Es geht ums Playoff-Ticket
Wenn der Strichkampf weh tut

Gebrochene Finger und Augenhöhlen. Das hindert Spieler nicht daran, sich im spannenden Strichkampf für ihre Teams zu zerreissen. Wie Luganos Sebastien Reuille und Genfs Daniel Winnik beweisen.
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Seit seinem schweren Kieferbruch vor sieben Jahren spielt Lugano-Stürmer Sébastien Reuille mit einem Gitterhelm.
Foto: Keystone
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Die Strichkampf-Teams brauchen dringend Punkte für ein Playoff-Ticket. In den Duellen gehts heiss zu und her. Die Spieler geben alles für ihre Mannschaft, werfen sich noch öfter in die Schüsse. Wie Luganos Routinier Sebastién Reuille.

Der 37-Jährige spielt aufopfernd gegen die ZSC Lions (am 11. Januar) und will im Boxplay einen Direktschuss von ZSC-Verteidiger Patrick Geering blockieren. «Dabei hatte ich etwas Pech», sagt der Stürmer, der seit seinem schweren Kieferbruch vor sieben Jahren mit Gitterhelm spielt. Weil Reuille etwas zu weit weg ist vom Schützen und sich deshalb die Flugbahn des Pucks ändert, trifft er ihn nicht wie beabsichtigt in den Beinen, sondern an der Hand.

Knochenbrüche zählt er nicht mehr

Die Folge: Der Zeigefinger ist gebrochen, Reuille muss operiert werden. Es droht eine längere Pause, weil der gebrochene Knochen mit einer Schraube fixiert werden muss. Vor drei Spielen aber kehrt der Oldie bereits wieder ins Line-up zurück. «Jetzt geht es um viel. Ich will dem Team helfen. Sobald ich irgendwie den Stock halten konnte, wollte ich wieder spielen», so Reuille, der seine Knochenbrüche an Händen und Füssen schon nicht mehr zählt. Im heissen Strichkampf beisst er sich durch, «obwohl ich das ja nicht kann, weil ich nicht mehr alle eigenen Zähne habe», witzelt er.

Vom Puck im Gesicht getroffen

Gezeichnet ist auch Servette-Kanadier Daniel Winnik. Vor zwei Wochen befindet sich der Stürmer in Ambri in einem Zweikampf um den Puck an der Bande. Die Stöcke treffen die Scheibe so dass sie hoch spickt und Winnik voll im Gesicht trifft. Der 33-Jährige muss raus. Diagnose: Bruch der unteren Augenhöhle.

Kein Problem für Winnik. Er kehrt bereits am Dienstag, also drei Tage nach dem Vorfall, in Genfs Aufstellung zurück. Mit genähter Wunde und blauem Auge hinter dem Gitterhelm, den der Ex-NHL-Rabauke erstmals in seiner Karriere tragen muss. Trotz allen Widrigkeiten erzielt Winnik im ersten Spiel nach dem Pucktreffer in Zürich das vorentscheidende 2:0. Am letzten Montag dann erst unterzog er sich auch noch der nötigen Operation, spielte also auch noch gegen Davos und Lugano quasi verletzt. Im Strichkampf eben kein grosses Ding.

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
46
61
102
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
47
42
88
3
HC Lugano
HC Lugano
46
34
81
4
ZSC Lions
ZSC Lions
46
27
80
5
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
46
3
77
6
Lausanne HC
Lausanne HC
46
21
76
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
46
-14
67
8
EV Zug
EV Zug
46
-16
67
9
SC Bern
SC Bern
46
-4
64
10
SCL Tigers
SCL Tigers
46
4
64
11
EHC Biel
EHC Biel
46
-22
59
12
EHC Kloten
EHC Kloten
46
-23
53
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
46
-44
52
14
HC Ajoie
HC Ajoie
47
-69
39
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