Darum gehts
- Schweizer Hockey-Nati gewinnt 4:2 gegen Schweden in Kloten
- Trainerin Shannon Miller startet mit Sieg, trotz sechs Rücktritten im Team
- Vier Tore durch Herzig, Stalder und Alina Müller entscheiden die Partie
Nach Olympia-Bronze ist vor der WM. Die Weltmeisterschaften im Frauen-Hockey finden erstmals im November (statt April) statt. Es bleibt nicht mehr viel Zeit für die Vorbereitung. Aus mehreren Gründen eine besondere Herausforderung für die Schweizerinnen. Seit August wird unsere Nati von der Kanadierin Shannon Miller (62) trainiert. Die Verpflichtung der Ex-Nati-Trainerin von Kanadas Frauen ist erst mehrere Monate nach der Rücktrittsankündigung ihres Vorgängers Colin Muller (62) nach dem Olympia-Turnier bekanntgegeben worden.
Miller soll nach acht Jahren mit Muller an der Bande eine neue Ära einläuten. Das dürfte jedoch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Denn die Ausgangslage zu ihrem Amtsantritt ist eine schwierige. Gleichzeitig mit Millers erstem Aufgebot für dieses Turnier der Euro Hockey Tour in Kloten hat Swiss Ice Hockey auch sechs Rücktritte aus der Nati vermeldet: Die Verteidigerinnen Shannon Sigrist (27) und Lara Christen (23) sowie die Stürmerinnen Emma Ingold (24), Lena-Marie Lutz (25), Kaleigh Quennec (28) und Lisa Rüedi (25). Ausser Ingold allesamt Bronze-Heldinnen von Mailand – und im besten Hockey-Alter.
Sie hinterlassen eine grosse Lücke, viel Erfahrung geht verloren. Die Gründe sind vielschichtig und nicht bei allen Spielerinnen bekannt. Christen hat in einem Radio-Interview verlauten lassen, dass ihr Feuer nicht mehr so brenne. Sigrist widmet sich dem Beruf als Polizistin. Quennec soll sich dem Vernehmen nach einer Trainerkarriere in ihrer Heimat Kanada widmen. Ausschlaggebend ist jedoch meistens das krasse Missverhältnis zwischen Aufwand und Ertrag. Dass die Spielerinnen ihr Studium, den Job und das Hockey unter einen Hut bringen sowie die Ferien für Camps und Turniere hergeben müssen, kostet Energie. Irgendwann ist sie aufgebraucht. Zumal nun in den nächsten drei Monaten drei Vorbereitungs-Turniere für die WM in Herning (Dä) anstehen.
Nebst diesen sechs Abgängen gibt es noch weitere Fragezeichen. Die Doppelbürgerinnen Vanessa Schaefer (21, Ka/Sz) und Lucie Tenenbaum (20, USA/Sz) sind nicht Teil des Aufgebots, Noemi Ryhner (26) und Stefanie Wetli (26) fehlen noch verletzt. Das macht sich im Auftaktspiel gegen Schweden jedoch nicht bemerkbar. Denn alle PWHL-Profis können aufgrund des späten Saisonstarts in Übersee von Mitte November dabei sein.
Den Schrecken des Kaltstarts mit dem Gegentor durch Jungaker nach nur 26 Sekunden schütteln die Schweizerinnen rasch wieder ab. Der 2:1-Führungstreffer durch Captain Stalder nur 23 Sekunden vor der ersten Pause schmerzt die Gegnerinnen. Danach lässt die Nati nicht mehr viel zu und dominiert Schweden über weite Strecken der hitzigen Partie. Trainerin Miller feiert bei ihrem ersten Auftritt sogleich einen Sieg.
Euro Hockey Tour in Kloten
Schweiz – Schweden 4:2
Tore: 1. Jungaker 0:1. 10. Herzig (Stalder) 1:1. 20. Stalder (Wey) 2:1. 27. Alina Müller 3:1. 47. Svensson (Johansson) 3:2. 53. Alina Müller (Frey, Norina Müller/PP) 4:2.