Kloten im Sturzflug
Leader gebodigt – Erleichterung beim ZSC

Dem ZSC gelingt in Davos ein kleiner Befreiungsschlag: Die Zürcher ringen den Leader im Penaltyschiessen nieder. Die Lakers verspielen gegen Biel eine 2:0-Führung, während Kloten auch in Lugano unterliegt. Hier kommt das Roundup der Freitagsspiele.
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Leader Davos und Meister ZSC liefern sich ein enges Duell.
Foto: Nico Ilic/freshfocus

Davos – ZSC Lions 2:3 n.P.

Frödén rettet dem ZSC den Sieg
4:37
HC Davos – ZSC Lions 2:3 n.P.Frödén rettet dem ZSC den Sieg

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Gegen den HCD legt der ZSC einen soliden Auftritt hin – auch weil es ihm gelingt, die starke Davoser Verteidigung ab und an in Verlegenheit zu bringen. Beim Ausgleichstreffer Frödéns auf ein Zuckerpässchen von Andrighetto machen Kessler und Gross keine gute Figur.

In einem Bereich sind die Bündner jedoch sattelfester als die Lions: Der Spielaufbau sitzt, bei ihren Vorstössen sind sie präziser, mal in Scheibenbesitz, kommt die Offensive sofort ins Rollen. Doch beim ZSC ist ein Bremsklotz in Betrieb, denn: Ein Blitz-Comeback gibt bei den Zürchern Christian Marti. Der Verteidiger ist am 11. November verletzt gemeldet worden mit der Ausfalldauer von eineinhalb Monaten. Nach dreieinhalb Wochen steht er gegen den Leader wieder auf dem Eis. Die im Off-ice-Training zugezogene Verletzung hat sich als nicht so gravierend wie befürchtet herausgestellt, dennoch müssen seine Einsätze dosiert werden, auch nächste Woche in der Nati.

Marti ist der optimale Sparringpartner für HCD-Rumpler Brendan Lemieux, der im ZSC-Wohnzimmer oft für Wirbel sorgt. Nebst Marti wüsste auch ZSC-Grant, wie Scharmützel gehen. Doch der Kanadier ist einer der Problemfälle bei den Zürchern. Er laboriert an einer Unterkörper-Verletzung und fällt immer wieder aus. So erreicht er weder Rhythmus noch Top-Level. Das braucht er bei seinem Powerplay-Treffer jedoch nicht, Grant steht einfach goldrichtig vor HCD-Goalie Hollenstein.

Doch je mehr die Zürcher die Schlusssirene herbeisehnen, desto mehr werfen die Bündner nochmals alles nach vorne. Sigrist und Grant bringen den Puck vor Hrubec nicht weg und können Frehners Ausgleich zwei Minuten vor Schluss nicht verhindern.

Andrighetto hat den Siegtreffer in der Overtime auf dem Stock, als ihm Corvi den Puck serviert. Doch erst die Penaltytreffer von Rohrer und Frödén retten die Lions vor der nächsten Pleite.

Fans: 6547
Tore: 15. Corvi (Fora) 1:0. 19. Frödén (Andrighetto) 1:1. 36. Grant (Lehtonen, Frödén/PP) 1:2. 59. Frehner 2:2. – Penalties: Andrighetto –, Zadina –; Rohrer 0:1, Kessler –; Aberg –, Stransky –; Riedi –, Tambellini –; Grant –, Ryfors 1:1; Zadina –, Rohrer –; Ryfors –, Frödén 1:2.

SCRJ Lakers – Biel 2:3 n.P.

No-Look-Schuss: Haas gleicht für Biel in Unterzahl aus
3:13
SCRJ Lakers – Biel 2:3 n.P.No-Look-Schuss: Haas gleicht für Biel in Unterzahl aus

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Dass sich die SCRJ Lakers gleich fünf Plätze vor dem EHC Biel in der Tabelle befinden, merkt man ihnen zu Beginn der Partie überhaupt nicht an. Die Seeländer sind über weite Strecken die bessere Mannschaft. In der elften Minute sind es dann jedoch die Lakers, die den ersten Treffer des Abends bejubeln können. Nach einem wilden Hin und Her reagiert Captain Nico Dünner am schnellsten und drückt die Scheibe über die Linie.

Nach dem Gegentreffer nehmen sich die Bieler etwas zurück. Weder in einer Sechs-gegen-Fünf-Situation noch im Powerplay können sie die defensiv gut stehenden Lakers ernsthaft in Bedrängnis bringen. Auch im Mitteldrittel bleibt der EHC Biel ungefährlich – zumindest vor dem gegnerischen Tor. In der 24. Minute kommt es für Verteidiger Linus Hultström besonders bitter: Er bekommt einen Schuss von Dominic Lammer ab und lenkt die Scheibe unglücklich ins eigene Tor.

Mit dem 20. Schuss klappt es dann mit dem Torerfolg für Biel: Topskorer Hofer vollendet im Powerplay eine schöne Kombination mit Marcus Sylvegaard und Linus Hultström zum Anschlusstreffer. Nur zwei Minuten später gelingt den Bielern erneut der Ausgleich – diesmal per Shorthander. Routinier Gaëtan Haas stellt mit einem eindrücklichen No-Look-Schuss auf 2:2.

Das Schlussdrittel sorgt für reichlich Unterhaltung: Chancen im Minutentakt in einem offenen Schlagabtausch – einmal für Biel, dann wieder für Rappi. Kurz vor Schluss setzen die Bieler die Lakers massiv unter Druck, doch ein weiterer Treffer fällt nicht. Die Partie geht in die Verlängerung. Da geht es ähnlich weiter – beide Goalies halten ihre Teams sensationell im Spiel und sorgen für ein Penaltyschiessen nach einem äusserst unterhaltsamen Spiel. Auch da verspielen die Lakers eine 2:0-Führung und verlieren schliesslich mit 3:2 nach Penaltyschiessen.

Fans: 4'722

Tore: 11. Dünner 1:0. 24. Lammer (Wetter) 2:0. 34. Hofer (Sylvegaard, Hulström / PP) 2:1. 36. Haas (SH) 2:2. – Penalties: Strömwall 1:0, Huuhtanen –; Wetter 2:0, Haas –; Graf –, Andersson –; Maillet –, Sylvegaard 2:1; Moy –, Rajala 2:2; Sylvegaard 2:3, Strömwall –.

SCL Tigers – Zug 3:1

Riesenbock von Sklenicka öffnet Langnau die Türe
4:12
SCL Tigers – EV Zug 3:1:Riesenbock von Sklenicka öffnet Langnau die Türe

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Bachofner schiesst Ex-Klub Zug ab. Vor dem Derby vom Samstag in Bern holen sich die SCL Tigers Moral und einen wichtigen 3:1-Sieg gegen Zug.

Torszenen sind lange Mangelware. Und für einen ersten Treffer braucht es einen Riesenbock. EVZ-Keeper Genoni spielt hinter dem Tor den Puck zu Sklenicka. Der tschechische Verteidiger spielt die Scheibe in die Mitte, wo Tigers-Captain Pesonen zur Stelle ist und den Puck abfängt. Rohrbach hat darauf das offene Tor vor sich. Doch er scheint nur die Latte zu treffen und kann sein vermeintliches Missgeschick kaum fassen. Doch beim Video-Review sehen die Schiedsrichter, dass Rohrbach getroffen hat – und auf der Bank grinsen der Torschütze und seine Teamkollegen.

Der EVZ kann im Mittelabschnitt zwar durch den formstarken Hofmann ausgleichen. Doch die Langnauer sind die aktivere Mannschaft und sind auch bissiger in den Zweikämpfen. Die Zuger werden meist nur giftig, wenn das Spiel unterbrochen ist. Von einer Reaktion auf die Niederlage gegen den Tabellenletzten Ajoie ist jedenfalls beim Team von Liniger nichts zu sehen.

So kann es nicht überraschen, dass es die Tigers sind, denen ein zweites Tor gelingt. Es ist ausgerechnet Bachofner, der mit dem EVZ zweimal Meister wurde, der das 2:1 schiesst. Der Zürcher hat nun bereits neun Treffer auf dem Konto. Und obwohl die Emmentaler danach weitere Chancen vergeben, lassen sich den Sieg nicht mehr nehmen, weil Goalie Meyer dichthält. Mit dem Treffer ins leere Tor macht Petersson alles klar. Damit gehen die Emmentaler am Samstag mit einem Vorsprung von sechs Punken ins Strich-Derby nach Bern.

Fans: 5575

Tore: 18. Rohrbach (Pesonen) 1:0. 28. Hofmann (Vozenilek, Wingerli) 1:1. 49. Bachofner (Erni, Salzgeber) 2:1. 60. Petersson (Mäenalanen) 3:1 (ins leere Tor).

Lugano – Kloten 4:1

Peltonen-Zwillinge zelebrieren Shorthander
2:46
HC Lugano – EHC Kloten 4:1:Peltonen-Zwillinge zelebrieren Shorthander

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Die Zürcher Unterländer drohen, den Anschluss an die Play-In-Plätze zu verlieren. In Lugano ist die vierte Niederlage in Folge für den EHC Kloten ist Tatsache.

Kloten beginnt nach drei Niederlagen in Folge zwar mutig und taucht mehrfach gefährlich vor Goalie Schlegel auf. Die Tore schiesst aber Lugano. Zweimal sieht dabei Verteidiger Delémont nicht gut aus. Beim Führungstreffer von Morini vermag er Aleksi Peltonen nicht daran hindern, vors Tor zu ziehen. Beim zweiten Tor kann er Sanford nicht folgen und der amerikanische Stanley-Cup-Sieger (2019 mit St. Louis), der jüngst seinen Vertrag bis 2028 verlängert hat, bezwingt Goalie Waeber mit einem Buebetrickli.

Lugano zeigt immer wieder gefällige Angriffe. Doch Waeber kann mehrfach parieren und Fazzini verpasst das 3:0, als sein Schuss von der Unterkante der Latte zurückprallt. Im zweiten Abschnitt können die Bianconeri, bei denen Simion nach seiner Sperre für seine Attacke gegen Zug-Goalie Genoni wieder dabei ist, dann doch nachlegen. In Unterzahl. Nachdem Schlegel einen Meyer-Schuss pariert, ziehen die Peltonen-Zwillinge los. Und Aleksi bedient Jesper, der eiskalt zu seinem ersten Saisontor einschiesst.

Kurz vor der zweiten Pause muss auch Schlegel einen Treffer hinnehmen. Meyer trifft, als Jesper den Puck nicht aus der Gefahrenzone bringen kann. Es ist bereits der zehnte Saisontreffer des Berner Oberländers in Zürcher Unterländer Diensten. Doch zur Wende kommt es nicht mehr. So kassiert Kloten die neunte Niederlage aus den letzten zehn Auswärtsspielen und bleibt auf Platz 13 kleben. Die Zürcher Unterländer drohen, den Anschluss an die Play-In-Plätze zu verlieren. Der Rückstand auf den Strich beträgt schon sieben Punkte. Lugano rückt derweil auf Rang 5 vor.

Fans: 5125

Tore: 3. Morini (A. Peltonen) 1:0. 10. Sanford (Fazzini) 2:0. 39. J. Peltonen (A. Peltonen, Schlegel/SH) 3:0. 40. Meyer 3:1. 60. Alatalo (Sanford/PP) 4:1 (ins leere Tor).

«Die Moral der Mannschaft kann man nicht in Frage stellen»
1:38
Kloten-Wolf nach Niederlage:«Die Moral der Mannschaft kann man nicht in Frage stellen»

Ajoie – Fribourg 1:5

Premiere – Glauser lässt sich nicht zweimal bitten
3:11
Ajoie – Fribourg-Gottéron 1:5:Premiere – Glauser lässt sich nicht zweimal bitten

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Da ist viel Zug drin, aber zu Beginn wenig Zusammenhängendes. In der ersten Pause gibts in der Gottéron-Garderobe wohl eine Gardinenpredigt, die kommen auf jeden Fall mit geschärften Sinnen zurück aufs Eis. Und mit viel mehr Esprit.

Die Leistungssteigerung macht sich erst auf der Anzeigetafel bemerkbar, dann fliegen die Fäuste: Als Ajoie-Captain Kevin Fey kurz nach einem Pfiff noch aufs Tor ballert (31. Spielminute), wird er von Fribourgs Seiler zur Rechenschaft gezogen, behält aber dann in einem schwungvollen Ringkampf die Überhand. Ein Punktsieg für Fey.

«Zum Glück ist er nicht in der Nähe von uns Verteidigern»
1:04
Glauser über Rönnberg:«Zum Glück ist er nicht in der Nähe von uns Verteidigern»

Kurz vor Ende des zweiten Abschnitts kommt es nach einem leichten Schubser gegen Julien Sprunger (der zu Boden geht, wie von der Axt getroffen) zu einem weiteren Raufhandel: Pilet und Gauthier (Ajoie) gegen Biasca und Rathgeb (Fribourg). Wie die Schiedsrichter dabei auf die Idee kommen, Gottéron ein Powerplay zuzusprechen, bleibt ihr Geheimnis. Weil Ajoies Bozon bereits in der Kühlbox festsitzt, kann Fribourg mit zwei Mann mehr in die Vollen – und trifft durch Schmid, der einem Schlenzer Sörensens eine entscheidende Richtungsänderung verpasst.

Die Vorentscheidung? Die Vorentscheidung. Im Schlussabschnitt setzt Fribourg sofort noch einen drauf und raubt der Partie damit die Spannung. Ajoie kommt selbst in Überzahl nicht wie gewohnt in Schwung, auch weil Gottéron in Unterzahl kompakt und äusserst aggressiv verteidigt. Gottéron kann auf die Heimniederlage gegen die Lakers (2:4 am Mitwoch) reagieren und verhindert so prinzipielle Fragen.

Fans: 5195

Tore: 25. Glauser (Schmid) 0:1 31. Kapla (Borgström, Johnson) 0:2. 34. Cormier (Christe) 1:2. 39. Schmid (Sörensen, Kapla/PP2) 1:3. 43. Marchon (Sprunger, Johnson) 1:4. 59. Biasca (Borgström) 1:5 (ins leere Tor).

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National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
41
50
87
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
41
39
77
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
43
10
76
4
HC Lugano
HC Lugano
41
31
74
5
Lausanne HC
Lausanne HC
43
19
71
6
ZSC Lions
ZSC Lions
41
22
70
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
41
-9
64
8
SCL Tigers
SCL Tigers
42
5
59
9
EV Zug
EV Zug
41
-15
58
10
SC Bern
SC Bern
41
-13
53
11
EHC Biel
EHC Biel
41
-20
51
12
EHC Kloten
EHC Kloten
41
-18
50
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
41
-40
46
14
HC Ajoie
HC Ajoie
42
-61
34
Playoffs
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