was kann der Trainer dafür? Wir reden nach jedem Spiel von denselben Versäumnissen. Das ist inakzeptabel.»
Die Reaktion gegen Servette? Zunächst ist sie sichtbar. Die Zuger lassen sich nach dem frühen Rückstand nicht entmutigen, obwohl auch die Entstehung des ersten Gegentreffers die fragile und verunsicherte Verfassung widerspiegelt: Stadler will die Scheibe loswerden, Granlund geht dazwischen, und Künzle verschläft dessen Querpass schlichtweg. Captain Kovar verhindert das nächste Gegentor und rettet auf der Linie, Tobias Geisser hämmert an die Latte. Doch kaum fasst der EVZ die erste Strafe, schiesst Granlund das nächste Tor. Darauf reagiert Kubalik 91 Sekunden später mit dem Anschlusstreffer in Überzahl.
Dennoch passiert, was auch in den Partien zuvor unübersehbar gewesen ist: Das fehlende Selbstvertrauen und die Angst vor der nächsten Pleite hemmen nicht nur, sondern blockieren regelrecht. Dann läufts erst recht nicht mehr. Das 1:3 fällt nach einem miserabel getimten Wechsel in Unterzahl. Das 1:4 via Schlittschuh von Tobias Geisser. Vor dem 1:5 bewahrt die Zuger, dass es ein Kicktor von Pouliot gewesen ist.
Es spricht für ihren Charakter, dass sie sich im Schlussdrittel nochmals aufbäumen. Und auch mal mit mehr Entschlossenheit die Zweikämpfe führen. Ansätze blitzen kurzzeitig auf. Es bleiben aber noch zu viele Defizite – die die sportliche Führung weiter beschäftigen werden. Tatenlos sieht sie der Abwärtsspirale nicht zu, diskutiert Lösungsansätze. Vor dem Fakt, dass der EVZ am Dienstag immer noch den CHL-Final erreichen könnte.
Fans: 7135
Tore: 5. Saarijärvi (Granlund) 1:0. 24. Granlund (Saarijärvi, Praplan/PP) 2:0. 25. Kubalik (Tatar/PP) 2:1. 31. Jooris (Puljujärvi, Granlund/PP) 3:1. 37. Karrer (Akeson) 4:1.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 49 | 63 | 108 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 49 | 45 | 94 | |
3 | ZSC Lions | 49 | 28 | 85 | |
4 | HC Lugano | 49 | 31 | 85 | |
5 | Genève-Servette HC | 49 | 2 | 82 | |
6 | Lausanne HC | 49 | 22 | 81 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 49 | -11 | 73 | |
8 | EV Zug | 49 | -14 | 73 | |
9 | SC Bern | 49 | -7 | 66 | |
10 | EHC Biel | 49 | -21 | 64 | |
11 | SCL Tigers | 49 | 0 | 64 | |
12 | EHC Kloten | 49 | -18 | 61 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 49 | -49 | 54 | |
14 | HC Ajoie | 49 | -71 | 39 |




