Trotz Wahldebakel zieht die Schulpflege Hinwil ihren Plan durch
Schulhaus Unterbach macht dicht – jedenfalls vorerst

Der umstrittene Plan, das Schulhaus Unterbach in Hinwil zu schliessen, kostete den Schulpräsidenten die Wiederwahl. Dennoch hält die Schulpflege an ihrem Entscheid fest, den Unterricht im Juli einzustellen.
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Die Schulpflege hält an der Schliessung ihres Schulhauses fest: Die Kinder von Unterbach.
Foto: Raphaël Dupain

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Das Schulhaus Unterbach wird trotz Widerstand der Bevölkerung im Juli geschlossen
  • Die 17 Schüler wurden bereits anderen Schulhäusern zugeordnet, die Entscheidung ist laut Schulpflege endgültig
  • Das Gebäude ist seit 170 Jahren in Betrieb – eine Sanierung nach der Schliessung ist möglich
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Marco LüssiBlattmacher

Nach der Abwahl des Schulpräsidenten von Hinwil am 12. April schöpften die Anwohner des Weilers Unterbach wieder Hoffnung: Angesichts dieses klaren Votums der Bevölkerung hielten sie es nicht mehr für sicher, dass die Schulpflege ihren umstrittenen Plan zur Schliessung des seit über 170 Jahren bestehenden Schulhauses wirklich durchziehen würde. Und tatsächlich liess der abgewählte Schulpräsident Thomas Ludescher (60), der noch bis Ende Juni im Amt ist, letzte Woche gegenüber Blick verlauten, man analysiere nun die «neue Ausgangslage».

Das hat die Schulpflege mittlerweile getan – und sie hält dennoch an der Schliessung im Juli fest. Die 17 Schülerinnen und Schüler von Unterbach seien für das kommende Schuljahr bereits auf die übrigen Schulhäuser von Hinwil verteilt worden. Komme es hier wieder zu einer Umkehr, sei dies mit «erheblichen und unverhältnismässigen Nachteilen für die gesamte Schule» verbunden, schreibt die Schulpflege in einer Medienmitteilung. Dies habe das Bundesgericht in seiner Verfügung festgehalten, in der es einer hängigen Beschwerde gegen die Schulhausschliessung die aufschiebende Wirkung absprach.

Abgewählter Schulpräsident gibt Dossier per sofort ab

Gleichzeitig räumt die Schulpflege ein, dass das Resultat der Wahlen zumindest teilweise an die geplante Schliessung des Schulhauses gekoppelt sei. «Die Schulpflege respektiert die Botschaft der Bevölkerung.» Die Behörde werde in ihrer zukünftigen Zusammensetzung entscheiden, wie es mit dem Schulhaus Unterbach längerfristig weitergehen solle. Noch-Schulpräsident Thomas Ludescher habe deshalb das Dossier Unterbach per sofort an einen Schulpfleger abgegeben, der auch für die neue Amtsperiode gewählt worden sei.

Ob das Schulhaus künftig für den Schulunterricht, als «Treffpunkt für kulturelle Anlässe» oder für eine «andere Form von identitätsstiftendem Begegnungsort» genutzt werde – eines sei klar: Eine Gebäudesanierung sei unabdingbar, betont die Behörde weiter.

«Grosses Unverständnis»

Die Gesamtschulpflege habe einen Weiterbetrieb des Schulhauses Unterbach zwar als «politisch und wirtschaftlich nicht mehr verantwortbar» taxiert. Aber: «Sollte die neue strategische Führung zu einer anderen Einschätzung gelangen, so würde die jetzt verordnete Einstellung des Schulbetriebs eine gute Rahmenbedingung für den Vollzug der baulichen Massnahmen bieten.» Im Klartext: Das Schulhaus könnte geschlossen, saniert und danach für den Schulbetrieb wiedereröffnet werden.

Die IG Schule Unterbach, in der sich Anwohnerinnen und Anwohner zusammengeschlossen haben, die sich für den Erhalt des Schulhauses einsetzen, nimmt den Entscheid, das Schulhaus nun doch zu schliessen, «mit grossem Unverständnis» zur Kenntnis. Sie verweist darauf, dass die Schülerzuteilungen in andere Schulhäuser nicht rechtskräftig seien, da dagegen Rekurse eingereicht worden seien. Und sie gibt zu bedenken: «Ein echter Dialog beginnt nicht nach der Umsetzung eines Entscheids, sondern davor.»

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