«Das habe ich nicht erwartet»
Bei Zug ausgemusterter Herzog ist plötzlich WM-Kandidat

Er war eine der Enttäuschungen in einer verpatzten Saison des EV Zug. Doch in der Nati zeigt sich Fabrice Herzog in einem anderen Licht und bringt sich für einen Platz im WM-Kader ins Spiel.
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Fabrice Herzog (r.) lässt sich nach seinem Tor im WM-Vorbereitungsspiel gegen Ungarn beglückwünschen.
Foto: Pius Koller
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Fabrice Herzog (31) spricht nicht lange um den heissen Brei herum: «Meine Saison war nicht gut.» Zur Herausforderung wurde für ihn eine auf das letzte Jahr zurückgehende Rückenverletzung: «Sie hat es mir schwierig gemacht, körperlich wieder fit zu werden.» Doch inzwischen konnte der Stürmer «einen guten Aufbau machen», wie er sagt. «Ich kann wieder unbeschwert spielen.»

Das Ergebnis davon sah man Ende Saison, als der WM-Silberheld von 2024 in den Play-Ins und den Playoff-Viertelfinals wieder zu alter Stärke zurückfand und zu den besten Spielern des EV Zug gehörte. Trotzdem haben die Zentralschweizer bereits zuvor entschieden, den Vertrag des Thurgauers nach fünf Jahren nicht mehr zu verlängern.

Dankbar für die WM-Chance

«Sicher macht man sich da Gedanken, aber ich konnte anschliessend meine Zukunft regeln, und so hatte es keinen grossen Einfluss mehr», sagt Herzog. Diese Zukunft liegt bei den SCRJ Lakers – er hat für eine Saison unterschrieben.

Dass er nach dieser für ihn und den EVZ schwierigen Saison für die WM-Vorbereitung der Nati aufgeboten wurde, war für den Routinier eine freudige Überraschung: «Das habe ich nicht erwartet. Ich war megafroh, dass ich einrücken durfte und diese Chance bekommen habe, um einen WM-Platz zu kämpfen.»

Es lockt die sechste WM-Teilnahme

Dass er es dies durchaus ernst meint, hat Herzog in den ersten beiden WM-Vorbereitungswochen gezeigt, als er in den Testspielen konstant zu den Besten gehörten. Vor zwei Wochen beim 5:3-Sieg gegen die Slowakei krönte er sein 100. Länderspiel mit zwei Toren und einem wunderbaren Assist. Herzog war aber auch bei der 1:8-Schmach am Donnerstag gegen Schweden auf dem Eis. Gut war er da – wie alle – nicht, gehörte aber auch nicht zu den Schlechtesten im Team. Herzog ist von einem Aussenseiter zu einem ernsthaften WM-Kandidaten geworden. Schafft er es an das am 15. Mai beginnende Heim-Turnier wäre es seine insgesamt sechste WM-Teilnahme.

WM-Kader und Spiele der Nati

Das Aufgebot für die Heim-WM
Goalies: Sandro Aeschlimann (Davos), Reto Berra (Fribourg), Leonardo Genoni (Zug)
Verteidiger: Tim Berni (Servette), Dominik Egli (Frölunda), Lukas Frick (Davos), Roman Josi (Nashville), Sven Jung (Davos), Dean Kukan (ZSC Lions), Christian Marti (ZSC Lions), Janis Moser (Tampa)
Stürmer: Sven Andrighetto (ZSC Lions), Nicolas Baechler (ZSC Lions), Christoph Bertschy (Fribourg), Attilio Biasca (Fribourg), Nico Hischier (New Jersey), Ken Jäger (Lausanne), Simon Knak (Davos), Denis Malgin (ZSC Lions), Timo Meier (New Jersey), Nino Niederreiter (Winnipeg), Damien Riat (Lausanne), Théo Rochette (Lausanne), Pius Suter (St. Louis), Calvin Thürkauf (Lugano)

Schweizer WM-Spiele (alle in Zürich)
15. Mai: USA – Schweiz 1:3
16. Mai: Schweiz – Lettland 4:2
18. Mai: Deutschland – Schweiz 1:6
20. Mai: Österreich – Schweiz 0:9
21. Mai: Schweiz – Grossbritannien 4:1
23. Mai: Schweiz – Ungarn 9:0
26. Mai: Schweiz – Finnland 4:2
28. Mai: Viertelfinal, Schweiz – Schweden 3:1
30. Mai: Halbfinal, Schweiz – Norwegen 6:0
31. Mai: Final, Schweiz – Finnland 20.20 Uhr

Das Aufgebot für die Heim-WM
Goalies: Sandro Aeschlimann (Davos), Reto Berra (Fribourg), Leonardo Genoni (Zug)
Verteidiger: Tim Berni (Servette), Dominik Egli (Frölunda), Lukas Frick (Davos), Roman Josi (Nashville), Sven Jung (Davos), Dean Kukan (ZSC Lions), Christian Marti (ZSC Lions), Janis Moser (Tampa)
Stürmer: Sven Andrighetto (ZSC Lions), Nicolas Baechler (ZSC Lions), Christoph Bertschy (Fribourg), Attilio Biasca (Fribourg), Nico Hischier (New Jersey), Ken Jäger (Lausanne), Simon Knak (Davos), Denis Malgin (ZSC Lions), Timo Meier (New Jersey), Nino Niederreiter (Winnipeg), Damien Riat (Lausanne), Théo Rochette (Lausanne), Pius Suter (St. Louis), Calvin Thürkauf (Lugano)

Schweizer WM-Spiele (alle in Zürich)
15. Mai: USA – Schweiz 1:3
16. Mai: Schweiz – Lettland 4:2
18. Mai: Deutschland – Schweiz 1:6
20. Mai: Österreich – Schweiz 0:9
21. Mai: Schweiz – Grossbritannien 4:1
23. Mai: Schweiz – Ungarn 9:0
26. Mai: Schweiz – Finnland 4:2
28. Mai: Viertelfinal, Schweiz – Schweden 3:1
30. Mai: Halbfinal, Schweiz – Norwegen 6:0
31. Mai: Final, Schweiz – Finnland 20.20 Uhr

Bei Zug hatte sich Herzogs Skorerpunkte-Ausbeute (nur noch 3 Tore und 5 Assists in der Quali) im Vergleich zur Vorsaison mehr als halbiert. Der Stürmer dazu: «In Zug lief es dem ganzen Team nicht optimal, was auch auf mich ausstrahlte.» In der Nati ist er, wenn man das Schweden-Spiel ausklammert, deutlich unbeschwerter unterwegs.

Gut spielen und schauen, was passiert

Dass es für ihn trotzdem noch ein harter Kampf für ein Ticket an der Heim-WM wird, weiss Herzog. Auf die bevorstehenden Kaderschnitte angesprochen, meint er: «Ich bin mir bewusst, dass noch viele neue, gute Spieler dazukommen. Das Einzige, was ich beeinflussen kann, ist meine Leistung auf dem Eis. Ich versuche Jan Cadieux zu zeigen, was ich kann – und dann schauen wir, was passiert.»

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Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
7
32
21
2
Finnland
Finnland
7
20
18
3
Lettland
Lettland
7
7
12
4
USA
USA
7
4
11
5
Deutschland
Deutschland
7
1
10
6
Österreich
Österreich
7
-12
9
7
Ungarn
Ungarn
7
-24
3
8
Großbritannien
Großbritannien
7
-28
0
K.o.-Phase
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
7
20
20
2
Norwegen
Norwegen
7
11
15
3
Tschechische Republik
Tschechische Republik
7
2
13
4
Schweden
Schweden
7
11
12
5
Slowakei
Slowakei
7
2
11
6
Dänemark
Dänemark
7
-11
6
7
Slowenien
Slowenien
7
-12
6
8
Italien
Italien
7
-23
1
K.o.-Phase
Abstieg
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