Darum gehts
- EVZ-Stürmerin wurde von San José ins Profi-Camp eingeladen
- Millie Sirum macht sich auf schnelles und hartes Hockey gefasst
- Die Norwegerin kann sich in Zug bestens darauf vorbereiten
Unsere Women’s League und das Schweizer Frauen-Hockey sind im Visier der nordamerikanischen Profi-Liga PWHL. Nach den Draft-Highlights der beiden Torhüterinnen Andrea Brändli (29, Detroit) und Saskia Maurer (25, Bern, Las Vegas) im letzten Juni bekommen nun im Herbst mehrere WL-Spielerinnen die Chance, sich in Camps verschiedener Teams für einen Platz zu empfehlen.
EVZ-Stürmerin Millie Sirum (25) ist ins Trainingslager von San José, eines der vier neuen PWHL-Teams, eingeladen worden. «Ich bin sehr dankbar für diese Gelegenheit – es ist ein wahr gewordener Traum! Darauf habe ich hingearbeitet, seit ich mein College abgeschlossen habe», sagt die Norwegerin, die auch den US-Pass besitzt. Und ebenso Eigenschaften, um diese Chance zu packen.
Zugs Sportchef Ted Suihkonen (49) coachte Sirum vor über zehn Jahren in einem seiner Sommer-Camps im norwegischen Oslo, das sie mit ihrem älteren Bruder Erik (27) besucht hat. «Seine Arbeitseinstellung war vorbildlich, und Millie eiferte ihm nach», erinnert sich Suihkonen. «Sie liess sich von den Jungs nicht unterkriegen, wollte dazulernen und stellte ständig Fragen.» Die Nati-Spielerin ist ehrgeizig. Wie sie an die Sache rangeht? «Ich werde ihnen zeigen, wer ich bin – als Spielerin und als Mensch», so die Norwegerin. Sie stellt sich auf schnelles und hartes Hockey ein, «das passt perfekt zu mir. Ich habe dieses Feuer in mir». Zu weit denken möchte Sirum aber nicht, «so bekomme ich einfach einen ersten Fuss in die Tür der besten Frauenliga», den Rest lasse sie auf sich zukommen.
Dass der EVZ eine starke Spielerin verlieren würde, sollte sie sich einen Vertrag ergattern, löst beim Sportchef primär Freude und Stolz aus, «weil wir sie auf ihrem Weg mit unserem Programm unterstützt haben. Die Leute in San José sehen etwas in ihr, deshalb hat sie sich diese Camp-Einladung verdient». Die Stürmerin bestätigt, dass ihr in Zug perfekte Bedingungen eine optimale Vorbereitung ermöglichen.
Sirum ist nicht die erste Spielerin, die aus Zug den Schritt in die Profi-Liga schaffen würde. Vor einem Jahr ist die Verteidigerin Nicole Vallario (25) zu ihrer eigenen Überraschung von New York aufgeboten worden und hat sich im Camp ins Team gespielt. Und Laura Fuoco (23, Ka), die zehn Spiele mit den Zugerinnen bestritten hat, ist bei Vancouver unter Vertrag.
Es gibt noch weitere (Ex-)Women’s-League-Spielerinnen, die die Chance erhalten haben, sich in einem Trainingslager zu zeigen: Neuchâtel- und Ex-HCD-Stürmerin Joelle Fiala (24) darf bei Hamilton, dem Team von Alina Müller (28), ran. Und Kira Juodikis (23, Ka), die es letzte Saison vom ZSC zu New York geschafft hat, spielt nun bei Detroit vor. Die PWHL-Camps starten direkt nach den Weltmeisterschaften in Dänemark (6. bis 16. November), die PWHL-Saison legt am ersten Dezember-Wochenende los.