«Sind vor allem wegen der Rutschbahnen gekommen»
1:10
Besucher vor Alpamare:«Sind vor allem wegen der Rutschbahnen gekommen»

Sorgenbad Alpamare – Rutschen gesperrt, Gäste sauer
«Es ist beschissen – wir wollten rutschen!»

Mangelnde Hygiene, durchwachsene Bewertung von Gästen und zuletzt geschlossene Rutschen. Das Alpamare in Pfäffikon steht immer wieder in der Kritik. Kann der Wasserpark seinen Ruf noch retten?
Kommentieren
1/10
Oriana Spezianeve (40) aus Baden AG mit Tochter Nayla (11) «Es ist beschissen gerade. Wir wollten rutschen.»
Foto: Ralph Donghi

Darum gehts

  • Alpamare in Pfäffikon schliesst alle Rutschbahnen während der Sportferien
  • Technische Störungen und Sicherheitsbedenken als Gründe für die Schliessung genannt
  • TripAdvisor-Bewertungen bei 3.2 Sternen, Kritik an Hygiene und Servicequalität
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Das Alpamare in Pfäffikon SZ galt lange als beliebtes Ausflugsziel. Doch seit einigen Jahren steht das Freizeitbad wegen nachlassender Qualität und Hygiene in der Kritik. Neuster Aufreger: Alle Rutschbahnen des Wasserparks sind geschlossen. Dies ausgerechnet während der Sportferien. Wie lange es dauert, bis wieder gerutscht werden kann – unklar.

Laut der Betreiberin sind technische Störungen der Grund für die Sperrung der Rutschen. Die Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter habe höchste Priorität. Die zuständige Gemeinde Freienbach SZ spricht von einer Schliessung der Rutschbahnen aus Sicherheitsgründen. Details dazu gäbe es keine, weil es sich um ein laufendes Verfahren handle. Auf die Anfrage von Blick schreibt das Alpamare: «Die vorsorgliche, grossräumige Schliessung betraf nur den Durchgang zu den Rutschbahnen, nicht die Rutschbahnen selbst.» Gerutscht werden kann trotzdem nicht. Somit bleibt es ein Rätsel, was genau die Gemeinde beanstandet hatte.

Immerhin kostet der Eintritt ins Alpamare, bis die Rutschbahnen wieder geöffnet sind, nur die Hälfte. 

Das sagen die Gäste vor Ort

Blick ist am Mittwoch beim Alpamare unterwegs. Auf dem Parkplatz zeigt sich: Von den Gästen wussten nicht alle, dass heute nicht gerutscht werden kann. «Das ist blöd. Jetzt sind wir extra hierher gekommen und können nicht rutschen», sagt Erwin Weber (40) aus Inwil LU. 

Überrascht waren auch Oriana Spezianeve (40) aus Baden AG und Tochter Nayla (11) «Es ist beschissen gerade. Wir wollten rutschen.»

«So ein runtergekommenes, baufälliges Bad»

Auch neben den technischen Störungen hatte der Wasserpark die letzten Jahre mit Kritik zu kämpfen. Aktuell stehen die Bewertungen auf Tripadvisor und Google bei 3.2 bzw. 3.5 von möglichen fünf Sternen. Die Rezensionen sind durchwachsen. Obwohl das Bad auch gelobt wird, sind es doch die negativen Bewertungen, die besonders herausstechen.

«Überall Schimmel, Dreck, beschädigte Fliesen und das Wasser ist ebenfalls dreckig. Sind nach 5 Minuten wieder gegangen» schreibt ein Gast. Andere schreiben von schlechtem Service im Restaurant, von Plastikteilen, Pflastern und Haaren im Wasser und Essensresten in den Garderoben. «Zustände in der Hygiene schlimmer als im Mittelalter» schreibt ein Gast. Das Alpamare antwortet auf viele der negativen Bewertungen, entschuldigt sich und gelobt Besserung. «Es wäre gut, wenn mal wieder was investiert würde», sagt denn auch Eduard Vilaj (35) aus Horgen ZH. 

Besitzer verantwortlich?

1999 wurde das Alpamare an den spanischen Betreiber Aspro Parks verkauft. Dieser ist mit 31 Anlagen der drittgrösste Wasser- und Freizeitpark Betreiber in Europa. Gegenüber «20 Minuten» packten ehemalige Mitarbeiter vor drei Jahren aus.

So habe der Inhaber lieber Geld in neue Rutschbahnen, als in den Unterhalt investiert. Andere sagen, das Alpamare sei für Aspro Parks nur da, um das Sparschwein zu füllen. Auch die Führungskultur wurde kritisiert. «Schon vor Jahren gingen bei uns täglich Reklamationen ein. Interessiert hat das aber niemanden.»

Nun auch noch die gesperrten Rutschen – eine weitere Baustelle, mit der der Wasserpark zu kämpfen hat. Klar dürfte sein: Der Druck auf Betreiber und Eigentümer wächst, wenn das Alpamare jemals wieder seinen alten Glanz zurückgewinnen will.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen