Hier wird Riesen-Muni Max von Mollis nach Uri transportiert
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Von Glarus nach Uri:ESAF-Muni Max geht auf Reisen

Finanzloch bremst Umsiedelungs-Projekt nach Andermatt
ESAF-Muni Max – es fehlt eine halbe Million Franken!

Die Finanzierung des ESAF-Munis in Andermatt wackelt. Statt 1,85 Millionen Franken kostet der Wiederaufbau der Holzfigur nun 2,2 Millionen. Bund und Kanton sollen die Lücke stopfen.
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Mit einem Gewicht von 182 Tonnen und einer Höhe von 32 Metern war Muni Max die grosse Attraktion am ESAF in Mollis.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Der Holzmuni vom ESAF steht wegen Verzögerungen in einer Lagerhalle
  • Finanzierungslücke von 495’000 Franken gefährdet das 2,2-Millionen-Franken-Projekt
  • Samih Sawiris spendete 300'000 Franken, 20 Sponsoren sagten bisher zu
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Beat SchmidWirtschaftsredaktor

Der mächtige Holzmuni vom letzten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) im August könnte schon längst auf dem Nätschen thronen – und einen wilden Blick ins Urserental hinunterwerfen. Doch das Baubewilligungsverfahren in der Andermatter Gemeindeverwaltung nahm seinen gewohnten Lauf. Was zum Leidwesen der Initianten bedeutet, dass ein Blitzaufbau vor dem Wintereinbruch unmöglich wurde.

Also musste der Muni bei Erstfeld UR in einer Lagerhalle eingewintert werden – in Einzelteile zerlegt. Ein Starttermin für den Wiederaufbau der mehr als 20 Meter hohen Holzfigur steht noch nicht fest. Probleme gibt es nicht nur mit der Bewilligung – unter anderem hiess es, der tonnenschwere Muni könne eine Richtstrahlverbindung der Swisscom stören, weshalb der ursprünglich geplante Standort aufgegeben werden musste. Eine definitive Baueingabe soll Mitte Februar erfolgen.

Wie Recherchen zeigen, könnte es nun zu weiteren Verzögerungen kommen. Denn finanziell, so geht es aus einer Aufstellung hervor, die Blick vorliegt, ist das Projekt bisher nicht gesichert. Demnach besteht eine Finanzierungslücke von 495’000 Franken. Ein Grund dafür: Der Verein Max der Uristier rechnet neu mit wesentlich höheren Kosten, als ursprünglich geplant und kommuniziert worden waren. Noch im Herbst gingen die Initianten davon aus, das Projekt werde 1,85 Millionen Franken kosten. Inzwischen ist von 2,2 Millionen Franken die Rede.

Samih Sawiris liess 300'000 Franken springen

Die Kostenrechnung gibt 1,3 Millionen Franken für die Anschaffung des Munis an. Ursprünglich waren 1,2 Millionen geplant. Hinzu kommen Transport und Wiederaufbau (400’000 Franken), Innenausbau und Erlebniswelt (400’000 Franken) sowie 100’000 Franken für Planung, Marketing und PR. Macht zusammen 2,2 Millionen Franken.

Auf der Einnahmenseite sind derzeit aber erst 1’705’000 Franken zugesichert. Gemäss der Aufstellung haben bisher 20 Sponsoren zugesagt. Die höchsten Beträge stammen von Andermatt-Investor Samih Sawiris (69), der 300'000 Franken beisteuert, sowie von den Baufirmen Schmid Generalunternehmung und Implenia (je 200’000 Franken). 100’000 Franken gesponsert haben jeweils die Urner Kantonalbank, Swiss Life, die französische Bank BNP Paribas, die Gemeinde Andermatt, die Bergbahnen Andermatt-Sedrun Sport sowie ein Tessiner Architekt.

Bund und Kanton sollen aushelfen

Von wem sollen die restlichen Gelder kommen? Wie die Finanzierungsliste zeigt, rechnet der Verein mit Beiträgen des Kantons Uri und vom Bund. Dazu sollen der Lotteriefonds sowie die Geldtöpfe der Neuen Regionalpolitik (NRP) angezapft werden, eines Finanzierungsvehikels, mit dem der Bund unter anderem touristische Projekte mit À-fonds-perdu-Beiträgen unterstützt.

Der Muni war eine grosse Attraktion am letzten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Mollis GL. Über 500 Lernende aus 220 Holzbauunternehmen hatten die Skulptur gebaut. Die riesige Holzfigur gefiel einer Gruppe von Urnern so sehr, dass sie den Verein Max der Uristier gründeten, um dem 182-Tonnen-Koloss eine neue Heimat in Uri zu bieten.

In Andermatt UR allerdings löste der Muni gemischte Gefühle aus. Während manche die Aktion schlicht übertrieben fanden, verwiesen andere darauf, das Wappentier von Andermatt sei kein Stier, sondern ein Bär. Präsident des Vereins ist Franz-Xaver Simmen (49), CEO von Schindler Schweiz und ehemaliger Landrat von Uri. Er war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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