Darum gehts
- HCD-Stürmer Yannick Frehner kritisiert nach 2:3-Niederlage Ausschreitungen von Davoser Fans
- Fans bedrängen Freiburger Bank, Frehner fordert Fairness: «Lasst es auf dem Eis»
- Assistenztrainer Leuenberger: «Fans spuckten, einer trug sogar ein Baby»
Mit seiner körperbetonten Spielweise schont er jeweils weder sich noch die Gegner. HCD-Stürmer Yannick Frehner (28) ist ein Spieler, der unter die Haut geht und auch die Klaviatur der Nebenschauplätze beherrscht. Nicht selten sieht man, wie er seine Gegenspieler bei Auseinandersetzungen mit seiner Zahnlücke frech angrinst. Daneben ist der Churer aber auch ein grosser Sportsmann. Er zeigt auch nach der 2:3-Niederlage in Playoff-Finalspiel 1 gegen Fribourg Grösse.
Weil das Schiedsrichterduo Mikko Kaukokari/Cedric Borga dem vermeintlichen Ausgleichstreffer von Brendan Lemieux wegen Goalie-Behinderung von Matej Stransky die Anerkennung verweigert, kochen die HCD-Seelen. Nicht aber Frehner. Dieser sagt wenige Minuten nach dem Spiel zu diesem umstrittenen Entscheid im Graubereich der Regel 69.1 auf die Frage, ob er das Tor gegeben hätte: «Keine Ahnung. Ich bin leider nicht so schlau wie die Schiedsrichter, kann das nicht beurteilen und halte mich da raus.» Sie als Spieler seien selber Schuld, dass sie sich mit dem zuvor eingehandelten 0:3-Rückstand in diese Situation gebracht hätten: «Jetzt den Schiris die Schuld geben, wäre einfach, aber das können wir nicht tun.»
«Lasst es uns auf dem Eis austragen!»
Wow, starke Worte von Frehner. Doch damit nicht genug. Als das Interview mit ihm eigentlich schon fast vorbei ist, meldet er sich zu Wort: «Etwas möchte ich noch sagen.» Es ist die Szene, als HCD-Fans kurz vor Spielschluss die Freiburger Bank bedrängen, von oben und dann auch noch von der Seite, sich einer gar ans Plexiglas hängt und komplett eskaliert.
Frehner dazu: «Das solltet ihr nicht tun – lasst es die Mannschaften auf dem Eis austragen! Es ist schön, dass ihr uns unterstützt, aber geht bitte nicht auf die gegnerischen Spieler los!» Für seine beherzten Aussagen verdient Frehner, der die Davoser Aufholjagd mit seinem Treffer zum 1:3 lanciert hatte, einen Fairnesspreis.
Auf Fribourger Seite war man natürlich ebenso darüber irritiert, dass man von den Davoser Fans angegangen wurde. «Es war peinlich, sie haben auf uns heruntergespuckt, teilweise hatten sie Kinder in der Hand, einer sogar ein Baby im Arm. Also der Vater des Jahres ist dieser nicht gerade», ereiferte sich Assistenztrainer Lars Leuenberger (51). Der sich überhaupt nicht mehr spürende Fan am Plexiglas wurde anschliessend vom Sicherheitsdienst aus dem Stadion geleitet. Die beteiligten Fans müssen mit Konsequenzen rechnen. Gottéron-Cheftrainer Roger Rönnberg (54) ist überzeugt: «Spiel drei werden die verpassen.»


