Darum gehts
- Andy Andreoff und ZSC Lions beendeten Vertrag einvernehmlich, Bekanntgabe am 22. Dezember
- Nach enttäuschenden 19 Spielen mit nur 2 Toren und 1 Assist
- 137 KHL-Spiele zuvor: 51 Tore und 30 Assists für Nowosibirsk
Die Erwartungen waren gross, als die ZSC Lions im Juli die Verpflichtung von Andy Andreoff (34) als Ersatz für den in die NHL abgewanderten Finnen Juho Lammikko (29, zu New Jersey) bekanntgegeben haben. Ein physisch starker Stürmer, der zuvor während zwei Jahren bei Nowosibirsk in der KHL die Netze füllte. 51 Tore und 30 Assists in 137 Spielen sind ein überzeugender Leistungsausweis.
Doch fünf Monate später sind der ehemalige NHL-Spieler von Los Angeles, Philadelphia und den New York Islanders und der ZSC bereits wieder geschieden. Am 22. Dezember wurde die Auflösung des Zweijahresvertrages in gegenseitigem Einvernehmen bekanntgegeben.
Zu gehen war die beste Option
Andreoff hat in Zürich keine Spuren hinterlassen. Den Saisonstart verpasste er verletzt und danach gelangen ihm in 19 Spielen lediglich 2 Tore und 1 Assist. Ein desolater Wert für einen Mann mit seinem Werdegang. Zum Vergleich: Der junge Kimo Gruber (20) kommt in seiner Premieren-Saison beim ZSC auf 1 Tor und 4 Assists in 17 Partien. Andreoff wirkte wie ein Fremdkörper, hatte kaum Einfluss aufs Spiel.
Mit Blick spricht er nun erstmals über sein Scheitern. «Wir haben es in Zürich geliebt und als Spieler hat man das Ziel, so lange wie möglich bei der gleichen Mannschaft zu bleiben. Daher bin ich natürlich enttäuscht, aber gleichzeitig möchte ich nach vorne blicken und schauen, wo sich die nächste Chance bietet», sagt er.
Auch in der KHL Startschwierigkeiten
«Beim ZSC hat es einfach nicht gepasst. Es ist eine tolle Organisation mit einer tollen Gruppe von Jungs. Aber für mich war es nicht das Richtige. Zu gehen, war für mich daher das Beste. Ich würde mir wünschen, es hätte besser funktioniert, aber so war es nicht und dann muss man sich eben umorientieren. Das ist Teil dieses Geschäfts», erklärt sich Andreoff.
Ist denn die russische KHL viel besser auf seine Spielweise zugeschnitten? Andreoff dazu: «Das fragen mich derzeit viele. Für mich ist es schwierig, dies zu beantworten. Die ersten zwei Monate waren für mich auch in der KHL nicht einfach. Ich musste mich enorm umgewöhnen. Doch als ich das Spiel dann verinnerlicht hatte und besser auf Touren kam, bekam ich eine regelmässige Routine mit denselben Teamkameraden.»
Glücksgefühle am Spengler Cup
Beim ZSC erhielt Andreoff dagegen immer wieder andere Linienpartner. Einerseits um die beste Kombination zu finden, andererseits auch wegen zahlreicher Verletzungen im Team. Doch auf einen grünen Zweig kam man nie. Der Kanadier hält aber fest, dass er keine Probleme mit Trainer Marco Bayer oder im Team hatte: «Die Verletzung vor dem Saisonstart erschwerte mir alles und anschliessend hat es einfach nie wirklich gepasst. Das ist alles.»
Passen tut es für ihn jedoch diese Woche am Spengler Cup in Davos. Da er nie für eine Junioren-Nati oder eine WM berücksichtigt wurde, trägt Andreoff erstmals das Ahornblatt-Trikot. Für ihn ein besonderer Moment: «Ich träumte schon immer davon, mein Land zu vertreten. Dass ich dies nun am Spengler Cup tun kann, ist wunderschön.» Daher wird er die Schweiz trotz des unglücklichen Kapitels beim ZSC in guter Erinnerung behalten.
In der Medieninformation der ZSC Lions zur Trennung von Andreoff war zu lesen, dass er nach Russland zurückkehren werde. Bereits zuvor war gerüchteweise zu hören, dass ihn Nowosibirsk zurückhaben möchte. Er selbst will dies so nicht bestätigen: «Wir sind gerade daran, alles zu klären. Es ist noch nicht sicher, wo mein Weg hinführt. Zunächst möchte ich die Tage mit dem Team Canada in Davos geniessen.»

