Darum gehts
- Gottéron-Fan reist 40 Stunden von Neuseeland nach Davos für Playoff-Final
- Blick und Fribourgs Generaldirektor spendierten ihm Tickets für das Spiel
- Julien Sprunger krönt Karriere mit Meistertitel vor 42-jährigem Fan
Noch rund einen Monat dauert es, bis die neue Saison in der National League anbricht. Kannst du die neue Spielzeit kaum erwarten und verfolgst dein Team sehr leidenschaftlich? Dann suchen wir genau dich! (Alle Infos am Ende des Artikels).
Bevor es in der Meisterschaft wieder zur Sache geht, packen die NL-Teams ihre Vorbereitungsphase an. Insgesamt sind zwischen Dienstag und Samstag bereits elf Testspiele mit NL-Beteiligung angesetzt. Einige Fans werden die Partien in die Hallen locken. Die Abkühlung kommt während des Hitzesommers gerade recht.
Mit ausverkauften Stadien kann man im August wohl noch nicht rechnen. Die spektakulären Fan-Geschichten werden erst während der Saison geschrieben. Dass jemand eine 40-stündige Reise auf sich nimmt, um am Freitag Bellinzona gegen Ambri im Stadion zu verfolgen, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht eintreffen. Deshalb schaut Blick vor der Meisterschaft auf die verrücktesten Fan-Geschichten der Vergangenheit zurück:
Von Neuseeland nach Davos
Gottéron-Fan Fabian Herzog (42) hat die wohl längste Anreise zu einer Partie in der National League zurückgelegt. Als feststeht, dass Fribourg und Davos den Titel im siebten und letzten Spiel des Playoff-Finals ausmachen, bucht der Schweizer Neuseeland-Auswanderer ein Flugticket. Die Reise führt Herzog von Auckland über Dubai nach Zürich und schliesslich nach Davos. 40 Stunden dauert es, bis der Basler, der vor sechs Jahren nach Neuseeland ausgewandert ist, in Davos ankommt.
Ein Ticket für die alles entscheidende Partie hat der Superfan vor seinem Abflug allerdings nicht. «Am wichtigsten ist, dass Fribourg gewinnt! Alles andere ergibt sich», schreibt Herzog aus dem Flugzeug nach Dubai, bevor er sich ein bisschen Schlaf gönnt. Dabei ahnt er nicht, dass Blick zusammen mit Fribourgs Generaldirektor John Gobbi (44) zwei Tickets für den Final organisiert hat.
Als Blick Herzog darüber informiert, ist die Freude gross. «Sensationell», schreibt er. «Wie geil ist das denn!» Viele Fribourg-Fans sind begeistert von Herzogs verrückter Reise und bieten an, ihm das Nachtessen zu bezahlen, wenn er sich bei ihnen meldet. Dann folgt das Happy End. Nach der 40-stündigen Reise erlebt der Fribourg-Fan live im Stadion, wie Julien Sprunger (40) seine legendäre Karriere mit dem Meistertitel krönt.
Der glückbringende Kaminfeger
1:3 liegen die ZSC Lions in der Playoff-Finalserie 2012 gegen den SCB zurück. Die Zürcher befinden sich in einer scheinbar hoffnungslosen Situation. Bis ausgerechnet ein Kloten-Fan versucht, dem ZSC das nötige Quäntchen Glück zu bescheren. Der Kaminfeger Ueli Mühlebach taucht bei einem Morgentraining der Lions in seiner traditionellen Uniform auf und verteilt den Spielern «Glücksräppler».
Der damalige ZSC-Trainer Bob Hartley (65) begrüsst die Aktion, während die Spieler Mühlebachs Mitbringsel an ihren Ausrüstungen anbringen. Die Zürcher gleichen die Serie im Anschluss aus und es kommt zum entscheidenden Spiel sieben in Bern. Den Kaminfeger nehmen die Lions mit ins Stadion. Mühlebach verteilt seine Glücksbringer dort auch den SCB-Spielern.
Fügt allerdings jeweils hinzu: «Die sind erst morgen gültig.» Beim Stand von 1:1 erzielt der ZSC-Verteidiger Steve McCarthy (45) zwei Sekunden vor Schluss den Meistertreffer. Die «Glücksräppler» vom Kaminfeger haben ihre Wirkung wohl entfaltet – auch für den SCB. Denn die Berner werden ein Jahr später ebenfalls Meister.
Die Schnapsgeschichte in Langnau
Insgesamt sieben Saisons hat Harri Pesonen (38) bei den SCL Tigers verbracht und sich dabei zum Publikumsliebling entwickelt. Mit einem Fan pflegte der Finne ein ganz besonderes Ritual. Nach jedem Heimsieg gönnte sich Pesonen einen Schluck Appenzeller-Schnaps.
Den Flachmann reichte ihm jeweils der Langnau-Fan Christoph Harnisch. Das bestätigt Harnisch in einem Interview mit MySports vor Pesonens letztem Auftritt im Tigers-Dress vor heimischem Publikum. Der Stürmer spielt in der kommenden Saison wieder in seiner Heimat bei seinem Jugendverein JYP in der finnischen Liiga.
«Es ist ein trauriger Tag», sagt Harnisch über Pesonens letzten Auftritt in Langnau. Dass ein anderer Spieler den Platz des Finnen beim Schnaps-Ritual einnimmt, kommt für den Fan nicht infrage, wie er im Interview offenbart.
Fan schleicht sich in die Meistergarderobe
Wenn man nach der besten Stimmung während eines Spiels im Stadion sucht, wird man jeweils in den Fankurven fündig. Choreos, Gesänge und reichlich Bier sorgen für eine heitere Atmosphäre in den Rängen. Der einzige Ort im Stadion, der die Fankurve in Sachen Stimmung überflügelt, ist wohl die Garderobe eines frischgebackenen Meisters.
Das hat sich auch Hockey-Fan Samuel Schweiger (34) gedacht. Gleich zweimal hat er den Weg in die Garderobe einer Mannschaft nach deren Meistertitel gefunden. 2018 feiert Schweiger den Aufstieg der Lakers in deren Umkleide. 2024 raucht er eine Zigarre in der ZSC-Garderobe während ihrer Meister-Party.
Doch wie verschafft sich ein Fan Zutritt in die Katakomben eines Meisters? Schweiger war selbst Goalie bei den U20-Junioren des EV Zug. Zu seinen damaligen Teamkollegen zählten unter anderem Florian Schmuckli (33, SL-Meister mit Rapperswil) und Lausanne-Verteidiger Dario Trutmann (33, NL-Meister mit dem ZSC). Sie gewährten Schweiger damals den Zutritt in deren Garderoben.
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